Daniel Kehlmann – Die Vermessung der Welt

Daniel Kehlmann – Die Vermessung der WeltDies war eines der amüsantesten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Daniel Kehlmanns Buch lebt von einem hintergründigen Humor und einer im Deutschen eher selten sicheren Hand für Komik. Diese Komik rührt schon generell daher, dass Kehlmann es schafft, den “Grossdenkern” (und Protagonisten des Buches) Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt nicht nur heroische Taten anzudichten. Gauß zeigt er als vom Leben enttäuschten und genervten, schrulligen Mann, der niemanden lieben kann. Und Humboldt ist Zeit seines Lebens bemüht, seine homoerotischen Neigungen zu unterdrücken – und reist an das Ende der Welt, um zu entfliehen…

Doch allein dieser Widersprüche in den Leben der Beiden allein bringt nicht die Komik. Ein Satz wie:

Nach einem halben Jahr in Neuandalusien hatte Humboldt alles untersucht, was nicht Füße und Angst genug hatte, ihm davonzulaufen. (Seite 69)

genügt, um Spaß am Lesen zu bekommen.

Ich weiss nicht, ob und wie weit diese Art Biographie des historischen Tatsachen gerecht wird; ob sich Gauß und Humboldt wirklich je begegnet sind (im Wikipedia-Eintrag zum Buch wird das verneint)… aber das ist auch unerheblich.

Denn Kehlmann ist ein wunderbares Buch gelungen: ironisch, witzig und doch lehrreich und versonnen: Wie weit muss ein Mensch reisen, um sich selbst zu entkommen – was dann doch nicht gelingt. Und wer erkennt mehr von der Welt? Der Weltreisende oder der Stille, der Tage damit zubringt, die Bewegung einer Kompassnadel zu betrachten?


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