D – wie Dauerwelle

Zu dem Buchstaben „D“ meiner Kategorie Early50 A – Z möchte ich Euch auf einen Abstecher in meine Jugendzeit mitnehmen.

Da ich ein Teenager der 80er war, habe ich ein großes Portfolio modischer Glanzleistungen (oder vielleicht besser Entgleisungen) vorzuweisen. Die früheren Jahrgänge unter meinen Followern wissen, was ich meine: Weite Bundfaltenhosen mit schmalen Beinabschlüssen, welche die Schäfte der La Scarpa Cowboystiefel schön in Falten legten. Zarte Pastellfarben und kreischende Neonfarben in allen Schattierungen. Corsagen, Miniröcke aus Sweatshirtstoff, Stulpen, Strassschmuck etc. Ich hatte sie nicht nur alle in meinem Schrank, ich habe sie auch alle getragen.

Eigentlich wären das ja schon genug Entgleisungen für einen einzelnen Menschen gewesen. Doch, ich musste allem noch die Krone aufsetzen und machte auch vor meinen Haaren nicht Halt. Eine Dauerwelle sollte mein knapp schulterlanges Haupthaar in Form bringen. Nun gab es damals leider nicht so eine große Auswahl an Lockenformen wie heute. Das gängigste „Modell“ war die „Minipli“. Sah schrecklich aus! Aber, glaubt mir, damit war ich damals ganz weit vorne.

Damit Ihr Euch auch wirklich bildlich vorstellen könnt, was ich meine, sind hier einige Beweisfotos. Das Grauen war nicht etwa ein einmaliger Ausrutscher, nein, es zog sich über einige Jahre. Leider verbesserten auch die fortschrittlicheren Friseurmethoden das Endergebnis nicht wesentlich.

Ihr seht mich unten in den Jahren 1982 bis ca. 1990. Lasst es in Ruhe auf Euch wirken….

D – wie Dauerwelle D – wie Dauerwelle D – wie Dauerwelle mit_Dauerwelle4

Am Ende waren meine Haare so kaputt, dass ich für viele Jahre eine modische Kurzhaarfrisur tragen musste. Anfangs stimmte mich der Verlust meiner „Haarpracht“ sehr traurig. Doch nach einigen Monaten (und dem Anschauen obiger Fotos) musste selbst ich – wenn auch schweren Herzens – zugeben, dass es so ohnehin nicht weitergegangen wäre.

Auf jeden Fall habe ich aus meiner Experimentierlust gelernt und die einzige Chemie, die ich heute noch an meine Haare lasse, ist eine braune Färbung. Diese allerdings auch nur im 12-Wochen-Rhythmus, damit das Grau nicht so sehr durchkommt.

Irgendwann in ein paar Jahren werde ich auch auf das Färben verzichten und zu meinen grauen Haaren stehen. Doch im Moment fühle ich mich noch nicht bereit, diesen Schritt des Alterns zuzulassen.


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