Der Geschirrspüler – Feind des Minimalismus

Bei meinem letzten Besuch am Flohmarkt habe ich unter anderem ein kleines Messer mit einem Holzgriff geschenkt bekommen.

Das wollte keiner mehr haben – wer will schon Messer mit Holzgriff, die kann man ja nicht in den Geschirrspüler stecken.

Ich aber freue mich sehr darüber, weil ich wieder ein Teil für meine plastik.freie Küche bekommen habe, das niemand will und ich kann es so gut gebrauchen.

Nachdem ich (fast) alle Messer mit Plastikgriff aussortiert habe, ist dort, wo vorher meine kleinen Küchenmesser waren, gähnende Leere.

meine Küchenmesser - alle mit Holzgriff

meine Küchenmesser – alle mit Holzgriff

Ich will mehr davon

Während ich also meine Zwiebeln schneide und mich über die perfekte Größe und Schärfe des Messers freue (es ist das letzte auf dem Bild), kommt sehr schnell der Gedanke – wie schade, dass ich nur 1 Messer vom Flohmarkt mitgebracht habe. Meine Freude ist fast wieder verflogen, wird überdeckt von dem dringenden Wunsch nach mindestens noch 1-2 so tollen Messern.

Der Wunsch brennt regelrecht in mir und ist so stark, dass ich – noch immer das Messer in der Hand – mich zu fragen beginne, WARUM brauche ich unbedingt mehr als das Messer, was ich gerade in der Hand halte. Ich kann ja eh nur mit einem Messer schneiden!

Der Grund ist schnell entdeckt

Ich brauche nur kurz nachzudenken, da wird mir klar woran es liegt, nämlich am Geschirrspüler. Was hat der Geschirrspüler mit meinem Wunsch nach mehr Küchenmessern zu tun?

Es ist sehr einfach, wenn ich früher ein Messer verwendet hatte, landete es im Geschirrspüler. Nachdem mein guter Freund nur maximal 1 x pro Tag, oft aber auch nur alle 2 Tage läuft, habe ich bisher natürlich mehrere Küchenmesser benötigt.

Ein kleines Messer – das ist mein neuer Minimalismus in der Küche

Aber das Messer mit dem Holzgriff darf ja eh nicht in den Geschirrspüler und wird immer sofort nach dem Verwenden wieder abgewaschen. Also brauche ich nur 1 kleines Messer und bin sofort ruhig und zufrieden. So einfach kann das Leben sein.

Der Geschirrspüler ist der Feind der einfachen Küche

Durch diese intensiven “Haben.Wollen.Gefühle” wurde in mir ein Gedankenkreislauf ausgelöst. Wo finde ich weitere Auswirkungen des Geschirrspülers bei meinem Hausrat? Woran ist der Geschirrspüler noch schuld, dass ich mehr besitze als eigentlich nötig wäre.

Und ich werde an jeder Ecke meiner Küche fündig.

meine Bestecklade

meine Bestecklade

Fangen wir mit dem Essbesteck an – ich besitze 3 Garnituren Essbesteck zu je 6 Teilen (leider fehlen ziemlich viele kleine Löffeln). Wir waren die meiste Zeit 4 Personen und wenn man Frühstück, Mittag- und Abendessen rechnet, dann sind schon mal 12 Teile verbraucht, dann geht sich noch eine Mahlzeit aus, bevor es echt eng wird.

viele Glasschalen - für Salat und Nachtisch

viele Glasschalen – für Salat und Nachtisch

Aber das betrifft natürlich ebenfalls die Teller und die Gläser, auch hier ist überall eine ordentliche Anzahl vorhanden, pro Mahlzeit 4 Teller und 4 Gläser, da kommt echt eine ganze Menge zusammen.

Die Zusammenhänge werden immer deutlicher.

8 Teller damit man zu viert 2 x warm essen kann

8 Teller damit man zu viert 2 x warm essen kann


Liebkind der Wirtschaft

Eigentlich müsste der Geschirrspüler also einen Orden von der Wirtschaft bekommen haben.

Haushalte mit Geschirrspüler besitzen durchschnittlich mindestens doppelt so viel Hausrat gegenüber Haushalten, die das Geschirr mit der Hand spülen.

Hergeben will ich ihn trotzdem nicht – vorerst

Ich mag ihn trotzdem, meinen Geschirrspüler. Er macht das Leben schon viel einfacher und meine Hände sind auch sehr dankbar, weil sie nicht in Geschirrspülmittel gebadet werden.

Aber ich werde in Zukunft bei allen Kaufentscheidungen achtsamer sein und hinterfragen, ob ich das Ding wirklich brauche oder ob das nur eine Auswirkung des Geschirrspülers ist und ich deshalb mehr von xy benötige.

Vom Mangel zur Fülle

Früher hatte ich oft das Gefühl nicht genug zu haben in der Küche. Ich habe das passende Messer nicht gefunden oder es war schon wieder kein Pfannenwender verfügbar und der Griff nach dem Kochlöffel ging ins Leere, weil alle schmutzig im Geschirrspüler waren.

Heute habe ich viel weniger als damals, weniger Messer, weniger Pfannenwender und vor allem weniger Kochlöffel. Nachdem ich alle Plastikteile gegen Holzteile ersetzt habe, wurde gleichzeitig die Anzahl drastisch reduziert.

Spannend finde ich jedoch, dass ich jetzt jederzeit alles habe, was ich brauche. Da die Holzteile sofort abgewaschen werden stehen sie jederzeit zur Verfügung.

Man kann natürlich einwenden, dass es damals ja auch möglich war, die Teile händisch abzuwaschen, damit sie ständig zur Verfügung stehen. Aber das ist irgendwie anders, es hat bei mir jedes Mal ein Gefühl von Mangel ausgelöst, ein Teil wieder aus dem Geschirrspüler zu räumen und händisch abzuwaschen.

Ich habe nicht genug zur Verfügung, hat es im Hirn gehämmert. Und der Wunsch, einen 5. Kochlöffel zu kaufen wurde übermächtig groß.

Weitere unerwünschte Nebenwirkungen

Festgestellt habe ich, dass sich das Vorhandensein eines Geschirrspülers auch auf den Verbrauch von Geschirr nachteilig auswirkt. Ich gehe viel sorgloser damit um. Statt den Löffel unter fließendem Wasser kurz abzuspülen, nehme ich mir einen neuen, um von der Soße zu kosten.

Nachdem wir die Suppe gegessen haben ist es selbstverständlich, dass der gerade eben gebrauchte Suppenteller im Geschirrspüler landet und für den Hauptgang neue Teller genommen werden – selbst wenn nur klare Suppe im Teller war und es danach Spagetti gibt, wo wir sowieso wieder Suppenteller verwenden.

Wenn ich in der Küche und durstig bin veranlasst mich dieses “Ist doch egal, das wäscht eh der Geschirrspüler” auch dazu ein frisches Glas aus dem Schrank zu nehmen, statt das in Verwendung befindliche aus dem Wohnzimmer zu holen.

Ich denke man ist auch bereit, etwas aufwändiger zu kochen, wenn man einen Geschirrspüler hat, neigt vielleicht dazu den Topf, worin man die Kartoffeln gekocht hat, nicht zum Schwenken der Kartoffeln mit Butter und Petersilie zu verwenden und nimmt statt dessen einen frischen aus dem Schrank.

weniger ist weniger

Ich glaube, ich werde in nächster Zeit verstärkt darauf achten, weniger Geschirr zu verbrauchen und dadurch den Geschirrspüler weniger oft zu verwenden.

Ziel ist nicht, dass Geschirr künftig mit der Hand abzuwaschen, wohl aber sorgsamer mit den Ressourcen umzugehen, Dinge länger verwenden und nicht sofort in den Geschirrspüler zu stecken.

Nachdem ich die Töpfe vorreinigen muss, kann ich sie auch gleich vollständig abwaschen, da ist kaum ein Unterschied.

Vielleicht erreiche ich damit, dass mein Freund nur noch alle 2-3 Tage arbeitet statt 5 x pro Woche.

Anmerkung: Ich habe nur einen 45cm breiten Geschirrspüler, weil meine Küche so klein ist.

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