Der Rücktritt des "Verräters"...

Seit einer Dekade schon führt Deutschland verfassungs- und völkerrechtswidrige Kriege. Mit dem Überfall auf Jugoslawien fing es an (noch heute ist das Kosovo entgegen dem Völkerrecht formal für unabhängig erklärt und faktisch von deutschen Truppen besetzt), mit Afghanistan ging es weiter, vorgeblich gegen einen imaginären Feind, "internationaler Terrorismus" genannt, gegen den man nach dem Diktat der Hegemonialmacht USA Krieg zu führen habe. Die deutsche Regierung tut bis bis heute schwer mit dem Wort Krieg, es wurde erst in den letzten Monaten in den Sprachgebrauch eingeführt. Bis dahin haben deutsche Soldaten in Afghanistan in Rahmen humaniätärer Aufbauhilfe Menschen erschossen und tot gebombt/bomben lassen. Und sich selbst erschießen lassen - in einem langen, nie erklärten Krieg.
Horst Köhler hat als erster öffentlich gesagt, dass Kriege etwas mit wirtschaftlichen Interessen zu tun haben - das machte ihn zum Verräter.
Dass die Bundeswehr durch ihre Präsenz im Kosovo und in Afghanistan der US-Armee den Rücken freihält für ihren Krieg im Irak, dass es weder den Terror noch den Krieg gegen den Terror gäbe, ginge es nicht um pure Machtinteressen der westlichen Ölindustrie im Mittleren Osten, das weiß eigentlich jeder. Schön den ersten Irakkrieg unter Bush senior hätte es nicht gegeben, würde Kuweit Apfelsinen und nicht Öl exportieren.
Und dann sagte Horst Köhler kürzlich anlässlich seines Besuches in Afghanistan aus Versehen die Wahrheit, wurde zum Verräter:
"Meine Einschätzung ist, dass wir auf dem Wege sind zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch dieser Außenhandelsabhängigkeit wissen muss, dass im Zweifel ein militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren.“
Da schrien sie auf, die Krieger in Deutschland: Die SPD und die Grünen, die die Bundeswehr los geschickt hatten, um endlich wieder mit der Waffe in der Hand die Welt zu beglücken. Und CDU/CSU/FDP, die mit dieser Politik munter weiter machen.
Wirtschaftliche Interessen? Was hatte der Bundespräsident da bloß ausgeplaudert. Bestimmt alles nur ein Missverständnis. Dumm nur, dass das Volk verstanden hatte.
Da gab es nur noch eine Lösung. Dieser Bundespräsident musste weg. Und weil man einen Bundespräsidenten nicht einfach abwählen kann, musste man ihn weg mobben. Nun ist er weg.
Mitleid muss man nicht haben. Der Mann bekommt sein Gehalt von gut 200 000 Euro jährlich, nebst Chauffeur, Büro und Sekretärin bis zu seinem seligen Ende weiter - und er war ja schließlich kein Friedenskämpfer, sondern durchaus für Wirtschaftskriege. Sein Fehler war nur, es offen zu sagen - und für so viel Naivität gebührt ihm eher Spott als Mitleid...


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