Das Erbe der Elfen | Andrzej Sapkowski

Das Erbe der Elfen | Andrzej Sapkowski

Titel: Das Erbe der Elfen (Hexer Saga #1)

Autor: Andrzej Sapkowski

Übersetzer: Erik Simon

Format: Klappbroschur

Preis: 15,00 €

Seitenzahl: 384 Seiten

Verlag: dtv

ISBN: 978-3-423-26244-6

Bewertung: 4 Sterne

Rezensionsexemplar

Inhalt

Cirilla, die Thronerbin des Reiches Cintra ist seit der blutigen Schlacht, welche dort stattgefunden hat, spurlos verschwunden. Doch nach und nach werden Gerüchte laut, dass das junge Mädchen den Überfall überlebt haben soll und der Hexer Geralt sie an einen geheimen Ort gebracht hat. Anscheinend schlummert in ihr großes magisches Potenzial. Oder ist Ciri nur die Quelle einer bösen Macht?


Nachdem ich die beiden Kurzgeschichtenbände „Der letzte Wunsch“ und „Das Schwert der Vorsehung“ von Andrzej Sapkowski verschlungen habe, konnte mich nichts mehr aufhalten, die Romane der Hexer Saga endlich zu beginnen. Passend zum baldigen Start der Netflix Serie hat der dtv Verlag eine Neuauflage der Romane herausgebracht und mir freundlicherweise Band 1 zugesendet. Herzlichen Dank dafür!

Im Voraus möchte ich wirklich darauf hinweisen, dass es, in meinen Augen, sehr sinnvoll ist die beiden Kurzgeschichtenbände zuerst zu lesen. Man erfährt sehr viele Details, die im Roman einfach vorausgesetzt werden, außerdem lernt man Geralt in den Kurzgeschichten sehr viel besser kennen und verstehen, ebenso viele andere der Charaktere, die im Laufe des Buches auftauchen. Auch die Situation rund um Ciri wird durch die Kurzgeschichten sehr viel klarer. Ich kann mir vorstellen, dass es schwierig ist, sich zurecht zu finden, wenn man mit den Romanen beginnt ohne das Hintergrundwissen der Kurzgeschichten. Deshalb auch gleich vorweg eine Spoilerwarnung: wenn ihr die beiden Kurzgeschichtenbände nicht gelesen habt, könntet ihr nun dafür gespoilert werden.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir wirklich sehr leicht gefallen. Ich habe die Kurzgeschichten ja erst vor kurzem gelesen und war direkt wieder zurück in der Welt von Geralt. Die Kapitel beginnen immer mit Prophezeiungen oder Zitaten aus Büchern, die über die Welt, in der man sich befindet, geschrieben wurde. Der Kontinent, auf dem sich Geralt bewegt ist namenslos, dafür gibt es genügend Königreiche, die namentlich bekannt sind.
Ich war sehr gespannt wie es in den Romanen mit Geralt weitergeht bzw. ob es weitergehen wird oder ob sich neuere Konflikte einfügen werden. Und ja, die Vorsehung hat sich erfüllt: Geralt und Ciri sind gemeinsam auf dem Weg nach Kaer Morhen, denn dort leben die Hexer und nur dort, scheint das Mädchen wirklich sicher zu sein. Bereits auf dem Weg zur Heimstatt der Hexer bemerkt Geralt, dass Ciri kein gewöhnliches Kind ist. Sie scheint irgendwie mit Magie in Berührung zu sein, doch auf eine ganz eigene und andere Art und Weise, wie es bisher bekannt war. Geralt scheint klar zu sein, dass er und die anderen Hexer, Hilfe brauchen werden, um sicher zu sein und so tritt eine Zauberin in Erscheinung: Triss Merigold. Sie versucht den Hexern und auch Ciri zu helfen das Rätsel zu lösen und das Mädchen gleichzeitig zu beschützen.
Die Gerüchte um den Verbleib von Cirilla, der Thronerbin von Cintra, werden von Reich zu Reich getragen. Niemand weiß wirklich, was mit ihr geschehen ist, doch viele sind davon überzeugt, dass sie die blutige Schlacht überlebt hat und viele sind auf der Suche nach ihr. Die Frage ist jedoch: was wollen all diese Menschen von Ciri? Zu welchem Zweck wird sie wirklich gesucht?

Diese Spannung hält sich durch die gesamte Handlung des ersten Romans. Als Leser weiß man genau, wo sich Ciri befindet und dass sie etwas Besonderes ist, doch die Beweggründe ihrer Feinde (oder vielleicht Freunde) bekommt man nicht wirklich zu fassen. Immer wieder gibt es Hinweise darauf, wer dahinter steckt, doch nicht alles scheint sich dann zu bewahrheiten. Jeder versucht durch Ciri irgendwie an Macht zu gelangen, denn ein großes Reich wartet nur sehnsüchtig darauf, dass die wahre Thronerbin zurückkehrt, um Königin zu sein. Es scheint so, als wären nur die Hexer wirklich daran interessiert, wie es Ciri wirklich geht und sie fügt sich sehr gut in diese Gemeinschaft ein.
Ciri ist ein sehr starkes Mädchen, sie hat unsagbares durchlebt, erinnert sich im wachen Zustand allerdings kaum. Nur in ihren Träumen, wird sie von den Ereignissen in Cintra verfolgt, doch keiner scheint aus ihr herauszubekommen, was tatsächlich passiert ist. Dennoch hat sie Mut, ist lernbegierig, intelligent aber auch frech und vorlaut. Sie lässt sich nur schwer bändigen. Trotzdem ist Ciri in einigen Momenten einfach nur ein Kind, das für ihr Alter viel zu schreckliche Dinge erleben musste und sich nach ihrer Familie sehnt.

Geralt kommt in dem Roman zwar durchaus vor, schließlich ist er der Protagonist, dennoch bleibt er für meinen Geschmack etwas zu blass und unbedeutend. Er wirkt manchmal wie ein Nebendarsteller, der nur auf seinen Einsatz warten muss und eben nicht wie die Hauptperson in einer Geschichte. Ich hoffe sehr, dass seine Rolle bald sehr viel tragender wird, als im ersten Teil der Reihe. Es blieb einfach irgendwie zu wenig Zeit für ihn übrig, auch wenn die gesamte Handlung an sich überhaupt nicht langweilig war. Es hat großen Spaß gemacht Ciri zu begleiten und mit ihr gemeinsam diese Reise zu machen. Gleichzeitig waren die Gefahren, die überall lauerten, fast greifbar. Es war ein großes Abenteuer das mit einem Gefühl von Verheißung beendet wurde.

Fazit

Wer die Kurzgeschichtenbände bereits gelesen hat, der wird mit den Hexer Romanen wunderbar zurecht kommen. Die Handlung setzt genau da an, wo Band 2 der Kurzgeschichten geendet hat. Die Geschichte ist durchweg spannend und es werden Fragen um Fragen aufgeworfen, die natürlich im ersten Teil der Reihe nur bruchstückhaft beantwortet wurden. Viele Rätsel sind offen geblieben und das Gefühl, als das Buch zu Ende war, kann ich nur mit „verheißungsvoll“ beschreiben. Diese Saga wird episch. Diese Saga wird voller Abenteuer, Blut, Prophezeiungen und Magie. Ich kann es kaum erwarten weiter zu lesen.


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