Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (Jonas Jonasson)

Allan Karlsson ist gerade eben 100 Jahre alt geworden, und alle wollen das große Ereignis feiern. Außer ihm, und das hat seinen guten Grund. Allan haut aus zwei Gründen aus dem Altersheim ab: Erstens, weil er im ewigen Streit mit Schwester Alice liegt, und zweitens, weil es dort keinen Schnaps gibt. Das hat er selbst im Gulag nur ein paar Jahre ausgehalten. Er klettert also aus dem Fenster, was ein wenig mühsam, aber dennoch machbar ist, und macht sich auf den Weg. Fragt am Busbahnhof, wie weit er mit dem verfügbaren Geld fahren kann, klaut jemandem, der gerade dringend aufs Örtchen muss, seinen Koffer und setzt damit Ereignisse in Gang, die so überhaupt nicht vorhersehbar sind – wie sein ganzes Leben.

Ein außergewöhnliches Roadmovie aus Schweden und zum Brüllen komisch. Allan findet unterwegs neue Freunde, die ihn begleiten, muss ein paar Leute umlegen, weil die den Koffer zurückhaben wollen (aber das sind wirklich schlimme Finger), und kommt dann in einem weit entfernten Land zur Ruhe und zum Glück seines Lebens. Der Elefant auf dem Cover spielt auch eine Rolle.
Neben der aktuellen Verfolgungsjagd von Gangstern und Polizei rollt sich nach und nach Allans Jahrhundertleben auf, und wir erhalten endlich die Erklärungen, warum die USA die Atombombe fertig kriegten, Stalin aber nicht (allerdings sein Nachfolger), warum Mao seinen Siegeszug halten konnte, warum Churchill nicht in die Luft geflogen ist, wie der Kalte Krieg beendet wurde, und wieso Nixon an Watergate scheiterte.
Es lag alles am Schnaps und Allans Chuzpe, zufällig immer dort zu sein, wo er selbigen – den Schnaps – vermutete, und wo sein Sprachtalent und sein Wissen als Sprengstoffexperte (er kann sehr gut alles hochjagen, einschließlich zuletzt sein eigenes Haus) gefragt war. Allan zeichnet sich als unerschütterlicher Optimist aus, der selbst die schlimmsten Entbehrungen noch mit Witz und Charme überstehen und ihnen etwas Positives abgewinnen kann (solange es Schnaps gibt).
Ein Panorama der Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts, wie man es so noch nie erlebt hat, und ein urkomisches Abenteuer, das zu Recht zum Bestseller wurde und das hoffentlich bald verfilmt wird (aber bitte in europäischer Gemeinschaftsarbeit, weil diese Sicht der Dinge einfach anders ist als jene durch amerikanische Augen).
So viel Lesevergnügen und Pageturner hatte ich schon lange nicht mehr. Dank an die großartige Übersetzung.


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