Das Aussitzen und seine Folgen

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer bewege sich keinen Zentimeter. So jedenfalls der Tenor der meisten Medien. Dass aber auch die Deutsche Bahn stur ist, erwähnen sie eher nicht. Das hat seine Gründe. Denn Aussitzen ist in diesem Land zu einer anerkannten Herrschaftsmentalität geworden.

Das Aussitzen und seine FolgenDie Gewerkschaft der Lokomotivführer (GdL) lässt einfach nicht locker. Wie kann man nur so stur sein! Gut, die Deutsche Bahn legt dieselbe Haltung an den Tag. Und doch ist es nicht dasselbe. Denn was die Deutsche Bahn tut, ist etwas, was man in Merkel-Deutschland perfektioniert hat, wenn man für irgendwas verantwortlich ist: Man sitzt aus. Gnadenlos und ohne Hemmungen. Wird man unter Druck gesetzt, müsste man eigentlich reagieren und endlich aus dem Quark kommen, lehnt man sich zurück, verschränkt die Arme oder macht mit den Fingern eine Raute und sitzt und sitzt und - genau: sitzt. Außerdem sagt man nicht viel, wenn man so in der Gegend hockt. Man wird kleinlaut, redet nur das Nötigste. Und je mehr von einem erwartet wird, dass man sich zur Sache äußert, desto leiser und zurückhaltender, ja unsichtbarer wird man. Diskretion wird just dann zu einer Tugend, wenn man eigentlich auf die Bühne sollte.


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