Die Illusion der Freiheit in einer verwalteten Welt

Die Illusion der Freiheit in einer verwalteten Welt Theoretisch leben wir in einer freien Welt. Wir haben die Freiheit zu entscheiden, womit wir unser Leben verbringen, mit wem wir es verbringen, oder wo wir es verbringen. Doch wie frei sind wir wirklich im Korsett eines Systems, welches uns starre Regeln und Abläufe vorgibt?
Der Mensch existiert in unserer Gesellschaft, um das System am Laufen zu halten, oder es nach Möglichkeit weiterzuentwickeln. Dies beginnt spätestens mit der Schulzeit. Das Kind lernt alles, was nötig ist, um sich in der bereits auf es wartenden Berufswelt zurechtzufinden. Es lernt strebsam, ehrgeizig und systemtreu zu sein, um seine spätere Arbeitskraft optimal in den Wirtschaftskreislauf einbringen zu können. Anschließend soll es möglichst viel vom verdienten Geld in den Kreislauf zurückgeben und eine Familie gründen, um den Fortbestand dieses Systems zu gewährleisten. Der Ablauf wiederholt sich in der darauffolgenden und in allen weiteren Generationen.
Vermutlich haben wir die Freiheit schon vor Jahrtausenden gegen das Versprechen von Sicherheit und Organisation eingetauscht. Freiheit existiert streng genommen nicht mehr. Weder für den Arbeitenden, noch für den Nicht-Arbeitenden/Arbeitslosen. Es ist lediglich ein Wort, was noch in unseren Köpfen existiert. Die Suggestion, zumindest in der Theorie, alles tun zu können, was man möchte.

Natürlich gibt es Ausnahmen, welche aufgrund ihrer komfortablen Finanzen tatsächlich die Freiheit haben, jeden Tag das tun zu können, wonach ihnen ist. Für die Masse der Bevölkerung heißt es jedoch: Nach der Arbeit ist vor der Arbeit. Der Arbeitslose muss sich mit dem begnügen was er bekommt. "Freiheit in den eigenen 4 Wänden."
Wie schön eine Welt gewesen wäre, in der wir aus reiner Nächstenliebe handeln und uns gegenseitig unterstützen würden. Jeder hilft jedem. Die Natur hat aber Menschen auf die Welt gebracht, welche gierig sind. Dies ist evolutionär bedingt und steckt tief in unseren Genen.Ich denke nicht, dass sich die Einstellung und Moral der Menschen dahingehend evolutionär verändern wird. Die Evolution verfährt nach dem Zufallsprinzip der Mutation, die sich unter günstigen Umständen durchsetzt. Evolution bedeutet keine Entwicklung in den Kategorien "besser" oder "schlechter", sondern ist vielmehr eine Versuchsreihe in den Kategorien "funktioniert" bzw. "funktioniert nicht". Und der jetzige Zustand funktioniert eben evolutionär betrachtet verhältnismäßig gut.
Der Mensch vollzieht nur eine Veränderung durch extreme äußere Umstände (z.B. Verlust der Arbeit) oder durch eine Art emotionalen Schock (z.B. Verlust eines geliebten Menschen), aber er verändert sich nicht, nur weil er eine sehr gute Idee in einem Buch gelesen hat.
In der jüngeren Vergangenheit folgte eine Wirtschaftskrise auf die nächste und trotzdem haben sich die Bedingungen, unter denen die globale Hochfinanz agiert, nicht geändert. Warum? Um das Schlimmste abzuwenden, wurden die Verluste der "systemrelevanten Institutionen" sozialisiert. Das Problem wurde kurzfristig gelöst. Warnungen wurden und werden ignoriert - die Karawane zieht weiter. Man könnte auch sagen, man drückt von Zeit zu Zeit, wenn die Blase zu groß wird, den Reset-Knopf und beginnt von Neuem. In nicht allzu ferner Zeit wird wieder eine Blase platzen, da das virtuelle Geldvolumen ist einfach zu groß ist. Dann kollabiert das ganze System und die Karten werden neu gemischt, doch das Spiel wird dasselbe sein.
Hier noch ein weiteres, zum Thema passendes Video: