Der Überwachungsstaat

Da ich in letzter viel draußen unterwegs bin und durch unsere Umgebung jogge (wegen Marathon), ist mir wieder einmal eine Besonderheit aufgefallen.

Der Überwachungsstaat

Wachmann vor der Bank of China

Wachleute gibt es in China sehr viele. Das mag daran liegen, dass es 1,3 Milliarden Chinesen gibt, die alle sich ernähren wollen und somit genauso viele Jobs brauchen. Es könnte aber auch daran liegen, dass die Menschen ein gesteigertes Bedürfniss nach gefühlter Sicherheit haben. Man bekommt hier jeden Tag viele verschiedene Uniformen zu sehen. Man sieht Verkäufer in Uniformen, Polizisten, Soldaten, Kellner, Schüler, Kosmetikerinnen, Gärtner und Putzfrauen. Alle haben eine Art von Uniformen an.
Die Wachleute sind meistens schmaechtige, nette Kerle aus der Provinz. Jeden Tag gibt es für sie irgendeine Ausbildung (Kungfu, Marschieren, Rumschreien…). Wir bestaunen das jeden Tag bei uns im Wohnkomplex.Man könnte fast vermuten, dass sie Soldaten sind. Der ÜberwachungsstaatManchmal dürfen sie sogar Schlagstöcke und Helme tragen, durch die sie aber nicht wesentlich bedrohlicher aussehen. Seit einer Reihe von quer über China verteilten, voneinander unabhängigen Amokläufen, in Kindergärten und Schulen, tragen sie an solchen Einrichtungen teilweise auch schusssichere Westen. Die Wachleute finden an vielen Orten ihre Jobs, und meistens sitzen sie an Tür und Tor. Wohnblocks, sowie Schulen und Unis sind ummauert und überall von Kameras bewacht. An den Eingangstoren trifft man auf die Wachleute, manchmal auf einen, manchmal auf mehrere. Die Männer mit den Uniformen kriegen also immer mit, wer wann von einer Feier heimkommt, und ob die Person noch geradeaus laufen kann. Auch wer zu spät zur Arbeit kommt, wissen sie. Vielleicht führen sie sogar Buch, und ihre Aufzeichnungen stossen bei anderen Stellen auf reges Interesse. Das Gehalt der Wächter dürfte sie wohl nicht gegen Bestechungsversuche immun machen, und auch ist nicht unbekannt, dass sich die Herren, vorzugsweise während der Nachtschicht, ein Schläfchen gönnen. Der Überwachungsstaat
Unterhält man sich mit ihnen, stellt man fest, dass die Wachleute meist sehr aufgeschlossene, freundliche Leute sind, die sich über einen netten Plausch freuen, wenn gerade nicht viel los ist. In der Regel werden sie von den meisten Leuten, die sie bezahlen, wie zum Beispiel den Bewohnern der Blocks, ignoriert. Dies kann dazu führen, dass einige von ihnen, einen Moment im Rampenlicht genießen, und dafür kurze Momente, in denen ihr Job von zentraler Wichtigkeit erscheint, umso mehr herausstellen. So kann es passieren wie bei uns eines morgens, dass sie Steffi die Ausfahrt verweigern, weil sie ihre Karte vergessen hatte, obwohl sie einen schon seit Monaten jeden morgen zur Vorlesung, oder jeden Abend nach Hause kommen sehen. Nach einer Strafgebühr von 10 Yuan (ca. 1€) kam sie dann doch raus. Auch müssen Sie sich immer sehr wichtig aufführen. Fu und ich wollten auf unserem Feld Badminton spielen. Nein das geht jetzt nicht, wir müssen hier trainieren, sagte einer der Ranghöheren. Ja hier is doch soviel Platz, ihr könnt doch auch 20m weiter links eure Kampfübungen machen und wir auf dem BADMINTONFELD mit Netz spielen?!  Nein geht nicht, trainieren geht nur hier. 2 Stunden später saßen sie immer noch an gleicher Stelle rum und haben in der Mittagssonne gedöst. Ja es geht nicht :(
Themawechsel: Der Überwachungsstaat China kontrolliert mit mehr als 2,7 Millionen Kameras seine Bürger. Der ÜberwachungsstaatDie Objektive wachen nicht nur über Ministerien, Flugplätzen oder Bahnhöfen. Sie sind in Banken, Klassenräumen oder Krankenhäusern installiert, selbst in unserem Fahrstuhl. „Big brother is watching you“ gibt es in China immer mehr. Die über Leitzentralen vernetzte Hightech-Kontrolle Chinas passt zur mobilen Gesellschaft mit ihren Hunderten Millionen Pendlern und Wanderarbeitern. China hatte früher für den gleichen Zweck Heere menschlicher Aufpasser mobilisiert, von Blockwarten bis zu den alten Frauen der Nachbarschaftskomitees mit ihren roten Armbändern, die in den Gassen saßen und aufpassten. Bei den letzten nationalen Hochschul-Aufnahmeprüfungen im Juni, als zehn Millionen Hochschüler zugleich ihre Tests schreiben mussten, (dazu später mehr) waren erstmals an 60.000 Prüfungsplätzen Kameras installiert. Ihre Aufnahmen speicherten die Behörden digital, um im Zweifelsfall noch Wochen später nachprüfen zu können, ob während der Prüfung gespickt wurde.
Es gibt Chefs die beobachten von daheim aus dem Fernsehsessel ihre Angestellten. Direktoren wachen über ihre Lehrer, die Kamera hängt ja gleich über der Tafel. STASI – Verhältnisse kann ich dazu nur sagen und man kann nie wissen, wer über einem wohnt und wie im Film „Das Leben der Anderen“ einen ausspioniert…



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