Der Kaffeetest - Teil 1: die Hardware

Also, Jacobs-Tassimo-Kaffeetester bin ich ja jetzt und wahrscheinlich einfach die falsche Person, um so etwas zu testen. Und getestet habe ich. Ich wollte schon immer mal einen Testbericht schreiben, daher schreibe ich jetzt in aller Ausführlichkeit, was ich von diesem Superduperwundergerät halte. Ich in mir nicht so ganz sicher, ob das im Sinne des Erfinders war oder ob die einfach nur Leute gesucht haben, die marketingwirksam von dem Gerät schwärmen? Whatever. Bitte beim folgenden Bericht nicht so auf die Qualität der Photos achten, ich habe mir erstens keine Mühe gegeben und zweitens kann ich es ja nicht mehr, schrieb ich schon.
Am Freitag kam der Trumm von einem Paket an. Eine Maschine, drei verschiedene Kaffeesorten: ganz normaler Kaffee, Café Crema und Latte Macchiato.
Der Kaffeetest - Teil 1: die HardwareHinter dieser vielen Verpackung versteckte sich in dem großen Karton - logisch - das Superduperwunderkaffeezubereitungsgerät, im Folgenden Kaffeemaschine genannt. Der erste Eindruck war: ja, ist Plastik. Außenrum, innendrin, faßte sich billig an. Die kostet übrigens, ich habe es gerade nachgeschaut und bin fast hintenüber gekippt, beim bekannten Versandhaus, das ehemals Bücher versandt hat und jetzt ein Trödelladen für alles Mögliche ist, 119 Euronen. Hundertneunzehn, muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Ausgepackt, Gebrauchsanleitung studiert - das muß man, sonst findet man das Entkalkerdings nicht, mit dem man die Maschine vor Betriebsbeginn erst mal reinigen muß oder so. Spannung pur. Ich habe das erste Folienpaket aufgemacht und finde...zwei kleine Pappschächtelchen. Clever, denn es könnte ja Luft an den Kaffee kommen und den verderben. Falsch gedacht, denn als ich die eine Pappschachtel aufmache, finde ich ein...
Der Kaffeetest - Teil 1: die HardwarePlastikdings, das ja gar nicht verderben kann. Plastikdings heißt es nicht, nach einem weiteren Blick in die Gebrauchsanleitung lerne ich, daß das Ding "T-Disk" genannt wird, was schöner ist. Man muß dem Kind ja schließlich einen werbewirksamen Namen geben. Plastikdings hört sich eindeutig nicht so superduperprofessionell an wie T-Diskkkkk...ich höre das Zusch beim Ausklingen des Wortes, futuristisch, zukunftsorientiert, dynamisch, jung. Sogar einen Barcode hat die T-Diskkkkk, unglaublich, was man sich heute einfallen läßt. Ich meine: Kaffee kochen mit Barcode?!  Unsere Zukunft, strahlend dämmert sie herauf und ich sehe, ich SEHE...Plastikberge.
Aber genug der Abweichung, zurück zum Thema. man legt das Dingen, Verzeihung, die T-Disk, ein...
Der Kaffeetest - Teil 1: die Hardware...macht die Maschine zu, drückt aufs Knöpfchen und kriegt ein Tässchen Kaffee. Logisch, heißt ja auch Tassimo.
Der Kaffeetest - Teil 1: die Hardware
Der Kaffeetest - Teil 1: die HardwareEs ist ein kleines Tässchen, stellt man einen kleinen Pott rein, sieht das Ganze schon nicht mehr so vielversprechend aus:
Der Kaffeetest - Teil 1: die HardwareHalb leer. Sind aber auch 250 ml; die Portion einer T-Disk ist für eine 125 ml-Tasse, sprich: Kaffeetasse gedacht, die ich so nie benutze. daher auch die Schwierigkeiten, eine kleine Tasse bei mir zu finden, ich trinke nämlich aus Riesenbechern.
Die Sorte Café Crema sieht genau so aus, nur mit mehr Schaum, ich habe mir daher erspart, das auch abzulichten. Bei der Latte Macchiato wird es interessant. Das Paket ist viel viel größer als die anderen und enthält, man glaubt es kaum!, Milchpöttchen und Espresso, beides zum Einlegen. Bei den Milchpöttchen handelt es sich, so schmeckt es jedenfalls, um Kondensmilch, die mit Wasser wieder gestreckt wird und aufgeschäumt wird. So ganz ausgereift ist das nicht, denn zwei sind mir schon in der Packung ausgelaufen und eine...naja, vielleicht bin ich zu blöd, die einzulegen oder die war schief oder so. Macht nichts, so kann ich einen großen Vorteil der Kaffeemaschine erwähnen: es läßt sich leicht saubermachen.
Der Kaffeetest - Teil 1: die HardwareDer Kaffeetest - Teil 1: die Hardware
Erst kommt die, ähhh..., Milch rein, dann der Espresso. Und am Ende kommt da Latte Macchiato raus, die wie im Café aussieht. Man muß sich jetzt nur die Pfütze wegdenken und den Kaffee dazu denken. Das Foto habe ich jetzt einfach in den zweiten Teil des Testes eingefügt.
Tolles Gerät. Zu erwähnen ist auch die Geschwindigkeit, mit der das Ganze fertig wird. Ein normaler Kaffee ist in 0,nix, so ca. 30 Sekunden oder so fertig. Der Macchiato braucht länger, einfach weil man den Vorgang doppelt machen muß. Perfekt für den berufstätigen Single, der morgens zu dösig ist und es zu eilig hat, sich lange Kaffee zu machen.
Und damit wäre der Teil 1 des Testberichtes beendet.
Mein Fazit: ich bin wahnsinnig beeindruckt von den Müllbergen, die bei der Zubereitung eines Kaffees entstehen. Das nennt man Fort.schritt! Die Zubereitung von Kaffee hier im Hause Ex-DownUnder funktioniert normalerweise so, daß wir den Kaffee in einen Kaffeebereiter füllen, sprich: Kanne mit Sieb zum Herunterpressen. Sehr primitiv, denn dabei entsteht eine minimale Menge Müll, nämlich die Kaffeeverpackung selber. Das ist nicht mehr aktuell und geht völlig am Trend der Zeit vorbei.
Müllvermeidung war gestern, wir hauen jetzt wieder in die Vollen, denn man kann es ja recyclen. So oder so ähnlich schien das Motto derjenigen gewesen zu sein, die dieses Wunderwerk an Kaffeemaschine erfunden haben. Oder generell dieses merkwürdige System der einzelnen Portionierungen: ich kann ja noch irgendwie mit Pads leben, auch wenn Zellstoff in der Herstellung und der Menge nicht so ganz unproblematisch ist. Aber das hier...? Ich wußte wirklich nicht, daß es sich bei diesen Dingern hier um einen Haufen Plastikmüll mit ein bißchen Kaffee drin handelt, sonst hätte ich mich gar nicht erst beworben. In Down Under gibt es so etwas gar nicht, daher bin ich nicht auf dem Laufenden.
Im Grunde ist es eine total bescheuerte Idee: das ganze System und ich als dessen Kaffeetester - da nämlich alle, d.h. die restlichen Tester auf der Website, das Ganze so superdupertoll finden, kann mit mir ja was nicht stimmen?
P.S.: Wer Ironie findet, darf sie behalten.

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