Defizite vs. Personality

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Defizite vs. Personality

Häufig ertappe ich mich beim Lesen eines Blogs, eines Artikels oder bei der Beobachtung einer Situation mich schuldig zu fühlen. Schuldig, weil wir es „besser“ haben.

Wir sehen oft die Herausforderungen und Problematiken vor welchen diese Menschen stehen, nehmen sie wahr und allzu oft sind Menschen der Meinung diese kommentieren zu müssen.
Wer hat noch nicht gehört dass parallelen zu den eigenen Kindern gezogen werden?
Aber was mir auf meiner Reise durch das WWW immer wieder auffällt ist dass unser Eltern Dasein, trotz differenter Umstände, überhaupt nicht so unterschiedlich ist.

Während ich mit meiner Tochter vielleicht den Ein- oder Anderen Therapie, Klinik – oder Arztbesuch mehr habe, mir etwas mehr Sorgen mache, der pflegerische Aufwand etwas höher, intensiver und differenzierter von dem einer „normalen“ Familie ist verbinden uns Eltern doch viel mehr Gemeinsamkeiten als dass wir verschieden sind.

Ich weiß nicht wie es ist einem Teenager bei der Toilette und im Bad zu helfen.
Habe keine Ahnung wie es ist Kanülen zu legen oder einem Kind vom Rollstuhl ins Bett zu helfen.
Das bedeutet aber nicht dass ich mich in gewisser Weise hineinversetzen kann und es bedeutet auch nicht unbedingt dass sich deren Elternschaft von der unseren unterscheidet.
Gewiss sind es einige mehr Punkte die uns unterscheiden aber irgendwo zwischen Liebe, Stolz, Tränen, Sorgen, Freude treffen wir uns.

Anzuerkennen und Wahrzunehmen dass andere Eltern vor größeren Herausforderungen stehen bedeutet nicht dass unsere Herausforderungen nicht genau so Real sind.
Es wäre unfair die Sorgen und Problematiken anderer Eltern herunterzuspielen oder als Kleinigkeit ab zu tun.

Unsere Defizite und Herausforderungen sind Real, denn es sind die Unseren.
Sie spielen sich in unserem Umfeld ab und es geht um Dinge die uns tagtäglich begleiten – Über die wir uns Gedanken machen.
Die Tatsache dass andere Geschichten berührender oder wesentlich härter klingen machen unsere Problematiken nicht minder Real oder ebenfalls berührend oder unproblematisch.

Definieren unsere Differenzen und Herausforderungen aber tatsächlich unsere Persönlichkeit?

Mit großem Interesse habe ich ein Projekt verfolgt in dem es darum ging dass Kinder und Lehrer ihre Persönlichen Herausforderungen auf ein Blatt Papier geschrieben haben.
Auf einem Blatt stand z.B. „Ich habe noch nie einen Schmetterling gefangen“ während auf einem anderen Blatt etwas herzzerreißende zu lesen war (Meine Mama ist gestorben).
Es gab ein Board an dem alles ausgehängt war und mit allen Beteiligten geteilt wurde.
Dieses Teilen führte zu Mitgefühl und Verständnis.
Dieses Mitteilen hat auch dazu geführt dass sich die Beteiligten offen und frei gefühlt haben über Ihre Herausforderungen und Defizite zu sprechen aber dass die Kinder und Beteiligten, trotz allem, niemals aufgehört haben zu träumen.

Das war die Idee zu diesem Projekt.

Die Idee ist das Bewusstsein in Bezug auf Behinderungen zu sensibilisieren und zu zeigen dass wir ALLE Defizite in irgendeiner Form aufweisen und vor Herausforderungen stehen.
Dass die Defizite aber nicht uns als Persönlichkeit ausmachen.
Unsere Persönlichkeit wird nicht über unser Defizit definiert sondern durch unser Wesen, unserem Sein und unserem Charakter.

Daher habe ich Menschen per Twitter, Facebook, etc dazu aufgerufen mir ein Bild zuzusenden auf dem sie auf einen Stück Papier ihre Herausforderung/Defizit notiert haben.

Oft lese ich einen Artikel oder einen Blogpost und denke: „Hey, die Situation kennst Du doch“ oder muss grinsen weil ich mich selbst im geschriebenen wieder erkenne.
Ich sehe Parallelen zwischen deren und meinem Leben sowie deren und meiner Erziehung.
Die Tatsache dass dort ein normales oder schwer mehrfach behindertes Kind lebt ist in Sachen Erziehung erst einmal Zweitrangig.
Es fügt sich zu einem Wort: Eltern! Und das ist das was uns verbindet.

Es ist mir wichtig über Behinderungen zu schreiben und aufzuklären.
Ich möchte Akzeptanz schaffen für die Zukunft meiner Tochter.
Meine Tochter ist sprachlich als auch motorisch eingeschränkt und muss sich mit Epilepsie auseinander setzen, das ist aber eine andere Problematik als beispielsweise die Mutter mit ihrer zickenden und pubertierenden Tochter oder dem Vater der ein Problem mit seiner Konsequenz oder Übergewicht hat.
Nichtsdestotrotz sind diese Faktoren aber nicht Teil Ihrer Persönlichkeit – es sind nur Bestandteile Ihrer Lebensumstände.
Es ist nicht das was sie ausmacht.
Der übergewichtige Papi kann beispielsweise ein absolut toller Unterhalter sein, ein Freigeist mit dem jede Minute einfach nur Spaß macht, der seine Lebensfreude teilt und andere mitreißt.

Behindert oder nicht – wir stehen alle vor Herausforderungen und haben unsere Defizite.
Erziehung und Leben sind voll von Sorgen, Liebe, Herzschmerz, Stolz, Zweifel, Freude und der Sinn für Werte und Teilhabe.

Unser Leben ist voll von Hoffnung und voller Versprechen!

Und nun zur Slideshow der Menschen und Ihrer tatsächlichen Herausforderungen und Defizite.
Wenn Ihr mitmachen wollt übersendet mir einfach ein Bild oder einen Artikel über eure Herausforderungen oder Defizite.

Diese Slideshow erfordert aktiviertes JavaScript.

Dies ist der erste Teil meiner neuen „Challenge“ Serie.

Wenn Du daran teilnehmen möchtest, schick mir Deine Herausforderung.

Mach einfach Foto mit deiner Message und einen Artikel oder eine kurze Beschreibung warum Dich deine Herausforderung/Defizit nicht als Persönlichkeit definiert und schicke es an [email protected]

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