Death Cab For Cutie: Lebenslänglich

Death Cab For Cutie: LebenslänglichDeath Cab For Cutie
„Kintsugi“

(Atlantic/Warner)
Wenn Worte wie „Schock“ oder „Aderlaß“ im Pop die Runde machen, ist Vorsicht geboten. Begleiten sie doch auf meist übertriebene Art und Weise die arbeitsrechtliche Trennung von Band und Mitgliedern oder im traurigsten Falle die Auflösung derselben. Schon Stepi Stepanovic wusste darauf die einzig gültige Antwort: „Lebbe geht weider“ – und das tut es ja dann auch. Nun ist Death Cab For Cutie nicht irgendeine Jahrmarktskombo und Chris Walla beileibe kein unbeschriebenes Blatt, aber nach siebzehn Jahren gemeinsamen Musizierens ist der Wunsch nach Veränderung kein unverständlicher, gerade wenn mit ihm und Ben Gibbard gleich zwei geniale Alphamännchen die Geschicke einer Formation zu lenken versuchen. Im Sommer vergangenen Jahres also sein Ausstieg und natürlich die bange Frage: Wie weiter? Nun, die vorliegende Platte wird eine befriedigende Antwort nicht geben können, ist sie doch komplett unter Wallas Mithilfe entstanden.
Und wenn man alle Grübeleien und Bedenken mal beiseite schiebt, dann muss man anerkennen, dass zumindest für den Zuhörer bis zum Abschluss der Produktion alles in bester Ordnung gewesen sein muss, denn „Kintsugi“ kann sich sehr wohl mit seinen hochgelobten Vorgängern messen. Death Cab For Cutie zählten ja seit jeher zu den wenigen Bands, die (durch welche Umstände auch immer) an die begehrte Geheimformel für perfekte Popsongs geraten sind, Platte um Platte präsentierten sie verteufelt eingängige und gefühlige Stücke, die einem den Atem nehmen konnten, ohne in Kitsch und hohlem Pathos zu ersaufen. Und daran mangelt es auch der neuen Scheibe nicht: Ob das dunkel schimmernde „Black Sun“, ein zartes Liebeslied wie „Hold No Guns“, die betörende Ode an die kindlich-weibliche Unschuld „Ingenue“ oder das Sehnsuchtsbekenntnis von „Little Wanderer“ – man könnte problemlos „alle“ sagen und träfe keinen falschen.
Wie genau sie das schaffen, läßt sich nur vermuten, Wallas Gitarrenspiel wird seinen Teil ebenso dazu beitragen wie Gibbards weiches Timbre und ganz allgemein die ausgefuchsten Kompositionen. Elektronik wird wie bei den letzten Alben eher spärlich eingesetzt, das Pendel schlägt zu gleichen Teilen in Richtung Indiepop und –rock und so richtig hart wird letzterer nur ganz selten. Vielleicht treffen sie mit ihrer Art des Songwritings dauerhaft einen Nerv, ein Bedürfnis nach Sanftheit, Bedachtsamkeit und ein bisschen Romantik. Gibbard selbst sieht das etwas skeptisch: „One of the things about our band that is interesting is that, if you make a record that has a certain kind of impact at a certain time in a person’s life, it becomes almost impossible to create that kind of moment again with the same listener (Stereogum).” Bis jetzt jedenfalls ist ihnen das, seiner Meinung zum Trotz, ein jedes Mal gelungen – warum sollte es mit dieser Platte anders sein ... http://blacksun.deathcabforcutie.com/

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