Crop Over auf Barbados - Eine Mischung aus Karneval und Erntedank

Verkleidete Gruppe von Kindern (© Meg Stewart, creative common license 2.0, via flickr)Wenn man sich den Karneval auf der kleinen Antilleninsel Barbados anschaut, könnte man fast meinen, dass hier der klassische Karneval gefeiert wird. Der heimische Fasching heißt hier jedoch „Crop Over“ und stellte zuallererst, wie der Name schon andeutet, ein Art Erntedankfest dar.

Das Fest entstanden schon in der Kolonialzeit um 1688 herum und wurde damals nach erfolgreich beendeter Zuckerrohrernte auf den Plantagen gefeiert. Es wurde getanzt, gesungen, gegessen und Musik gemacht. Auch Trinkwettbewerbe und das Emporklettern an einer eingefetteten Stange gehörten zu den Feiern mit dazu. Über die Jahre hinweg entwickelte sich das traditionelle Crop Over zum Karneval und wird seitdem jedes Jahr im Juli und August gefeiert. Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges nahm der Export von Zuckerrohr ab und so wurde das jährliche Fest schließlich abgesetzt. Erst später im Jahr 1974 wurde es wieder zum Leben erweckt und ist seitdem nicht mehr wegzudenken.

Das bunte Treiben auf Barbados ist ein richtiges Highlight und somit trifft man hier nicht nur die Bewohner Barbados, sondern auch Menschen von anderen Inseln, Touristen, Urlauber und sogar auf die eine oder andere berühmte Persönlichkeit. Los geht es mit der feierlichen Übergabe der „letzten“ Zuckerrohrernte und mit der Krönung der Königin und des Königs. Dieser Titel steht jedes Jahr denjenigen zu, die am meisten Zuckerrohr geerntet haben. Die weitere Karnevalszeit ist geprägt von Paraden, Musik, bunten Kostümen, gutem Essen und weiteren faschingstypischen Attraktionen. Es wird dabei aber auch auf die Geschichte und Kultur wertgelegt, so gibt es Folklore Konzerte und Fotoausstellungen und auch das gebotene Essen ist sehr vielfältig. Das Angebot reicht von gegrilltem fliegenden Fischen über Pepperpot, eine Art Eintopf mit Fleisch und vielen Gewürzen, bis hin zu Fladenbrot.

Verkleidete Frau auf Barbados (© alfback2003, creative common license 2.0, via flickr)Calypso, ein afro-karibischer Tanz- und Musikstil, begleitet dabei durchgehend die Crop Over-Feiern. Er entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und geht bis auf die Zeit der afrikanischen Sklaven zurück. Er vermischte sich später mit den verschiedenen Musikstilen der Kolonialmächte und stellt heute ein wichtiges Kulturgut von Trinidad & Tobago und den kleinen Antillen dar, wozu auch die Insel Barbados gehört. Als die Franzosen dann den Karneval auf die Inseln brachten, wurden zu dieser Zeit Calypsowettbewerbe abgehalten und diese gibt es zur heutigen Karnevalszeit immer noch. Sie stellen dabei einen wichtigen Bestandteil der Feierlichkeiten auf Barbados dar.

Das Ende des bunten Treibens markiert der erste Montag im August, an dem auch der absolute Höhepunkt des Crop Overs stattfindet, der „Grand Kadooment Day“. An diesem Tag geht es morgens in einem großen Stadium los; hier treten auffällige kostümierte Bands mit einer riesigen Anzahl von Tänzern auf und sorgen für eine großartige Stimmung. Außerdem werden die besten Designer des Jahres gekürt. Auch die Kinder werden dabei nicht ausgelassen, denn nicht nur die Erwachsenen können in ihren Kostümen vor der Jury auftreten. Vom Stadium wird die Party dann zum „Spring Garden Highway“ samt Bands und Festwägen verlagert, wo es dann mit Essen, Tanz und Musik weitergeht und das Ende der "größten Party des Jahres" gebührend gefeiert wird.


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