Der neue Thriller von Stephenie Meyer: The Chemist Rezension

Der neue Thriller von Stephenie Meyer: The Chemist Rezension
Als ich gesehen habe, dass Stephenie Meyer ein neues Buch rausgebracht hat, war ich zunächst skeptisch. Als 14jährige habe ich die Twilight-Bücher geliebt. Der dritte Band ist sogar das erste Buch, das ich auf Englisch gelesen habe, weil ich nicht auf den Erscheinungstermin der deutschen Version warten wollte. Nun, knapp zehn Jahre später kann ich mit Twilight nichts mehr anfangen. Zu kitschig, rollenklischeebehaftet und simpel gestrickt ist mir die Geschichte geworden. Meyers neues Werk hingegen soll ganz anders sein. Kein Jugend-Fantasybuch, sondern dieses mal ein ernsthafter Thriller. Während ich noch überlegt habe, ob ich mir das Buch denn nun aus reiner Neugierde kaufen soll oder lieber nicht, hat meine Mutter die Chance ergriffen und es mir geschenkt. Daher bekommt ihr heute meine Rezension.

Worum geht es?

Auf den ersten Blick könnte der Plot wirklich nicht anders als die kitschige Vampirliebesgeschichte, die hinter Twilight steckt sein. Juliana Fortis, die im Laufe des Buches mit verschiedenen Namen angesprochen wird, war Folterspezialistin bei einer Spezialeinheit der CIA. Zumindest solange, bis ihre Vorgesetzten beschlossen haben, dass sie zu viel weiß und deshalb verschwinden muss. Seitdem ist sie auf der Flucht, hat drei Mordanschläge überlebt und ist immer auf der Hut. Sie schläft in der Badewanne mit einer Gasmaske im Gesicht, damit sie vor ihren eigenen Fallen geschützt ist. Alles ändert sich, als sie von ihrem ehemaligen Arbeitgeber kontaktiert und gebeten wird, einen besonders schweren Fall zu lösen. Doch kann sie den Menschen, die sie jahrelang töten wollten wirklich trauen oder ist am Ende alles anders, als es scheint? Fest steht jedenfalls, dass sie nach dieser schicksalhaften Mail nicht mehr nur für ihr eigenes Leben verantwortlich sein wird.
Der neue Thriller von Stephenie Meyer: The Chemist Rezension

Wie hat es mir gefallen?

Tja, hier bin ich wirklich hin- und hergerissen. Stellenweise hat mich die Geschichte wirklich gepackt und ich habe gerne weitergelesen. Oftmals hatte ich aber auch Phasen, in denen ich einfach keine Motivation mehr hatte. Vor allem der Anfang hat sich sehr gezogen. Insgesamt habe ich tatsächlich ein paar Monate gebraucht, um das Buch zu beenden. Kommen wir aber erst Mal zu den Punkten, die mir gut gefallen haben: Mit Juliana Fortis wollte Stephenie Meyer eine starke weibliche Protagonistin schaffen und das ist ihr definitiv gelungen. Juliana schlägt sich mit Köpfchen durch und ist beinahe wie ein Superheld jeder Situation gewachsen. Die wissenschaftliche Herangehensweise hat mir dabei sehr gut gefallen. Soweit ich das beurteilen kann, hat Meyer für den Thriller ziemlich gut recherchiert. Das ist zum einen faszinierend, zum anderen führt es jedoch dazu, dass es oft recht lange und detaillierte Beschreibungen einzelner Chemikalien gibt. Nicht gerade ein Spannungsbringer und somit einer der Gründe, warum mir das Lesen an einigen Stellen so schwer gefallen ist.
Ein weiterer negativer Punkt liegt in der Liebesgeschichte. Was Liebesgeschichten in Thrillern angeht, bin ich ohnehin ziemlich kritisch. Wenn sie sich dann in kitschiger Twilight-Manier über das halbe Buch erstrecken, bin ich davon doch eher abgeschreckt. Okay, ganz so schlimm ist es vielleicht nicht. Mit Twilight kann das Buch was den Romantik-Faktor angeht definitiv nicht mithalten. Es ist eher mit Thrillern von Karen Rose (falls euch die was sagen) zu vergleichen. Aber auch da haben mich die Liebeleien der Protagonisten stets genervt. Wer auf sowas steht, der wird mit The Chemist aber auf jeden Fall etwas anfangen können. Insgesamt lohnt es sich also durchaus, einmal einen Blick ins Buch zu werfen. Wenn man die ersten 100 Seiten überstanden hat, wird es nämlich durchaus spannend. 

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