Das süße chinesische Leben: Öffentlicher Nahverkehr

Wenn man an den Verkehr in China denkt, kommt man zuerst natürlich auf Bilder von überfüllten U/S-Bahnen und Bussen, in die Menschen eingepfercht sind. Hühner haben in ihrer Legebatterrie dagegen praktisch schon die Business-Class gebucht. Natürlich gibt es diese unangenehmen Seiten, wenn man versucht, in chinesischen Städten von A nach B zu kommen. Aber trotzdem macht der Nahverkehr einen Teil des süßen chinesischen Lebens aus.

Die öffentlichen Verkehrsmittel haben angemessene Preise, und die Betreiber neigen durch ihre Preispolitik nicht wie in Deutschland dazu, einen Großteil ihrer Fahrgäste an die relative Armutsgrenze zu treiben, wenn diese jeden Morgen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren müssen. Es ist wirklich  signifikant billiger mit öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs zu sein, als mit einem eigenen Auto zu fahren.

In Peking ist sogar das U-Bahn-Netz gut ausgebaut, und die U-Bahnen umgehen natürlich den Stau, der auf den Straßen herrschen kann. In den chinesischen U-Bahnstationen, gibt es Dinge, von denen man in Deutschland schon viele Jahre nicht mehr zu träumen wagt. Fahrkahrtenverkäufer zum Beispiel. Für die meisten Stationen gilt: Niemand muss sich mit unübersichtlichen Automaten, die keine Scheine annehmen, herumschlagen. In den Bussen gibt es sogar Personal, das dafür zuständig ist, Fahrscheine zu verkaufen. Diese Leute kommen sogar zu einem an den Platz, und fragen wo man hinfährt.

Der Standard Preis in den Bussen beträgt 1 Yuan, für besonders lange Strecken können es bis zu 2 Yuan sein (1 Yuan ~ 10 Euro-Cent). In der U-Bahn ist der Standardpreis 2 Yuan. Es gibt auch noch kleine Plastikkärtchen, die „Verkehrskarten“ 交通卡 (jiaotonka). Diese kreditkartengroßen Kärtchen machen das Busfahren noch billger. 0,50 Yuan, mit Studentenkarte sogar 0,25 Yuan. An den Türen der Busse gibt es Lesegeräte, über die man seine Karte kurz hält, und schon geht es los. Beim Aussteigen wiederholt man diese Prozedur. Auch in den S-Bahnstationen gibt es solche Lesegeräte.

Die Fahrkartenverkäufer kann man außerdem zu Haltestellen, Umsteigemöglichkeiten und Entfernungen befragen. Diese sind natürlich unfreundlich, schließlich ist man in China, wo sich dies für Personal so gehört, aber die Auskünfte erhält man von ihnen trotzdem, und sie stimmen auch.

Der chinesische Personentransport hat mit Sicherheit seine Nachteile, gegenüber dem in westlichen Großstädten, aber er erscheint (zumindest in Peking) im Endeffekt praktischer und – man mag es kaum glauben – kundenorientierter, als in Deutschland, England, Frankreich, oder anderen westlichen Staaten. Vor allem der auch für chinesische Lohnempfänger äußerst erschwingliche Preis und die Anwesenheit von lebendigem Personal, welches dem Fahrgast helfen kann, stechen westliche Städte aus.



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