Deutschland gegen Ronaldo und Robben

Deutschland gegen Ronaldo und Robben

Durchatmen bei denen, die Deutschland aus dem Weg gegangen sind, Respekt bei den Gegnern und Schadenfreude bei den Österreichern. «Deutschland hat es einmal schwer», titelt die Zeitung Der Standard und nimmt damit Bezug auf das angebliche Losglück der Deutschen. Mit den Niederlanden, Portugal und Dänemark als Gruppengegnern bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine kann davon wirklich nicht die Rede sein.

«Das ist die härteste Gruppe. Holland und Deutschland sind neben Spanien die Favoriten auf den Titel», urteilt das spanische Fachblatt Marca. Englands Nationaltrainer Fabio Capello gestand der Sun, dass er bange Minuten durchgestanden habe, als der letzte Teilnehmer für die Gruppe B gesucht wurde. Neben Deutschland war nur noch England und Italien im Topf: «Das Warten war schrecklich, weil Gruppe B wirklich sehr stark ist».

Portugiesische Medien sprechen von einer Todesgruppe. Doch Bundestrainer Joachim Löw lässt das unbeeindruckt. «Ich freue mich auf das Turnier. Wenn man gleich gegen Portugal, Holland und Dänemark anfängt, weiß man, dass alle vom ersten Tag an voll fokussiert sind. Ich glaube, dass die EM insgesamt ein Hammerturnier wird.» Damit spricht er wohl jedem Fußballfan aus der Seele.

Vorbei sind die Zeiten, als Deutschland wie 2000 und 2004 Angst vor starken Mannschaften haben musste. Längst gilt, je besser, je lieber. Bei der WM 2010 in Südafrika machte Deutschland gegen starke Mannschaften seine besten Spiele, schlug Argentinien 4:0 und England 4:1. «Wir können uns auf interessante Duelle freuen», sagt Löw: «Portugal spielt offensiven Fußball, Dänemark auch. Das wird attraktiv.» Die Niederlande sowieso.

Starensembles aus Portugal und Holland

Damit kommt es zum Duell mit einigen der weltbesten Fußballern. Gleich im ersten Spiel kann sich Mesut Özil mit seinem Teamkollegen bei Real Madrid Cristiano Ronaldo messen. Auch Nani von Manchester United ist ein überragender Fußballer. Dazu kommen Pepe und Fábio Coentrão, den im Sommer halb Europa verpflichten wollte. An Optimismus mangelt es nicht. «Wir spielen 270 Minuten auf Augenhöhe», verspricht Trainer Paulo Bento in der Fußballzeitschrift A Bola. Rekordnationalspieler Luis Figo tönt gar: «Portugal kann die EM gewinnen».

Dafür braucht es aber wohl mehr als einen Cristiano Ronaldo. Die Niederlande sind als Team weitaus besser und haben ebenfalls herausragende Individualisten. «Jeder von uns kann einschätzen, dass Holland in Hamburg unter Wert geschlagen wurde», sagt Löw. Bei der 0:3-Blamage der Holländer fehlten etwa Arjen Robben und Robin van Persie. Das Offensivpotenzial ist nach wie vor gigantisch. Mit einem Torverhältnis von 37:8 schloss der Europameister von 1988 die Qualifikation für die EM ab.

Die ganz großen Stars fehlen nur Dänemark. «Sie leben von einem guten Kollektiv und einer guten Organisation, sind wahnsinnig diszipliniert», stellt Löw fest. «Danish Dynamite» war für die deutsche Nationalmannschaft bei großen Turnieren in der Vergangenheit immer ein rotes Tuch. Vor knapp 20 Jahren gewann der kleine Nachbarstaat gegen Deutschland das EM-Finale von 1992 mit 2:0 und wurde in Göteborg überraschend Europameister.

Am größten wären die Chancen allerdings, wenn Niederlande, Portugal und Dänemark eine gemeinsame Mannschaft bilden würden: So müssten sie spielen: Maarten Stekelenburg (AS Rom) – Gregory van der Wiel (Ajax Amsterdam), Pepe (Real Madrid), Fábio Coentrão (Real Madrid) – Mark van Bommel (AC Mailand), William Kvist (VfB Stuttgart) – Nani (Manchester United), Wesley Sneijder (Inter Mailand), Arjen Robben (Bayern München) – Cristiano Ronaldo, Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke).

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Fußball-EM – Deutschland gegen Ronaldo und Robben