Dass man einen Blick spüren kann, ist ein Wunder

Geschlossene Augen, Halbschlaf noch, und doch spüre mich angestarrt. Öffne die Augen und sehe den Blick des Hundes.

Hat er also doch das Hypnotisieren gelernt!

Darüber werden wir noch reden müssen. Jedenfalls kommt kein Mucks seitens des Hundes, kein Winseln oder Knurren – nur der bittende Blick.

Okay. Nützt nichts. *seufz* “Wat sinn mut, mut sinn.”

Leise erhebe ich mich, wir gehen runter. Die Tür mache ich von außen mit dem Schlüssel zu, damit Lenchen vom Bums nicht wach wird.

Einmal gehen wir “ums Viertel”, wie an jedem anderen Morgen auch. Ruhig, sachlich, ich noch halb verschlafen, aber langsam wachwerdend, er dagegen schnuppernd-aktiv.

Hinterher geht es wie immer zum Auto, ohne zwischenzeitlichen Umweg zur Wohnung. Die zweite Familie ist die der anderen Generation. Wo wir beide, seit Vater und Mutter nach Potsdam kamen, täglich frühstücken, um den Tag zu besprechen. Lenchen kann sich derweil besser ausschlafen.

Heute ist Feiertag – die Straßen sind leer.

Plötzlich kommt uns der Nachtbus entgegen, der Lumpensammler sozusagen.

Jetzt gucke ich das erste Mal auf die Uhr.

Hilfe! – Es ist ja viel zu zeitig!


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