Coromandel entdecken - 2. Teil

Schon den 1. Teil gelesen?


Am Samstag den 28. November verliesen wir Thames wieder und fuhren die wunderschöne Küste hinauf. Die Straße zwischen Thames und Coromandel Town zählt laut "Lonely Planet" zu den schönsten Küstenstraßen der Welt und wir können uns jetzt auch vorstellen wieso. Die Straße ist an vielen Stellen die unmittelbare Grenze zwischen der See und dem Land und windet sich ab Thames mal links, mal rechts, mal auf und mal ab. Es gibt kaum eine Stelle an der man zwanzig Meter vor sich noch gerade Straße findet. Links von sich, schaut man in türkisblaues Wasser, das trotz des wolkenbehangenen Himmels strahlt und einem ein Gefühl von Freiheit und Zufriedenheit vermittelt. Auf der anderen Seite ragen undurchdringlich mit Bäumen und Farnen bewachsene Hügel empor. Nach circa vierzig Kilometern lässt die Straße von der Küste ab und führt etwas weiter über kleine Berge durchs Landesinnere. Folgt man dem State Highway 25 von Thames kommend dann nicht nach rechts in Richtung Whitianga, sondern fährt gerade aus, kommt man nach einer Weile in die kleine Stadt Coromandel Town, welche offenbar die Jahrtausendwende völlig verschlafen hat.

Die Ortschaft ist trotz ihrer geringen Größe als "Café- Hauptstadt"- Neuseelands bekannt und tatsächlich ist die Massen an verschieden großen und kleinen Cafés und Restaurants beeindruckend. Man könnte meinen das jedes zweite Haus seine Türen für die Durchreisenden öffnet und davon gibt reichlich. Als wir auf die Hauptstraße, welche gleichzeitig das Zentrum der Stadt darstellt, kommen, parken auf beiden Seiten der Straße fein säuberlich aufgereiht gut fünfzig Motorräder. Die Palette reicht von sportlichen Rennmaschinen, bis hin zu sofa-ähnlichen Choppern. Genauso bunt wie die Zweiräder sind deren Besitzer, zumindest was die Charaktere angeht, denn in modischer Hinsicht hatten alle offenbar den selben Berater. Die schwarze Lederkluft ist überall zu sehen, bedrohlich wirkt die typische Bikeruniform aber an keiner Stelle. Wie sollte sie angesichts ihrer lachenden, quatschenden, gegenseitig ihre Bikes bestaunenden und fröhlich ihre Leben genießenden Träger auch?

Coromandel entdecken - 2. Teil Coromandel entdecken - 2. Teil

Auch wir lassen uns von der guten Stimmung treiben und schlendern die Straße entlang. Da Deutsche entweder ein unheimlich gutes Gespür für schöne Orte haben, oder einfach überall sind, kommen wir auch nicht umhin nach einer halben Stunde und insgesamt etwa dreihundert zurückgelegten Metern bereits mindestens zehn unserer Landsleute getroffen zu haben. Wie weit muss man denn noch weg fliegen?

Am Rand des Stadtzentrums, also da wo wieder Wohnhäuser an der Hauptstraße stehen, sitzt eine sechsköpfige Straßenband bestehend aus Leuten welche sich alle zumindest in ihren späten Fünfzigern befinden. Sie spielen auf verschiedenen Instrumenten Lieder vergangener Zeiten und singen lautstark, aber trotzdem gefühlvoll in mit großen bunten Schaumstoffbällen überzogene Mikrofone. Es isr ein amüsantes und zur gleichen Zeit perfekt in die Szenerie passendes Bild einer kleinen Stadt deren Holzhäuser mit hohen Fassaden und ihr verschlafenes Selbst eher an eine wildwest Kulisse, als an eine Kleinstadt des 21. Jahrhunderts erinnern.

Vom Charm von Coromandel Town beflügelt fahren wir nordwärts aus der Stadt heraus, an der lang gestreckten Amadeo Bay vorbei und kommen bald ein Stück hinter Colville an eine T-Kreuzung, an der wir entweder nach links Richtung Fletcher Bay, dem nördlichstem Punkt der Halbinsel oder nach rechts Richtung Port Charles und Waikawau an der Ostküste abbiegen können. Obwohl wir ursprünglich nach Norden wollten, entscheiden wir uns mangels kostenfreier Campingplätze dann doch dagegen und biegen mit dem unbedingtem Wunsch unseren Besuch der Fletcher Bay nachzuholen nach rechts ab. Wir fahren über Schotterpisten bergauf und ab, mal schmale Serpentinen mit haarnadelengen Kurven, mal lange gerade Wege im flachen Landesinneren. Auch wenn hier in der Ebene zwischen den Küsten einige Häuser stehen und ab und an eine Kuh durch das sumpfige Flachland läuft erweckt die Umgebung den Eindruck, als hätte sich hier noch nie auch nur irgendetwas verändert. Als wäre alles was jetzt da ist, schon seit Anbeginn der Zeiten da an seinem Platz. So wie hier steht die Zeit wahrscheinlich an kaum einem anderen Ort der Welt.


Weiter gehts mit dem 

3. Teil


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