Corona-Virus im Radsport angekommen

Corona-Virus im Radsport angekommen

Die Hysterie rund um den Corona-Virus nimmt mittlerweile ganz schöne Ausmaße an. Die Angst geht um. Jeder, der sich nur ansatzweise räuspert, wird schief angeguckt. Das Virus beeinträchtigt uns mittlerweile in vielen Lebensbereichen. Nicht nur im Radsport. Man achtet mehr darauf, was man anfasst, wohin man geht oder ob man besser ganz Veranstaltungen meidet, wenn sie nicht eh schon abgesagt sind. Das Bundesland NRW hat bereits ganz aktuell im Zuge der Prävention alle Großveranstaltungen gestoppt. Ob man sich in anderen Bereichen nun auch erst einmal auf freiwilliger Basis und mit gesundem Menschenverstand weiter einschränkt, sollte sich jeder selber fragen. Aber in der Stunde der Not gebietet die Situation es darüber nachzudenken. Meine Meinung.

Nachrichten-Ticker zum Corona-Virus von ZEIT ONLINE

Das die Grippewelle fast gleichzeitig durchs Land fegt, wird aber gar nicht richtig wahrgenommen. Ich habe es erst gemerkt, als ich selber zum Arzt mit grippeähnlichen Symptomen musste. Und ja, ich habe vorher natürlich angerufen. Jedenfalls war das Wartezimmer rappelvoll. Anderthalb Wochen lag ich dann bisher situationsbedingt zu Hause auf der Couch. Ich fühlte mich vom Grippemonster durch die Mangel gedreht und anschließend wieder ausgespuckt. So eine Menge an Medizin habe ich selten in meinem Leben genommen. Und trotzdem schwebte auch mir immer im Kopf der Gedanke herum: „Was, wenn ich doch irgendwoher den Corona-Virus habe...von den Symptomen her?" Trotzdem ließ ich mich nicht verrückt machen. Panik ist trotz allem nicht angebracht.

Das Schlimmste war, wie sollte es auch anders sein, wenn ich krank bin - ohne pietätlos zu klingen - das Radfahren erstmal überhaupt nicht ging. Das ganze Training - gefühlt erst einmal für die Katz. Selbst den Rollentrainer fand ich auf einmal wieder sehr attraktiv, der da so einsam im Wohnzimmer vor sich hin staubte. Und das auch weiterhin tun musste. Und da fiel mir langsam auf, wie sehr der Radsport im Allgemeinen bereits unter der Virus-Krise leidet. Man denke da an die UAE Tour in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die wegen Infektions-Verdacht bei zwei Mechanikern abgebrochen wurde und Radrennfahrer sowie der Stuff tagelang unter Quarantäne im Hotel festgehalten wurden.

Corona-Virus trübt Stimmung

Oder man nehme die Absage vom Frühjahrsklassiker Mailand-San Remo und von Tirreno-Adricatico. Das traf die Radsportszene hart. Auch weitere Rennen und Radveranstaltungen können dem Corona-Virus zum Opfer fallen. In den USA wird das allseits beliebte Sea Otter Classic in Monterey, Kalifornien, auf irgendwann in 2020 verschoben. Hier tummeln sich sonst bis zu 10.000 Profi- und Amateurradsportler und an die 70.000 Besucher! Bei Paris-Nizza gibt es den Erlass, das Zuschauer nur bis 100 Meter an den Start und ans Ziel herandürfen. Und dann zusätzlich nur ganz begrenzt. Das Rennen, welches gerade stattfindet, fährt quasi also unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Teams von Mitchelton-Scott oder Astana nehmen erst gar nicht teil. Weder für die Fahrer noch für die Fans eine einfache Situation. Auf Dauer werden da Märkte wegbrechen, wenn Sponsoren auf die Idee kommen sollten solche Veranstaltungen als nicht mehr attraktiv einzustufen. Die Gefahr besteht. Und die Saison hat gerade erst angefangen. Keiner weiß, wohin das im Radsport noch führt.

„Mein" persönlicher Radsport leidet auch

Bei mir und „meinem" Radsport zieht das ebenfalls bereits Kreise. Die nächste Veranstaltung, das Und ich könnte mir vorstellen, das selbst LtD Gravel Fest mit dem Profi Laurens ten Dam, welches vom 20. bis 22. März in Süd-Limburg in den Niederlanden stattfinden sollte und wo ich mich als Teilnehmer sehr darauf gefreut habe, ist auf Ende Mai verschoben worden! Auch die Cyclingworld Düsseldorf, meine Lieblings-Fahrradmesse, musste nun wegen der Entwicklung in der Corona-Virus-Krise für dieses Jahr die Segel streichen. Frankfurt-Eschborn am 1. Mai demnächst auf der Kippe stehen könnte, wenn der Corona-Virus weiterhin auf dem Vormarsch ist. Das Rennen, auf das ich mich so sehr gefreut habe mitfahren zu dürfen. Das ist alles traurig, das ist klar. Verstehen kann ich die Organisatoren bei Absagen allerdings schon. Bei Großveranstaltungen haben sie es jetzt, nach aktuellen Stand, eh nicht mehr in der eigenen Hand. Glücklich schätzen dürfen sich die, die ihr Event erst einmal verschieben können. Ob kleinere Veranstalter das finanziell stemmen können, wird sich zeigen. Rosig wird das sicherlich nicht.

Wie wird es weiter gehen?

Doch wie geht man in Zukunft mit solchen Veränderungen um? Der Corona-Virus wird unsere Welt verändern. Ziel muss es bleiben, ihn einzudämmen, so weit wie es geht. Auch wenn es irgendwann einen Impfstoff geben wird, der Corona-Virus zeigt uns zu deutlich, wie gebrechlich und fragil unsere Welt ist. Ich glaube, die Globalisierung wird auch in Zukunft für eine rasche Verbreitung weiterer Viren sorgen, wenn wir jetzt nichts daraus lernen. Man wird gemeinsam handeln müssen. Über alle Grenzen hinweg. Nur so wird es gehen. Der Radsport wird sich auch wieder bis zu einem gewissen Punkt normalisieren. Das schon. Eine Ausdünnung an Veranstaltungen ist trotzdem im Bereich des Möglichen, wenn es restriktive Vorschriften geben sollte, wie man mit Zuschauern, Fans und Sportlern in Zukunft umzugehen hat. Wird das dann noch attraktiv sein? Und finanziell stemmbar? Für Sponsoren interessant? Oder werden wir doch einfach demnächst wieder alles beim Alten haben, so als ob nichts geschehen wäre? Die Zukunft wird es zeigen. Einfach wird es nicht.


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