Clone Wars wird zu einer Cartoon Show

Dave Filoni hat hat die Folge “A Sunny Day in The Void” im Vorfeld als experimentell bezeichnet. Das mag stimmen, wenn man experimentell mit handlungsarm und langweilig gleichsetzt.

Darüber hinaus soll diese Folge gewissermaßen ein Hommage an den im heutigen März verstorbenen französischen Comiczeichner Moebius und seinen Stil sein und ja, das lässt sich bis zu einem gewissen Grad erkennen.

Schließlich soll diese CW Episode noch Anklänge an George Lucas’ Erstlingswerk THX 1138 haben und naja, um das zu erkennen braucht man schon Einiges an Fantasie.

Was diese Folge aber zweifellos tatsächlich geworden ist, ist der bisherige Tiefpunkt der Serie. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass es möglich ist, das Niveau von “Secret Weapons” noch zu unterbieten, doch das ist ohne größere Probleme gelungen.

Grundsätzlich leidet dieser zweite Teil der “D-Squad-Trilogie” (ja, nach Weihnachten dürfen wir noch eine weitere Folge von diesem Mist erdulden) an den gleichen Problemen wie sein Vorgänger: Meebur Gascon (aka der Frosch) und WAC-47 – ein neumalkluger Pit-Droide – ohne Zweifel die beiden enervierendsten Figuren der Star Wars Galaxis. Was dieser Geschichte hier jedoch noch einen zusätzlichen Dämpfer versetzt, ist, dass sie einerseits (zum andererseits kommen wir gleich) über weite Strecken einfach fad ist (ich fand mich in der seltsamen Situation wieder, mir zu wünschen, dass die 22 Minuten dieser Folge einerseits bald vorüber sein mögen und gleichzeitig ziemlich überrascht zu sein, als dies dann tatsächlich der Fall war, da ich doch irgendwie erwartet hätte, dass noch ein bisschen Handlung vorbeischaut, bevor der Nachspann kommt).

Gerade mal die ersten paar Minuten sind noch einigermaßen interessant, als der Frosch, der Pit-Droide und die vier Astromechs in einen Meteoritenschauer gelangen und auf einem seltsamen Planeten namens Abafar notlanden müssen. Doch selbst diese kurze Zeit böte ausreichend Raum für Verbesserungen: ich habe die Serie an dieser Stelle schon öfters für ihre gute (und zunehmend sogar noch besser werdende) optische Umsetzung gelobt. Leider wirken die Meteoriten jedoch seltsam abstrakt, wie die Schemen von riesigen und gleichzeitig statischen Wassertropfen, die ein (mäßig talentiertes) Kind gemalt hat und kaum jemals wie große Eisbälle, die durchs All jagen.

Durch den Eissturm

Durch den Eissturm

Darüber hinaus hätte diese Szene die Möglichkeit einer Referenz auf die Verfolgungsjagd durch das Asteroidenfeld aus ESB geboten (man hätte ja nicht gleich so weit gehen müssen, dass WAC für Gascon die Wahrscheinlichkeit ermittelt, einen Flug durch einen Meteoritenschwarm zu überleben).

Und schließlich hatte ich mit ziemlicher Sicherheit erwartet, dass in der Szene, in der die Astromechs an der Außenseite des Schiffes versuchen, die Energieversorgung wieder herzustellen, mindestens einer von ihnen von einem Eisball weggefegt wird. Nicht weil mir die kleinen Typen so unsympathisch wären, aber weil die Ähnlichkeit dieser Szenen zu Padmes Flucht von Naboo in Episode I beinahe schon erdrückend war.

Eine Droidenkette

Eine Droidenkette

Aber nichts davon ist passiert!

Und weil wir schon bei Referenzen sind: die Szene, als sich die Astromechs in die Wüste (strenggenommen wirkt die Oberfläche von Abafar weniger wie eine Wüste als wie ein ausgetrockneter Salzsee) aufbrechen, hätte die Chance auf einen R2-D2 C-3PO Seitenhieb aus dem Beginn von ANH geboten (wie etwa: “Go that way! You’ll be malfunctioning within a day, you near-sighted scap pile!”)

Ein Astromech im Lauschmodus

Ein Astromech im Lauschmodus

Aber auch hier Fehlanzeige!

Damit kommen wir zum zweiten großen Minuspunkt dieser Folge (oder ist es der dritte, oder der vierte, oder der – egal!): das Verhalten und die Dialoge von WAC und Gascon erreichen hier einen Grad der Absurdität und des des Slapstick-haften, der einen an Cartoonserien wie “Cosmo & Wanda” “Pheneas & Ferb” oder “Kim Possible” denken lässt. Versteht mich nicht falsch: ich mag Cartoon Slapstick und absurde Dialoge, ich finde sie vielfach sogar echt witzig, aber das ist absolut nichts, dass ich in Clone Wars erleben möchte. In “Detours” vielleicht, oder in “Robot Chicken” oder in den Lego Filmen – alles kein Problem, aber CW ist (normalerweise) zu gut, um zu einer kindischen Cartoon-Serie zu verkommen.

Doch ich möchte – mangels einer Handlung über die man sich ausbreiten könnte – noch einen anderen Punk ansprechen: In der Intro-Erzählung sowohl zu dieser als auch zur vorangegangenen Folge, ist von der Wichtigkeit des Entschlüsselungsmoduls (das D-Squad erbeuten konnte) für den Verlauf des Krieges und von einer unmittelbar bevorstehenden Offensive der Separatisten die Rede. Ich habe die starke Befürchtung, dass wir weder von diesem Modul noch von der Offensive nach dem Ende der nächsten Folge je wieder etwas hören werden, aber: wäre es nicht interessant, wenn es sich bei dieser Offensive um den Angriff auf Coruscant handeln würde und dieses Modul verwendet werden soll, um den Angriff auf die Hauptstadt und die Entführung des Kanzlers kommunikationstechnisch zu koordinieren? Wir wissen, dass wir uns im letzten Jahr der Klonkriege befinden, wenn auch nicht genau, wie knapp vor den Ereignissen von ROTS, aber die Vorstellung, dass die hier gezeigten Ereignisse Sidious, Dooku und Grievous dazu zwingen könnten, die letzte große Schlacht dieses Krieges vielleicht noch einige Wochen oder Monate zu verschieben, würde dieser Geschichte wenigstens eine gewisse Bedeutung zukommen lassen, die sie sonst – meiner Meinung nach – nicht bekommen würde und auch nicht verdient hat.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt (ist diesmal nicht viel):

  • Als das Schiff der Droiden in den Meteoritenschwarm einfliegt ist der Hyperraumtunnel plötzlich rosa, statt wie sonst blau. Das ist seltsam, denn bei Unterlichtgeschwindigkeit ist dann von Rosa keine Spur mehr.
  • Ich hätte es für eine gute Idee gefunden, wenn das Schiffswrack, das die Droiden und Gascon entdecken tatsächlich ihr eigenes und die Leichen (sofern man bei Droiden davon sprechen kann) tatsächlich ihre eigenen gewesen wären. Natürlich hätte dies einige Fragen aufgeworfen, aber wenn man schon eine experimentelle Folge machen möchte, darf man vor solchen Ideen nicht zurückschrecken.

Die obigen Bilder und noch viele mehr gibt es wie immer auf meiner Flickr Seite.