Die Entscheidung

Die Entscheidung

Foto copyright by Kai Breker / pixelio.de

Pünktlich um 21 Uhr war ich am vereinbarten Treffpunkt - ich war extrem aufgeregt und nervös. Dreju war bereits vor mir dort. Als er mich sah, lachte er übers ganze Gesicht und kam strahlend auf mich zu... ich konnte nicht anders... auch ich fing an zu strahlen...und die Schmetterlingszucht in meinem Bauch flog und flatterte wieder wild durcheinander... es kribbelte bis in die Fingerspitzen.
Als er mich in den Arm nahm, da hob Dreju mich plötzlich hoch und schwang mich laut lachend durch die Luft.
Diese Unbeschwertheit, die er ausstrahlte... sie war so ansteckend...nein... ich konnte ihm nicht mehr böse sein, weil er sich seit Sonntag nicht mehr gemeldet hatte.
Arm in Arm spazierten wir durch die Fußgängerzone.
"Endlich! Endlich seh ich Dich wieder!" sagte er.
"Das hättest Du früher haben können!" konnte ich mir nicht verkneifen.
Dreju blieb stehen, nahm meine beiden Hände in die Seinen, sah mir tief in die Augen und sagte ernst:" Ich will ganz ehrlich zu Dir sein. Ich habe mich die letzten Tage nicht gemeldet, weil ich Angst bekommen habe. Angst vor dieser unglaublichen Intensität meiner Gefühle zu Dir. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Du weißt ja, ich bin von meiner Frau sehr enttäuscht worden, ich habs einfach mit der Angst zu tun bekommen. Angst, dass Du mich auch verletzen wirst. Und weil ich so tief für Dich empfinde, würde diese Verletzung auch sehr tief gehen.., ich möchte einfach nicht mehr verletzt werden!
Ich hab versucht, Dich aus meinem Kopf und meinem Herzen zu bekommen. Aus Selbstschutz. Aber ich habe es nicht geschafft. Je mehr ich mich zwang, an etwas anderes zu denken, desto mehr warst Du präsent. Du hast mich verzaubert. Ich komme nicht von Dir los. Ich will auch gar nicht mehr von Dir los kommen. Ich will mit Dir zusammen sein. Mit allen Konsequenzen."
Dann drückte er mich an sich. Minutenlang standen wir mitten in der Fußgängerzone engumschlungen da und genossen einfach die Nähe des Anderen.
Er ging so anders mit der Liebe um wie ich. Er versuchte sich zu schützen, um nicht so verletzbar zu sein. Ich hingegen wollte nicht an eventuelle Verletzungen denken, wollte nur unsere intensive Zweisamkeit genießen. Er wollte partout die Kontrolle nicht verlieren, bei mir war es dafür bereits zu spät, ich hatte keine Kontrolle mehr und ließ mich von meinen Gefühlen treiben. Er war wohl eher der Kopfmensch, ich ganz eindeutig der Gefühlsmensch. Auch ich war in meiner Ehe sehr enttäuscht worden. Doch trotzdem war ich bereit, das Risiko einzugehen. Das Risiko, in einer neuen Beziehung mit Dreju eventuell erneut zu scheitern. Die Verbindung zwischen ihm und mir war sehr stark. Er war so interessant, hatte so viel zu erzählen. Nicht nur über sein Land. Auch über die deutsche Politik oder über Religion und aktuelle Ereignisse konnte ich mich mit ihm hervorragend unterhalten. Er war ein intelligenter und gebildeter Mann mit auffallend guten Manieren. Er war immer sehr gut gekleidet und sah einfach umwerfend gut aus. Dass er sich nun auch für das Risiko mit mir entschieden hatte machte mich sehr glücklich. Ich genoss einfach nur die Sicherheit, die er plötzlich ausstrahlte.
Wir verbrachten erneut einen wundervollen romantischen Abend miteinander und verabredeten uns fürs Wochenende. Wir waren beide der Meinung, dass er nun meine Kinder kennen lernen sollte. Daher vereinbarten wir, dass er mich am Samstag abend zuhause abholen sollte. Dabei konnte er sich den Kindern vorstellen und sich mit ihnen unterhalten. Danach würden wir wieder ausgehen und so hatten die Kinder die Möglichkeit, ihren ersten Eindruck von ihm zu verarbeiten.
Bevor wir uns an diesem Abend trennten bat ich ihn, sich zwischendurch bei mir zu melden. Bis Samstag waren es noch 3 Tage. Ich war so verliebt, mir was das zu lange. Er verstand das, ihm ginge es genauso, meinte er. Er werde mich gleich am nächsten Tag anrufen, er werde mich künftig täglich anrufen, versprach er.
Dreju hielt Wort. Täglich rief er mich an und wir telefonierten manchmal stundenlang miteinander. Uns ging der Gesprächsstoff einfach nie aus. Diese Telefonate waren mir sehr wichtig. Wie gerne hätte ich ihn täglich gesehen, aber das ging noch nicht wegen den Kindern. Sie mussten sich auch erst an die veränderte Situation gewöhnen. 9 lange Jahre hatten sie mich ganz für sich. Und nun war da plötzlich ein Mann an meiner Seite. Dies war sicher nicht einfach für sie, wenngleich sie mir immer wieder beteuerten, dass sie sich für mich freuen würden. Vor allem Marco - bisher der einzige "Mann im Hause" - musste darunter gelitten haben. Als alleinerziehende Mutter war es nicht immer einfach für mich, eine klare Linie zu ziehen zwischen den Kindern in ihrer Rolle als Kinder und mir in meiner Rolle als ihre Mutter. Mir fehlte der Partner an meiner Seite und ich hatte niemanden, mit dem ich meine Sorgen und Probleme teilen konnte. Automatisch läuft man da Gefahr, manchmal belanglosere Dinge mit den Kindern zu besprechen und sie somit plötzlich von ihrem "Status Kind" in den "Status Ersatzpartner" zu heben.
Das heißt, dass diese Muter-Kind-Beziehung viel intensiver ist als in einer Familie, in der auch der Vater lebt. Unser enges Dreier-Gespann wurde nun plötzlich um Dreju erweitert, einiges verschob sich dadurch und jeder musste erst seinen neuen Platz in dieser Konstellation finden. Und das brauchte Zeit. Ich war unerfahren damit, ich hatte ja seit meiner gescheiterten Ehe keine Beziehung mehr. Genauso wie Bianca und Marco, auch für sie war das eine ganz neue Erfahrung.
Eine große Aufgabe wartete auf uns. Würden wir sie schaffen?


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