Die Fantastischen Vier live in der Stadthalle Wien

Die Fantastischen Vier (c) pressplay, Patrick Steiner (18)

Die Fantastischen Vier live in der Stadthalle Wien

Das diesjährige Wien-Gastspiel der Fantastischen Vier sorgte schon im Vorfeld für Aufregung. Ausnahmsweise aber nicht nur im positivsten Sinne, denn die Stuttgarter Band liefert sich bereits vor Anreise in die Hauptstadt eine kleine Auseinandersetzung mit der Wiener Stadthalle.

Durften sich die Fans erst noch freuen, dass Wien eine der wenigen Städte auf der Vier und Jetzt Tour ist, in der es einen offiziellen Stand mit Fanta-Merch gibt (aufgrund von zu hoher Umsatzbeteiligung der unterschiedlichen Hallenbetreiber hätten die Preise so drastisch erhöht werden müssen, dass die Band lieber auf den Stand verzichtet und auf den Online-Shop verweist – sehr fair!), gab es  dann vorab Probleme mit dem Stand des von der Band unterstützen Vereins „Laut gegen Nazis“, den die Wiener Stadthalle nicht kostenlos genehmigen wollte. Kurzes hin und her zwischen Smudo und Stadthalle via Facebook und Twitter, verständnisvolle Fans, sudernde Wiener – Stand steht letztendlich doch, alles gut – Und los!

Die Fantastischen Vier (c) pressplay, Patrick Steiner (1)

Pünktlich um 19.15 startet Supportact Seven und heizt die sich füllende Halle an – oder versucht es zumindest. Netter Deutschpop, as deutsch as Pop can be, eh nett. Eh… Schwamm drüber, Zeit für Fantas, die diesmal erst nur den Catwalk, der in den Zuschauerraum führt, mit Intro und Medley bespielen, danach direkt ihren Superhit Die da aus dem Jahr 1992 (feel old yet?) raushauen und mit Flitter-Konfetti-Regen, Jubel und Applaus wieder verschwinden, als hätten sie ihren Auftritt im Schnelldurchlauf absolviert, bevor sie hinter gefallenem Vorhang auf der eigentlichen Bühne wieder auftauchen. Quasi seine eigene Vorband geben – kann man schon mal machen.

Mit Heute, Danke, Und los und Yeah Yeah Yeah hintereinander ist die Stimmung in bester Fanta-Manier schnell auf dem Höhepunkt. Hier schlechte Laune zu haben ist nahezu unmöglich, ja, selbst für Wiener, die für ihre Verhältnisse fast schon außergewöhnlich ekstatisch mit dabei sind. Die Fantas selbst freut‘s, scheinen sie doch eine besondere Beziehung zu Wien zu haben (für die Live CD und DVD der letzten Tour wurde der Mitschnitt des Wienkonzerts verwendet und auch im Super Sense im 2. Bezirk spielten die Vier vergangenes Jahr eine kleine Live-Session für eine exklusive und streng limitierte Vinyl-Auflage) und so glaubt man Michi Beck, Thomas D, Smudo und And.Ypsilon nur zu gerne, dass sie sich fast so über ihr Stadthallen Publikum freuen, wie umgekehrt. Die Energie und Freude der vier Hip Hopper hat jedenfalls auch 27 Jahre nach Bandgründung nicht abgenommen und das Bisschen mangelnde Kondition hält einen Smudo auch nicht davon ab, wie ein Derwisch über die Bühne zu fegen, auch wenn man das Gefühl nicht los wird, dass Tag am Meer, auf Barhockern sitzend, und Thomas Ds obligatorische Soloperformance von Krieger – oben ohne, ja, das ist wichtig – eine nicht ganz unwillkommene Verschnaufpause darstellen, die zusätzliche durch die grandiose Liveband kurzweilig gestaltet wird.

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Neben den Top-Livemusikern an Gitarre, Drums und Percussion, gilt es außerdem die Bühne mit den  beweglichen Licht- und Video-Panelen, die je nach Bedarf hinter oder über Michi, Smudo und Thomas bewegt werden, hervorzuheben. Die Fantastischen Vier sind zwar ein Liveact, der auch ohne jeglichen „Schnickschnack“ wie fette Lichtshow und Konfettik-Kanonen, eine wahrscheinlich gleich energetische Bühnenshow abliefern kann, gleichermaßen kann man sich aber nach 27 Jahren und wahrscheinlich genügend kleiner, einfacher Low-Key-Gigs auch mal etwas gönnen und ordentlich einen raus hauen.

Ein weiterer Vorteil, den ein Konzert nach einigen Jahren Bandgeschichte bringt, ist die gestiegene Anzahl an Hits und Ohrwürmern. Natürlich sind auch auf der Vier und Jetzt-Tour wie gewohnt alle großen Gassenhauer der letzten zweieinhalb Jahrzehnte und auch ein neuer Song mit dem Titel Endzeitstimmung dabei und alle werden sie dankend von (teilweise sehr) Jung und Älter angenommen. Lediglich Eines Tages und Name drauf werden leider durch Support Act Seven gesanglich nicht gerade aufgewertet.

Die Fantastischen Vier (c) pressplay, Patrick Steiner (4)

Zum großen Finale (und wahrscheinlich einer weiteren notwendigen Verschnaufpause) gibt es als Zugabe vorhersehbar aber deshalb nicht minder großartig 25, Ernten was wir säen und Troy – mit Sicherheit die besten Gute Laune – Mitsing und -spring Nummern mit denen man sein Publikum in die Nacht entlassen kann, bevor am Tag darauf für die Fan(ta)s direkt wieder das Warten auf den nächsten Wiener Konzerttermin losgeht.


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Autor

Anna Hausmann

Aufgabenbereich selbst definiert als: Kompromisslose Musikredakteurin (zumindest vor dem ersten Kaffee). Findet “Life is what happens to you while you are busy making other plans” (Lennon) manchmal traurig aber meistens wahr.


 
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