Das Violettbuch: eine Streitschrift, kein Sachbuch

Das Violettbuch: eine Streitschrift, kein Sachbuchdas meint jedenfalls (wieder einmal) Thomas Begrich, der Finanzchef der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in einem Interview mit der Mitteldeutschen Kirchenzeitung. Diese seltsame und vor allem jeder sachlichen Diskussion aus dem Wege gehenden Argumentation verfolgt der gute Mann ja schon seit einiger Zeit. Entweder hat die Mitteldeutsche Kirchenzeitung das Gespräch von evangelisch.de ohne Quellenangaben noch einmal veröffentlicht – oder der Mann redet tatsächlich immer das Gleiche.
Sei’s drum, hören wir ihn selbst:

Aber warum muss der Staat die theologische Ausbildung an den Universitäten bezahlen?
Begrich: Er zahlt auch die Ausbildung für die Wirtschaft, für die Verwaltungen, für die Musiker, die Germanisten. Es ist eine staatliche Aufgabe, Bildung zu ermöglichen und zu finanzieren. Warum für die Kirchen nicht? Nur weil Herr Frerk und seine Freunde die Wissenschaftlichkeit der theologischen Wissenschaft bestreiten? Kaum ein ausreichender Grund.

Man lasse es sich auf der Zunge zergehen… “die Wissenschaftlichkeit der theologischen Wissenschaft” - das ist wie “die Wassernässe des Feuers”.

Aber es kommt noch besser:

Und was ist mit den 270 Millionen an Staatsknete, die die Kirchen für ihre Auslandsarbeit bekommen?
Begrich: Das zahlt der Staat doch nicht für die Kirchen, sondern er fördert die damit bestrittenen Maßnahmen, nämlich Entwicklungshilfe oder Katastrophenhilfe.

Wie ungeheuer sachlich! Zum Vergleich möge der interessierte Leser die Seiten 178 ff. des Violettbuches lesen. Insbesondere den Teil über Dafur. Die Kirche nutzt Staatgelder, um Verbrechen an der Menschlichkeit zu unterstützen. Das nennt sich dann im Kirchenjargon “Entwicklungshilfe”.

Das einzig Gute an dem gesamten Artikel ist, dass er am Ende das Buch bewirbt :-)

Nic


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