Celeste

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Celeste

9Plattformer

Wer braucht eigentlich Celeste? IndiePlattformer gibt es wie Sand am Meer, pixelhafter Retro-Look wird auch nicht mehr origineller und irgendein neuartiges Gimmick kann das Spiel auch nicht vorweisen. 

Und doch hört man die Kritiker allerorts jubilieren. Ein Mysterium? Tatsächlich hat Celeste die einzige Stärke vorzuweisen, die einen Klassiker wirklich auszeichnet: Perfekt durchdachtes Spiel-Design. Ganz im Stil der besten Nintendo-Titel versteht es der Titel gekonnt seine Spielmechaniken einzuführen und schrittweise eskalieren zu lassen. Der aufmerksame Spieler unterläuft eine Verwandlung vom tölpelhaften Amateur hin zum perfekten Pixel-Akrobaten während das Spiel ihn artig an der Hand nimmt und ihn behutsam an aberwitzige Plattforming-Aufgaben heranführt.

Das Gameplay ist simpel und präzise: Einen großen Berg gilt es zu besteigen und dazu kann sich die Figur an Wänden festklammern und diese erklimmen. Darüber hinaus gibt es einen Boost in jede beliebige Richtung, welcher sich aber nur auflädt, wenn man zuvor wieder festen Boden unter den Füßen hat. Dies ist das Arsenal, welches dem Spieler zur Verfügung steht, um die Meatboy-artigen Levels zu bewältigen. Anders als bei Meatboy hängen die einzelnen Räume allerdings aneinander und ergeben so einen roten Faden. Es gibt gerade genug versteckte Abzweigungen und mysteriöse Puzzles, um den Spielablauf mit unterhaltsamer Abwechslung anzureichern. Die einzelnen Passagen, die thematisch zusammenhängen, enthalten dabei spezifische Plattforming-Gimmicks, die in bester Mario-Manier eingeführt, variiert und wieder verworfen werden.

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Besonders das Einsammeln von optionalen Erdbeeren stellt dem Spieler vor den knallharten Schwierigkeitsgrad, der bewältigt werden muss: Nicht nur werden teilweise pixel-genaue Ausführungen von komplexen Manövern eingefordert, auch das Timing muss mitunter auf die Hundertstel Sekunde passen. Scheint die geforderte Perfektion anfangs noch beinahe absurd, so sorgt der sorgfältig abgestimmte Spielverlauf dafür, dass nach wenigen Stunden die waghalsigsten Manöver locker von der Hand gehen.

Man merkt schon: Celeste richtet sich eher an absolute Hardcore-Zocker. Doch haben die Entwickler nicht vergessen, dass auch Normalsterbliche sich nicht ausgeschlossen fühlen wollen, weswegen es dem Spieler frei steht, jederzeit bestimmte Cheats/Optionen zu aktivieren, mit denen man behutsam den Schwierigkeitsgrad an die individuellen Bedürfnisse anpassen kann. Beispielweise kann man den Spielablauf verlangsamen, um so ein wenig mehr Luft zu haben. Dadurch ist der Titel eigentlich für jedermann zu empfehlen. Am Ende steht dann noch eine äußerst sympathische Präsentation, die mit einer liebevoll erzählten Story zum Nachdenken anregen möchte und die vielfältigen Level-Themen, die mit atmosphärischen Klängen untermalt sind.

Celeste ist Plattforming-Design in absoluter Perfektion. Man bearbeitet hunderte kleiner Plattforming-Aufgabe, die alle auf ihre Weise einzigartig und pointiert sind. Jede Aufgabe will zuerst logisch gelöst werden, sodass man im zweiten Schritt die Ausführung akribisch einstudieren kann – ein hypnotischer Prozess. Ist man erstmal mit der Story durch, warten noch immer waghalsigere Aufgaben auf den Spieler, sodass auch wirklich jeder Einzelne bis zum letzten gefordert ist. Lediglich auf der Switch halten das Spiel die fummeligen Buttons der Joycons zurück, ein Detail, dass bei einem perfekt durchdachten Spiel wie Celeste aber durchaus ins Gewicht fällt.

Plattform: Switch (Version getestet), PS4, PC, Xbox One, Spieler: 1, Altersfreigabe (PEGI): 7, Release: 25.01.2018, celestegame.com


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Autor

Florian Kraner

Aufgabenbereich selbst definiert als: Pixel-Fachmann mit Expertenausweis. Findet ”Das Fürchterliche muß sein Gelächter haben!” zutreffend.


 

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