Das Leben mit einem Akita – Das erste Jahr ist rum

Vor gut einem Jahr wurde Brixton geboren - ein kleiner, süßer Teddybär, der einige Wochen später zu uns kommen sollte. Keiner wusste, was genau passiert, aber wir haben es gewagt und nach nur einem Jahr möchte ich gerne eine kleine Erfahrungsliste an euch weitergeben. Für die, die sich gerne einen Akita holen würden, sich aber unsicher sind.

Du möchtest einen Hund, der immer hört und auf den du dich zu 100% verlassen kannst? Dann rate ich dir von einem Akita ab.

Das Leben mit einem Akita – Das erste Jahr ist rum

Ein Akita (ob japanisch oder amerikanisch) hat einen sehr eigensinnigen Kopf. Hat er keine Lust, dann ist es so. Interessiert ihn gerade etwas super brennend, ist nichts mit Abruf. Der Akita ist ein bisschen wie die Katze - sie lieben uns über alles, aber sie haben eben einen eigenen Kopf und sind stur. Und da wird es spannend. Gerade im ersten Jahr tut sich da wahnsinnig viel. Die Hormone kommen ins Spiel und der Hund testet seine Grenzen aus. Außerdem wächst der Akita in dieser Zeit mächtig. Unser Brixton hat mittlerweile ein stolzes Körpergewicht von ca 50kg und ist 78cm hoch. Die Pubertät setzt ein, Hündinnen werden gerne „erschnüffelt", Rüden werden zu Konkurrenten. Viele meinen uns immer häufiger Tipps geben zu müssen, was wir denn an unserer Hundeerziehung tun müssten. Aber da machen wir direkt einen Strich unter die Rechnung. Liebe Leutchens, ein Akita ist kein normaler Hund und mit keinem anderen Hund zu vergleichen. Informiert euch vorher und lasst es bitte sein, danke!

Fakt ist: Informiere dich bitte vorher und sei dir ganz sicher, dass du es mit einem Akita aufnehmen kannst. Viel zu viele werden nach einem Jahr wieder weggegeben, weil die Halter überfordert sind.

Ich kann das - Der Akita und die Erziehung

Brixton hatte ich direkt als Welpen an die wichtigsten Kommandos herangeführt. „Sitz" und „Bleib" sowie „Pfötchen" waren sehr schnell erlernt und wurden täglich in kurzen Lernschritten wieder abgerufen. Wir übten zuhause, in einem ruhigen Bereich ohne Ablenkung und bei Garagen, wo man nichts sehen und hören konnte.

Wichtig ist es dem Akita ein spaßiges und abwechslungsreicher lernen zu ermöglichen. Langeweile mag der Akita gar nicht. Dann stellt er schnell auf stur, hört nicht und zeigt Desinteresse. Solltest du das beherzigen, lernt diese Hunderasse sehr schnell. Überfordere deinen kleinen Hund aber nicht. Es reichen anfangs 5 Minuten Training und diese können dann verlängert werden bzw mehrmals am Tag eingebaut werden. Manchmal ist weniger mehr.

Das Kommando „Platz" konnte Brixton anfangs nicht ausführen. Aber nicht weil er nicht wollte, sondern weil er es nicht konnte. Ich vermute es lag mit dem Wachstum zusammen. Erst vor kurzem habe ich diese Übung nochmals mit eingebaut und er hatte es direkt beim ersten Mal verstanden. Seitdem kann er es ohne Probleme.

Je früher du mit dem Training anfängst, desto schneller nimmt der Hund es auf und kann es auch besser verinnerlichen. Ich übe auch regelmäßig bei Spaziergängen, aber hier ist manchmal die Ablenkung zu groß. Ich versuche es in einem ruhigeren Moment wieder und dann klappt es auch meistens. Zur Belohnung gibt es Leckerlis.

Gerade in der Pubertät heißt es : Hart bleiben, der Hund hat nichts verlernt, er hat nur grad keine Lust drauf.

Der Hund und das Trocken werden

Brixton hatte übrigens sehr schnell verstanden, wie das mit dem Pippi machen ist. Wir sind anfangs alle 2 Stunden (auch nachts) mit ihm raus. Zur Sicherheit, falls man mal nicht schnell genug angezogen war, gab es ein Hundeklo. Das war auch ab und an wirklich Top. Sehr bald lernte er sich auch zu melden. Seitdem wir im Haus wohnen gibt es keine Probleme mehr. Mittlerweile gehen wir 2-3 mal täglich mit ihm spazieren. 3-4 Stunden mit viel Schnuppern und rumliegen sollte möglich sein.

Da Akitas kaum bellen ist die Haltung auch für die Nachbarn sehr angenehm. Das längere zuhause bleiben stellt kein Problem dar. Natürlich ist auch ein Akita ungerne alleine, aber wenn es so sein muss, dann geht es. Brixton schläft in der Zeit und freut sich umso mehr, wenn wir nach hause kommen! Wir hatten das ganze mit kurzen „Müll weg bringen" Übungen getestet, dann ging es zu Einkäufen über und irgendwann lernte er dann 4 Stunden alleine zu bleiben. Er hatte nie etwas kaputt gemacht oder geheult.

Das Leben mit einem Akita – Das erste Jahr ist rum

Akitas und seine Mitmenschen

Brixton liebt Menschen über alles. Er liebt es alles und jeden zu begrüßen, zu beschnuppern und leider auch aus Freude anzuspringen. Das schreckt natürlich viele Menschen ab, da er ja nicht der kleinste ist. Wir sind schon länger am üben, es ist jedoch sehr schwer ihm das abzugewöhnen. Ich gehe am besten immer auf Abstand, warne meinen gegenüber freundlich vor und diese können es dann selbst entscheiden. Das ganze ist natürlich auch wirklich anstrengend. Ich empfehle es nicht, einen Akita unangeleint herumlaufen zu lassen. Deswegen braucht man ab und an schon Kraft, um ihn zu halten. Er ist nun mal ein bisschen Jagdhund, ein bisschen Beschützer und Ziehhund. Er hat eben viele Aspekte, die es manchmal nicht so einfach machen. Aber er ist lieb und genießt Aufmerksamkeit. Zu Kindern ist er sehr sanft und vorsichtig, gar nicht wild. Unsere Nachbarskinder liebt er und sie lieben ihn.

Andere Hunde interessieren Akitas im Normalfall kaum. Brixton ist natürlich gerade in der Pubertät, spielt den Macho. Für ihn fremde Rüden mag er gar nicht, Hündinnen liebt er. Kennt er andere Hunde schon länger, schaut er sie kurz an und läuft weiter. Was einem klar sein sollte: Ein Akita ist kein Hund, mit dem Rudelgassigänge möglich sind. Es gibt sicherlich Ausnahmen, aber darauf sollte man sich vorher lieber einstellen.

Mit einem Akita ist man meistens alleine unterwegs.

Das Leben mit einem Akita – Das erste Jahr ist rum

Brixton und der Umzug ins Paradies

Der Hausbau war im vollen Gange als Brixton im November 2017 zu uns kam. Umso besser war es, denn wir konnten ihn an die Umgebung und den Rohbau gewöhnen. Hunde haben zwar nicht so große Probleme mit neuen Umgebungen wie Katzen, aber dennoch ist ja vieles anders. Ein neuer Schlafplatz muss gefunden werden, das Futternäpfchen steht wo anders. Es dauerte wirklich eine Weile, bis Brixton sich an die neue Situation gewöhnt hatte. Aber wir haben natürlich seine Schmusedecke und seinen „Fred" direkt parat gelegt, damit er etwas gewohntes um sich herum hatte. Da unser Bett erst später geliefert wurde, übernachteten wir die ersten Tage im Wohnzimmer. So hatte er nachts jemanden um sich herum und konnte sich an das neue gewöhnen. So wie wir ja auch.

Das Leben mit einem Akita – Das erste Jahr ist rum

Da er keine Stufen läuft, kommt er auch nicht ins Schlafzimmer. So hatte er dann nach einigen Tagen allein geschlafen und nicht, wie gewohnt, neben mir auf dem Boden. Was am Anfang wirklich eine Umgewöhnung war, ist mittlerweile Alltag und Brixton hat sein Plätzchen gefunden. Er liebt den Garten und die Felder und Wälder und hat sich toll eingelebt.

Das Leben mit einem Akita – Das erste Jahr ist rum

Mein Fazit zu dem ersten Jahr mit einem American Akita Inu

Es ist schon echt der Wahnsinn, wie schnell die Zeit vorbeigegangen ist. Es war aber auch wirklich nicht einfach mit Brixton. Ja, ich war manchmal wirklich dem Nervenzusammenbruch nahe. Ich habe so oft geflucht, so oft geschimpft und ja, ich hatte zwischendrin wirklich geglaubt, wir schaffen das nicht. Aber rückblickend wollte man zu schnell zu viel. Wir sind super happy, das Brixton mittlerweile vieles schnell aufnimmt, dass er trotz seines Sturkopfes hören kann (wenn er eben will), dass er Menschen liebt und Menschen ihn, und das er von seinem gesamten Wesen her ein wahnsinnig liebes Tier ist. Auch wenn wir noch viel Arbeit vor uns haben, so würden wir ihn niemals weggeben wollen. Es ist eine echte Herausforderung - aber eben auch eine verdammt süße!

Das Leben mit einem Akita – Das erste Jahr ist rum