das wissen der weleda gärtner

das wissen der weleda gärtner…oder: Weil säen, pflegen und ernten glücklich macht! Selbst wer einen kleinen Vorgarten oder Pflanzen auf dem Balkon pflegt, kennt den freudigen Herzsprung, wenn die selbst gezogenen Tomaten reifen und auch die schiere Verzweiflung, wenn eine Raupenkolonie die Kapuzinerkresse niedermacht.

Wir sind aufs engste verbunden mit unseren pflanzlichen Freunden und genau diese Verbundenheit spielt in Weleda Gärten eine bedeutende Rolle! In acht Gärten bauen die Weleda Gärtner über die ganze Erde verstreut seit Jahrzehnten Heilpflanzen nach biologisch-dynamischen Methoden an. Da wachsen zum Beispiel Calendula, Nachtkerze und Arnica, aus denen Seife, Gesichtscreme oder Globuli entstehen.

Was die Weleda Gärten besonders macht, ist vor allem das Verständnis der Gärtner von ihrer Wirkstätte: Sie sehen den Garten als lebenden Organismus zwischen Himmel und Erde, sie kennen und nutzen alle Einflüsse, die aus der Gartenumgebung kommen. Und sie sehen sich selbst als Teil dieses Organismus, in dem sie auch mit unsichtbaren Kräften arbeiten.

Hauptziel der Weleda Gärtner ist es, den Garten in einem gesunden, stabilen Gleichgewicht zu halten. Dieses Ziel bestimmt alle Handgriffe. Und alles fängt mit der Erde an: „Lebendige Erde ist das Geheimnis gesunder Gärten“, so die Weleda Gärtner, die ihre Erfahrungen jetzt im herrlich gestalteten, großformatigen Buch „Das Wissen der Weleda Gärtner“ teilen.

Die gärtnerischen Grundlagen kommen von Rudolf Steiner, der 1924 begann, Vorträge vor Landwirten zu halten, in denen er naturgemäße Zusammenhänge und das Einbeziehen kosmischer und geistiger Kräfte in die biologische Gartenführung erklärte und damit den Grundstein für die heute immer beliebtere biologisch-dynamische Landwirtschaft legte.

Auch in kleinem Rahmen sorgt dieses Wissen für erstaunliche Effekte und naturnahe Gartenkreisläufe. Ähnlich wie beim menschlichen Körper, so Steiner, gibt es auch im Garten verschiedene Organe, die ihre eigene, spezielle Aufgabe erfüllen. Dabei seien sie voneinander abhängig und stehen alle im Dienst des Gartens als Ganzes. Alle gemeinsam halten einen beständigen Kreislauf am Leben. Das Einzige, was den Organismus verlässt, ist die Ernte!

Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass in den Weleda-Gärten auf der ganzen Welt nicht nur Hacken, Säen und Mulchen ansteht, sondern dass es um fühlbare, erkenntnisreiche Verbindungen zu den Pflanzen geht.

Das Buch gibt Einblicke in verschiedene Bereiche wie Vielfalt, Rhythmen, Kreisläufe, Beziehungen und ganz Konkretes wie Bodenpflege, Saatgut, Pflanzenkunde, Nützlinge und nützliche Helfer im Garten wie Laufenten, die Schnecken mögen, wobei interessierte Leser ihr Wissen nicht chronologisch erweitern müssen, sondern nach Lust, Laune und Intuition an irgendeiner Stelle im Buch reinlesen können.

Die Weleda Gärtner stellen sich und ihre Gartenphilosophie vor, teilen ihre in vielen Jahren sorgsam beobachteten Erfahrungen, ja öffnen „ein ganzes Universum aus Erfahrung, Wahrnehmung und Intuition“. Sie beschreiben den Zauber der Gärten und offenbaren verborgene Pläne der Natur.

Es sind natürlich die Menschen, die aus einem Stück Land einen Garten machen und in ihm spiegelt sich die Haltung des Gärtners und sein Verständnis von der Natur. In den Weleda-Gärten wird hingebungsvoll eine gemeinsame Kultur gepflegt, eine Kultur der Vielfalt und fürsorglichen Beobachtung – und das kann man auch im Weleda Garten Schwäbisch Gmünd erleben

So wie jeder Mensch ein Individuum ist, sind auch Pflanzen unterschiedlich. Um dem gerecht zu werden, ist Achtsamkeit wichtig und Handarbeit im Weleda Garten selbstverständlich! Gepflügt wird mit dem Pferd.

„Um wirklich Wissen zu erlangen“, sagt Aurèle Canevet aus dem französischen Weleda-Garten, „muss man erfahren, wie das Lebendige mit den Gesetzen der materiellen Welt spielt.“ Auch in einem Garten will alles fließen, dafür sorgen die Gärtner. Und sie lernen dabei fürs eigene Leben: „Der Garten hat mir beigebracht, geduldig zu sein“, sagt der Schweizer Gärtner Yves Gilliéron.

Rhythmen und Zeiträume zu kultivieren, die so gar nicht in unsere hektische und durchgetaktete Arbeitswelt passen, auch das ist ein Verdienst der Weleda Gärtner – Gras wächst nun mal nicht schneller, wenn man daran zieht. „Es sind die Rhythmen und Kreisläufe, die alles lebendig halten“, weiß Weleda-Gärtnerin Martina Brommer. Und dem natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten zu folgen sei heilsam, kann für unsere Gesellschaft ein gutes Vorbild sein, ist sie überzeugt!

Gärtner zu sein, bedeutet, das Leben zu spüren und auch wenn nicht jeder Leser künftig stundenlang Kuhmist rühren mag, um einen phänomenalen Dünger zu erhalten, bietet das Buch dennoch eine Fülle an Inspiration und Einsichten, um den eigenen Garten ebenfalls zu einem lebendigen Wohlfühlort für alle zu machen.

Ganz nebenbei ist es einfach unglaublich spannend, zu erfahren, wie ein Garten atmet, wie eine Schlüsselblume vom Winter ins Licht kommt, was Gärtner von Bienen lernen können, warum es im Garten Rituale braucht, wie Regenwürmer zu Verbündeten werden, warum es kein Unkraut gibt und wie Weleda Gärtner im Schwarzwald die Arnica zähmten.

Wunderschöne Farbfotos begleiten die „Weleda-Garten-Geschichten aus aller Welt“. Ein Buch, das Spaß beim Lesen und Lust auf mehr Achtsamkeit im Garten macht!

„Das Wissen der Weleda Gärtner“, 248 Seiten mit 128 Farbfotos und 26 Schwarz-Weiß-Fotos, Hardcover, 29 Euro 90, ulmer Verlag