der Herr Feldmann

In seinem neusten Artikel „die gequälte Seele“ in der aktuellen ZEIT-Ausgabe berichtet Günter Wallraff über einen Mann, der wegen einer Fehldiagnose mit einer Depression und Burnout einige Wochen auf der geschlossenen Demenzstation verbracht habe. Beim Lesen des Artikels kommt man, als Psychiater oder als Psychologe, sicher nicht umhin, zumindest kurze Zeit zu denken, dass der Patient, Herr Feldmann, tatsächlich etwas komisch wirkt. Es ist die Frage, ob man damit nur versucht, das Verhalten der Kollegen zu entschuldigen, oder ob er tatsächlich auch „etwas hat“- wenn es auch nur eine Persönlichkeitsakzentuierung sein mag.
So oder so wissen wir aber alle, dass diese Geschichte der Fehldiagnose und der daraus resultierten fehlerhaften Behandlung kein Einzelfall ist. Spontan fallen mir zwei ähnliche Fälle ein, über deren Diagnostik wir uns lange gestritten haben, und weitere Patienten mit fragwürdiger Diagnose, von denen mir Kollegen berichtet haben.

Was lernen wir daraus?

[X] Artikel lesen

[X] Diagnostik ist absolut das wichtigste

[X] Austausch und Diskussion mit Kollegen (Pflegeteam, Sozialarbeitern, Psychologen, Ärzten)*

*da wird nämlich auch jedem was anderes erzählt und wenn man nachfragt oder auch nur aufmerksam hinhört, zeigt sich, dass ausgerechnet der Sozialarbeiter als einziger weiß, dass der Patient ein problematisches Sexualleben hat. Oder so.