[Comic] Nennt mich Nathan

Eine Geschlechtsidentitätsstörung oder Identitätsproblematik ist kein Trend und durchaus „normal“. Mit diesem – für vor allem einige ältere Menschen – eher schwer nachvollziehbaren Thema, beschäftigt sich der Comic „Nennt mich Nathan“.

Dieser Comic wurde mir vom Splitter Verlag als Rezensionsmuster zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Die Bewertung des Comics findet aber in üblicher Vincisblog Qualität statt.

Der Plot

Lila stellt sich die Frage: „Was soll der Mist?“. Lila ist anders, sie zieht T-Shirts von ihrem jüngeren Bruder Theo an und sie wirkt oft fehl am Platz. Ob es nun in der Umkleide im Schwimmunterrichts ist oder wenn über Frauenprobleme gesprochen wird.

  • [Comic] Nennt mich Nathan(c) Splitter Verlag
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Sie entwickelt sich, sie bekommt Brüste und ihre Tage. Sie mag Mädchen, alles an ihnen, ihre Hintern, ihre Brüste, ihre Haare, aber selber will sie keins sein. Lila ist auch nicht lesbisch, nur im falschen Körper. Sie ist ein Kerl. Ein neuer Haarschnitt soll das verdeutlichen, aber das ist nur der Anfang.

Sie bricht aus und fordert „Nennt mich Nathan“. Dabei beginnt in der Familie die Suche, ob sie irgendetwas falsch gemacht wurde. Wie konnte das passieren? Fragen wie „willst du ein Junge werden“, beantwortet Nathan ganz trocken, er ist bereits ein Junge.

Mein Comic Senf

Es bedarf viel mehr Aufklärung über das Thema Geschlechtsidentitätsstörung. Das ist keine Phase, kein Trend und auch kein Wunschkonzert. Das zeigt der Comic in verständliche und zugängliche Weise. Dabei wird nicht direkt mit der Tür ins Haus gefallen. Der Comic nimmt sich Zeit.

Später gibt es die Einblicke, die man sonst eventuell nicht hat bzw. bekommt. Wie läuft eine Operation ab, warum ist sie nötig und was passiert eigentlich mit den Behörden? Das alles ist ein durchaus lohnender Blick hinter die Kulissen, mal eben kann man sowas nicht machen.

  • [Comic] Nennt mich Nathan(c) Splitter Verlag
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Die toleranten Eltern sind schnell in der „Fehlersuche“ abgetaucht. Irgendwie verständlich, aber auch komplett falsch. Man macht nichts falsch, wenn sein Kind den Mut hat, Dinge richtigzustellen. Vielleicht haben die Eltern sogar alles richtig gemacht. Nicht wenige nehmen es hin und hinterfragen ihr Geschlecht einfach nicht.

Die Optik des Comics ergänzt die Geschichte hervorragend. Es ist ein leichter Stil, der genau zum Thema passt und einen durch den Comic gleiten lässt. Irgendwo ein schlichter Stil, zu einem leider komplizierten Thema. Das ist in der Summe ein ziemlich guter Comic, der mehr Beachtung verdient hat.

[Comic] Nennt mich Nathan Meine letzten Worte:

Schon immer ein Junge

Review


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