Der unlösbare Knoten

Der unlösbare Knoten

„Der Beste von euch ist derjenige, der seine Frau am Besten behandelt und ich behandle meine Frau am besten.“ (Prophet Muhammed (s)). Wahrlich hat Allah unseren Propheten nicht von den Engeln, sondern von den Menschen ausgesucht und ihn für uns ein Vorbild gemacht. Wir können somit nicht behaupten, dass sein Verhalten für uns Menschen nicht nachzumachen sei, da wir nicht derselben Art angehören.

Genauer gesagt möchte ich damit sagen, wenn unser Prophet selber ein Mensch war und das Glück mit Allahs Hilfe in seiner Familie aufgebaut hat, dann müssen wir Menschen mit seinen Überlieferungen und Nasihas es auch schaffen. Die Ratschläge des Propheten basieren nämlich auf die eigene Praxis und sind daher „getestet und genehmigt“.

Manchmal nehmen wir ein Psychologie-Buch zur Hand und lesen uns die aufgelisteten Ratschläge durch, egal ob Eheprobleme oder über Kinderpsychologie, was auch immer. Das Erste was mir im Kopf aufleuchtet, ist die Frage, wie denn das eigene Leben der Autoren dieser Bücher aussieht. Bei so viel nützlichem Wissen und verschiedenen Lösungsvorschlägen müssten diese doch das Paradies im Diesseits gefunden haben oder nicht? Die Antwort lautet immer „Nein überhaupt nicht!“

Sie haben zwar für alles gute Ratschläge, sind aber selbst in der Sackgasse. Theorie und Praxis sind nämlich zwei verschiedene Welten im eigenen Leben… Ein Blick auf das Eheleben unseres Propheten Muhammed (s) wird uns daher faszinieren und dank der Transparenz seines Lebens, können wir seine Lebensart bis ins kleinste Detail analysieren.

Im Alter von 25 Jahren schloss er seine erste Ehe ab. Hatice (oder auch Khadija), seine erste Frau, die viel älter war als er, verliebte sich in seinen wundervollen Charakter, sein gerechtes Handeln als Handelsmann, seine Klugheit und Aufrichtigkeit, seine unglaubliche Schönheit, seine perfekte Verhaltensweise gegenüber anderen und sein respektvolles Benehmen in allen Angelegenheiten. Ihre Ehe dauerte so 25 Jahre und endete wegen dem Tod von Hatice. Muhammed (s) war solch ein perfekter, liebevoller, barmherziger, treuer, gerechter und verantwortungsbewusster Ehemann, sodass der erste Mensch, der sein Prophetentum bezeugte, Hatice war. Als Engel Gabriel zu Muhammed (s) kam und die erste Botschaft brachte „Lies im Namen deines Herren!“ und er mit Angst und Schrecken nach Hause angerannt kam und Hatice bat, ihn mit einer Decke zuzudecken und er Hatice den Vorfall erzählte, war für sie eines ganz klar! Er, Muhammed (s), war der auserwählte Prophet, denn kein Mensch außer ihm, war so hilfsbereit, verantwortungsbewusst, gerecht und großzügig wie El-Emin Muhammed (der Vertrauenswürdige Muhammed). So war Hatice, seine Frau, die erste Muslima, denn sie kannte ihn am Besten.

Die enge Verbundenheit beider diente ihnen als Trost gegen die unerträglichen Demütigungen und Misshandlungen durch die Ungläubigen in den ersten Jahren der Offenbarung, als die Anzahl der Muslime nicht mehr war, als ein Dutzend. So beobachten wir, dass die Liebe des Propheten zu Hatice auch nach ihrem Tod nie endete und in seinem Herzen immer frisch und lebendig blieb.

Die Eheschließungen unseres Propheten mit mehreren Frauen nach dem Tod von Hatice verbergen entweder einen politischen oder gesellschaftlichen Grund zugunsten des Islam. Er hat sich dabei für die vollkommene Gleichheit gegenüber allen seiner Frauen verpflichtet und wie Thomas Carlyle in seinem Buch „die Helden“ erläutert, war Muhammed kein enger Bruder der Gelüste und Triebe, auch wenn ihm das ungerechter und feindlicher weise vorgeworfen wird. Dass seine Frauen außer Aischa, alle verwitwet und keine Jungfrauen waren und auch nicht als besonders hübsch oder jung galten, erklärt die Sache von selbst.

Die Frau in der arabischen Gesellschaft gewann mit dem Islam eine unglaubliche Stellung. Sie kam quasi von ganz unten nach ganz oben und diese Reform machte unser Prophet mit seinen Worten und mit seiner Haltung gegenüber seinen Frauen, die von allen mit verwirrten Blicken beobachtet wurde. Die Passagen aus dem Eheleben unseres Propheten sind deswegen ein herzhaftes Vorbild für uns. Hier ein Beispiel für seine ständige Heiterkeit, die die Herzen seiner Frauen erfreute…

Als der Prophet mit Aischa noch frisch verheiratet war, läuft er mit ihr um die Wette. Da Aischa noch sehr jung ist, gewinnt sie das Rennen. Ein anderes Mal nachdem sie älter geworden und nicht mehr in Form ist, schlägt er vor, wieder um die Wette zu rennen und diesmal siegt der Prophet und sagt zu ihr: „Dies gleicht das Vorige aus.“

Kein anderer Ehemann war und ist so liebenswürdig und zärtlich, wie er. Der Prophet erklärt den Gläubigen, dass jedes Vermögen, welches man für den Unterhalt der Familie ausgibt, gleich dem Lohn einer Sadaqa (Almosen) bewertet wird, selbst das Brotstück, das man in den Mund der Ehefrau tut. Welch eine liebevolle Behandlung ist es, seiner Frau ein Brotstück in den Mund zu tun im Sinne eines Gebetes.

Er (s) sah auch keine Probleme darin, seinen Frauen seine Liebe zu zeigen und sie zu schätzen. Als eines Tages Aischa unseren Propheten fragte wie seine Liebe zu ihr ist, antwortete er: „Wie der unlösbare Knoten in einem Seil.“ Die Antwort machte Aischa natürlich die glücklichste Frau der Welt, deswegen stellte sie an den Propheten von Zeit zu Zeit die weitere Frage „Wie geht es denn dem Knoten?“ und bekam jedes Mal die Antwort „Er ist im selben Zustand, ohne Veränderung.“

Wie glücklich dieser Satz eine Frau machen kann, können wir Frauen uns sicherlich vorstellen. Unser Prophet sah es nicht als unnötig an, seine Liebe nochmals in Worte zu fassen und so modellhaft wie er für uns Muslime ist, müssen wir uns hieraus ein Beispiel nehmen.

Keine Frau wurde in ihrer Ehe in solcher gütigen vollkommenen Weise behandelt, wie vom Propheten (s). Er war ein Prophet und zugleich ein Mensch, diente Allah, wie kein anderer, fand jedoch immer Zeit für seine Frauen, denn Allah lehrte ihm, dass nicht nur das Gebet und das Fasten als Gottesdienst gelten, sondern auch die Zuneigung und Beschäftigung mit der Familie.

Er (s) zeigte die schönsten Seiten des ehelichen Lebens und machte sein Familienleben zum Paradies. Wollen wir denn nicht alle schon in dieser Welt das Paradies finden? Doch wie das zu schaffen ist und warum unser Prophet es geschafft hat, verrät uns seine Frau Aischa: „Die Moral des Propheten war der Quran“ (Allah Segen und Frieden auf ihm)…


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