Die Berliner Arminiushalle

Die in Berlin Moabit liegende Arminiushalle hat bestimmt schon bessere Zeiten gesehen. Ende des 19. Jahrhunderts erbaut im Stile der damaligen Zeit birgt sie in sich den Mythos der originalen Berliner Markthalle, also einer Halle, in der Händler die verschiedensten Waren feil bieten und die Markthall so zu einem Ort der Kommunikation zwischen Menschen wird. Was war früher schöner, als in einer Markthalle zwischen dem Duft als Mix aus wirklich frisch geräuchterter Wurst und daneben vor sich hin kochendem Eisbein mit Sauerkraut eine Molle mit Korn zu zischen um mit dem Nachbarn am Stehtisch ein Pläuschchen zu halten? Davon ist die heutige Arminiushalle meilenweit entfernt. Wer sie besucht, wird Trostlosigkeit, Tristesse und Leere vorfinden. Man hat den Eindruck, die Arminiushalle wurde regelrecht entmietet. So geht ein Stück echter Berliner Kietzkultur den berühmten Bach hinunter.
Bei Recherchen im Internet stiessen wir auf Hinweise die Arminiushalle als möglichen Markt für Manufakturprodukte neu zu beleben, welches durchaus kontrovers diskutiert wird, wie man einer Veröffentlichung der SPD Berlin Mitte vom 25.03. 10 entnehmen kann.
Aus unserer Sicht wird das Projekt der Wiederbelebung der Arminiushalle nur dann Erfolg haben, wenn es gelingt, Anwohnern, deren Kaufkraft bekanntlich geringer ist, als das Sortiment eines Manufakturwarenanbieters es hergibt, sinnvoll einbezogen werden Den die original Berliner Markthalle war nie ein reiner Ort des Handelns, sondern schon immer auch ein sozialer Anziehungspunkt. Denn wo sollen die Menschen dann hingehen, wenn ihnen der Ort Arminiushalle genommen wird? Und letztlich haben diese Menschen auch einfach andere Bedürfnisse, weil es für sie vielleicht viel wichtiger ist zu wissen, wo sie früh die Brötchen kaufen können.
Wenn sich aber die Kaufkraft nicht zu 100% aus den umliegenden Anwohnern erschliessen läßt, dann ist die Frage, wie kommt Kundschaft, welche über die notwendige Kaufkraft für Manufakturwaren verfügt in die Arminiushalle? Führt dies dann nicht, wie die SPD Berlin Mitte befürchtet, zu mehr PKW Verkehr durch an- und abfahrende Kunden? Derzeit ist das Umfeld der Arminiushalle nicht in der Lage, permanent wechselnden PKW Verkehr, wie er entstehen wird, zu verkraften.
Die dritte Frage, ist die Frage nach dem Sortiment und wie es der Betreiber versteht, mit seinen Händlern und Herstellern das Sortiment aufeinander abzustimmen. Dies bedeutet wesentlich mehr als nur die reine Vermietung von Ladenfläche. Dies bedeutet auch, dass der Händler eine gewisse Sicherheit bekommt, dass der Umsatz erwirtschaftet. Denn sonst nützt der beste Mietvertrag mit langfristiger Bindung nichts, wenn der Händler einfach nicht mehr in der Lage ist, seine Miete zu bezahlen. Es gibt im Umland von Berlin sehr viele Beispiele, wie es die vielen Einkaufscenter verstehen, durch aufeinander abgestimmtes Marketing Kundschaft anzuziehen. Aber dem berühmten nackten Mann kann man auch dann nicht in die Tasche fassen, wenn er vetraglich verpflichtet ist, Zahlungen zu leisten.
So sind letztlich im Projekt Arminiushalle alle Beteiligten gefragt. D.h. in erster Linie die Behörden der Stadt Berlin, der zukünftige Betreiber und Hersteller von Manufakturwaren, die dort ggf. ihre Produkte anbieten wollen. Nur wenn es gelingt, hier eine faire und nachhaltige Partnerschaft zu entwickeln, wird das Projekt Sinn und vor allem Erfolg haben.
Wenn es aber dazu führt, dass der eine dem anderen eine Fläche X vermietet, damit der andere wiederum jemanden finden muss, damit er vermieten kann, dann steht der Erfolg des Projektes in den Sternen, weil allein dann die Frage der ganzheitlichen Vermarktung der Arminiushalle und die Frage des Parkraumes unbeantwortet bleibt.
In angesicht wachsender Kriminalität in Berlins öffentlichem Nahverkehr wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Käufer einer hochwertigen Petroleumlampe diese nicht mit dem ÖPNV nach Hause transportieren wollen.

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