Chanukkah Israelban

 

Budapest bei Schneefall

Budapest bei Schneefall

Der Winter hat lange gebraucht, bis er in Budapest Einzug gehalten hat, dafür hält er sich hier jetzt beständiger, als so manch einem lieb ist. Kalter Wind, Schnee, Eis und allerlei andere weniger angenehme Begleiterscheinungen warten auf der anderen Seite der Türe. Trotz Hochtechnologiezeitalter und globaler Erwärmung haben wir es noch nicht geschafft ein Patentrezept gegen die Kälte zu finden. Wegleugnen funktioniert nur solange einem die Wahrheit nicht die Nase abfriert; und warme Kleidung ist doch eher ein Zugeständnis an den Winter, dass er kalt ist.

Die künstliche Verdickung des Körperumfanges geht meistens mit der „natürlichen“ einher. Dieser Umstand mag zwar nicht so modisch sein, wie man die Kleidung gerne hätte, aber eine gewisse Nützlichkeit kann man ihr nicht absprechen.

Fett bzw. Öl hatte und hat aber heute auch noch eine andere Funktion: Es eignet sich um Flammen am Leben zu halten. Auch ich gehöre zu den glücklichen Menschen die eine Öllampe besitzen (die tatsächlich mit Speiseöl gefüllt wurde).

Wenn wir eine Liste mit den bekanntesten Symbolen des Judentums anfertigen würden, dann würde sie wahrscheinlich so aussehen:

  1. Magen David (Davidstern)
  2. Menorah (7-armiger Leuchter)
  3. Chanukkiah (9-armiger Leuchter – aber wahrscheinlich eher wegen der Verwechslung mit der Menorah)

Menorah vor der Knesset in Israel

Menorah vor der Knesset in Israel

Chanukkah ist ein interessantes Fest, das alle drei Symbole in sich vereint.

Begonnen hat die Geschichte, als Alexander der Große dabei war die ganze (bekannte) Welt zu erobern. Das antike Israel war auch auf seiner „Wunschliste“. Alexander der Große hatte die Bräuche und Gepflogenheiten der unterworfenen Völker geschätzt, was ihm auch Sympathien seitens der Juden eingebracht hat. Doch obwohl er sich gerne als Gott verehren hat lassen konnte dies nichts an der Tatsache ändern, dass er trotz seiner übermenschlichen Erfolge doch „nur“ ein Mensch war und irgendwann das Zeitliche gesegnet hat. In gewisser Hinsicht blieb er dann zumindest als Toter recht lange „frisch“, da er zu Konservierungszwecken in ein Fass mit Honig eingelegt wurde… Aber das ist eine andere Geschichte.

Wie in allen Großreiche der Geschichte hatte auch das Reich Alexanders viele potentielle Folgeherrscher und noch mehr, die es gerne geworden wären. Zwar hatte Alexander dafür gesorgt, dass jedem Nachfolgestaat ein würdiges Territorium gehören sollte, jedoch zeigen sich die Nutznießer nicht ihre Dankbarkeit, sondern wollten – trotz oder genau wegen der vorigen Jahrzehnte des Krieges ihr Gebiet ausdehnen. Diadochenkämpfe im wahrsten Sinne des Wortes… („Diadochen“ wurden die Nachfolger Alexanders genannt).

Als die Seleukiden dann in Israel die Macht übernahmen war es mit dem kulturellen Nebeneinander vorbei. Die Juden, die trotz griechischer Besatzung Juden geblieben waren sollten plötzlich dem griechischen Götterglauben und der griechischen Philosophie nachgehen – notfalls mit Gewalt.

Ihre Begeisterung darüber hielt sich genauso in Grenzen wie die der neuen griechischen Besatzung über das jüdisch-bleiben der Juden. Das es Auseinandersetzungen gab war kein allzu großes Wunder – spätestens als die Besatzer meinten, der Tempel von Jerusalem würde sich gut dafür eignen Zeus anzubeten reichte es den neuen Vorbesitzern des Tempels. Yehuda Makkabi (Judas Makkabäus) führte seine Volksgenossen gegen die Sekleukiden im Kampf und errang tatsächlich Sieg um Sieg (die ganze Geschichte lässt sich in der Bibel im Buch der Makkabäer nachlesen). Irgendwann gelang es dem kleinen Israel sogar die griechische Übermacht ganz zu bekämpfen und zu vertreiben.

Chanukkah Israelban

Das Dach der Zentrale von Iranair am Flughafen von Teheran. Das Gebäude wurde von israelischen Ingenieuren vor der "Islamischen Revolution" 1979 errichtet.

Hier kommt Platz 1 der jüdischen Identifikationsgegenstände zum Tragen: Der Stern Davids. Dieser sechseckige Stern wurde wie es heißt schon zu Zeiten Davids auf den Schildern der Israeliten getragen. Von daher ist er schon fast als so etwas wie das Zeichen des Siegs des Kleinen (David) über das unbesiegbare (Goliath) zu sehen.

Im Tempel sollte wieder geweiht werden und statt Zeus bevorzugte man auch den eigenen Gott. Da dieser einmal aufgetragen hat, man möge ihm doch eine Menorah errichten stand diese im Tempel. Wenn ich mir diesen Satz noch einmal durchlese und mir vorstelle, ob das damals so gewesen sein könnte, Gott ruft zu Moses, der am Berg steht:“Bau mir eine Menorah!“ und Moses, der eben dabei ist, das Judentum zu begründen fragt sich nur:“Was meint er jetzt schon wieder?“. Also möchte auch ich kurz erläutern, was eine Menorah ist:

Es handelt sich dabei um den sieben-armigen Leuchter, der das Judentum treffender repräsentiert als der Davidstern und somit auch auf dem israelischen Staatswappen zu sehen ist. Die Kerzenhalter sollten, wenn ich mich jetzt recht erinnere, wie Mandelblüten geformt sein…

Aber zurück zur Menorah im Tempel. Auf den sieben Armen brannte (bzw. sollte brennen) das Feuer in koscherem Olivenöl, aber nach der Umgestaltung des Tempels war nur noch eine kleine Amphore desselben übrig, das maximal genug für einen Tag ausreichen würde. Die Herstellung von mehr würde neun Tage in Anspruch nehmen. Es wäre undenkbar die Neueinweihung des Tempels jetzt um diese neun Tage zu verschieben, daher musste das Bisschen Olivenöl ausreichen. Es brannte.

Einen Tag.

Zwei Tage.

Drei Tage.

Vier Tage.

Fünf Tage.

Sechs Tage.

Sieben Tage.

Acht Tage.

Neun Tage.

Genau das ist das Wunder von Chanukkah. Das Öl hat ausgereicht, lang genug zu brennen, bis wieder koscheres Olivenöl verfügbar war.

Deswegen ist „Lichterfest“ ein Synonym für Chanukkah. Der neun-armige Leuchter – die Chanukkiah symbolisiert eben diese neun Tage.

Chanukkia in Budapest

Chanukkia in Budapest

 


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