Der VEMMA Report – Teil 2

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Verkauf und Marketing

Ok, In den oberen Absätzen haben wir zunächst einmal feststellen können, dass die Produkte aus dem Hause VEMMA Nahrungsergänzungsmittel sind, welche von Ernährungsexperten nicht empfohlen werden, und nur mit medizinischen Beistand eingenommen werden sollten. Jedoch suggeriert das Marketing dass die Einnahme bedenkenlos sei. Vor allem das Produkt Verve wird als Energy-Drink gepriesen, obwohl es rechtlich ein Nahrungsergänzungsmittel ist, und die Einnahme auch hier bedenklich ist. Besonders die Verkaufsstruktur ist besonders irreführend, und am Rande der Legalität, wenn diese teilweise nicht bereits schon überschritten wurde.

Die Struktur des Unternehmens sieht offiziell einen Direktvertrieb vor. Jedoch geschieht dieser, wie bereits oben angesprochen, im Pyramiden-System. Für diesen Bericht habe ich mir einen ehemaligen Vertriebspartner angeln können, welcher bereit war ein Interview zu führen.

Wie wird man eigentlich Vertriebspartner bei VEMMA?

Zum einen gibt es Verkaufsparty’s wo man von Freunden darauf angesprochen wird. Es gibt auch auch, und da war ich dabei, die Unternehmenspräsentationen. Man kann dies mit den bekannten „Kaffeefahrten“ vergleichen. Man kommt in einen Raum, wo einige Interessierte und Großteiles junge Menschen sind.

Wie laufen diese Präsentationen ab?

Es wird einem der Mund wässrig geredet. Man wird dazu animiert „Sein eigener Chef“ zu sein. Es werden mit Geschänke um sich geworfen, und vor allem die jungen Teilnehmer mit zum Beispiel einem BMW als Dienstfahrzeug animiert in das Geschäft einzusteigen.

Ein BMW als Dienstfahrzeug ist doch nicht schlecht

Stimmt, aber man muss folgendes dabei bedenken. In Wirklichkeit ist dieser BMW ein Leasingfahrzeug. Die Raten werden von VEMMA-Partnern übernommen. Der BMW hat über 200 PS, und die Versicherung muss man selbst organisieren und bezahlen, sowie natürlich auch den Sprit. Die Raten werden auch nur solange übernommen solange der Umsatz stimmt. Um überhaupt einen BMW zu bekommen, muss man monatlich mindestens € 25.000,– Umsatz erzielen. Darunter darf man nicht fallen, da man ansonsten die Raten selbst übernehmen muss.

Wie steigt man in das Geschäft ein? Was muss man machen?

Für die Geschäftseröffnung muss man erst einmal 465,– auf den Tisch legen. Zusätzlich  muss man monatlich 165,– Mitgliedsbeitrag zahlen. Es gibt die Möglichkeit dass man keinen Mitgliedsbeitrag mehr zahlt, aber dafür müssen monatlich mindestens 3 Kunden aktiv einkaufen und zahlen. Wenn meine Kunden zum Beispiel das Paket bei der Post nicht abholten, wurde der Betrag von meinem Konto abgebucht., bzw mit meinem Umsatz gegengerechnet.

Aber durch eine Mitgliedschaft wird man ja noch kein Verkäufer. Wer übernimmt Versicherung und Steuern?

Dies muss jeder für sich selbst machen. Es wird einem bei der Präsentation die Geschäftseröffnung so vermittelt, das eine Mitgliedschaft ausreichend ist. Es wird bewusst darauf verzichtet dass man sich auch behördlich melden muss, und Versicherungen und Steuern zu zahlen hat.

Ja aber das ist dann doch Schwarzarbeit?

Stimmt genau. Jedoch wird hier auf die Dummheit der jungen Leute vertraut. Man muss sich diese Präsentation wie eine Gehirnwäsche vorstellen. Man bekommt nur gesagt, wie cool es denn sei sein eigener Chef zu sein, und wie cool es ist einen BMW mit 200 PS zu fahren. Das man hier auf einige Rechtliche Dinge achten muss wird bewusst verschwiegen. Und wenn das Finanzamt drauf kommt, haben die Kleinen, die in dieser Pyramide ganz unten sind, große Probleme. Die meisten sind beim AMS gemeldet und beziehen Arbeitslosengeld, und die Sozialversicherung übernimmt natürlich auch der Staat. Bis der Staat halt mal drauf kommt, dass er oder sie aktiv im Verkauf tätig ist. In diesen Präsentationen sitzen sogar Teenager welche um die 15 oder 16 Jahre alt sind. Auch sie werden motiviert Verkäufer zu werden.

Was wird einem überhaupt über das Produkt gesagt?

Eigentlich fast gar nichts. Man bekommt Kostproben, wo man sich vom Geschmack überzeugen lassen kann. Über den Inhalt wird im Grunde auch nichts gesagt. Es wird dort als ein Inn-Getränk angepriesen. Vor allem Jugendliche sind die Zielgruppe von VEMMA. Es sollte bei jeder Gelegenheit getrunken werden. Egal ob beim Sport oder auf der Party. Auch soll es wie zB Red Bull mit Wodka, Rum oder Whiskey vermischt werden. Dies wird denen auch als Verkaufsfördernde Maßnahme vermitteln.

Wird auf die gesundheitliche Wirkung aufmerksam gemacht?

Jein! Es wird vermittelt als ein Energie-Drink mit Zusatzeffekten.

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Aber es wird zumindest auf den medizinisch möglichen Nebenwirkungen aufmerksam gemacht?

Nein, in keinster Weise. Nachfragen, sofern überhaupt welche getätigt werden, werden teilweise gar nicht beantwortet, oder es wird darauf gepocht, dass diese Getränke gesund sind, und man sowieso nie zu wenig Vitamine und Mineralstoffe haben kann. VEMMA spielt mit der Dummheit der Jugend, die der Kunden, und auch mit der Gesundheit seiner Kunden. Auf Partys wo zum Beispiel ein Partygast zu viel Verve getrunken hat, kippte um und musste ins Krankhaus gebracht werden. Wird jedoch totgeschwiegen, oder auf ein zu viel Alkohol verwiesen.

Conclusio zu VEMMA

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass hier wieder die „kleinen Fisch“, also Verbraucher, die Leidtragenden sind. Ein Unternehmen bewirb sein Produkt als etwas was es nicht ist, mit einem Fernost-Mediziner ohne Anerkennung durch die westliche Medizin. Verkäufer werden von Wiederverkäufern „gezüchtet“. Jugendliche werden animiert Chef zu sein, jedoch nicht darauf hinzuweisen, welche Rechtslage es zu beachten gilt.

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Der VEMMA Report – Teil 2 Peter Ladinig

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