Burnout Paradise Remastered

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Burnout Paradise Remastered

8Action-Racer

Die Burnout-Serie ist zurück. Zwar nur als Remaster in Form von Burnout Paradise Remastered, aber angesichts mangelnder ernsthafter Konkurrenz im Arcade-Racer-Genre dennoch gern gesehen. Kenner der hochgelobten Videospielserie werden natürlich frohlocken, gilt doch der 2008 erschienen Rennspielhit nicht nur als Höhepunkt der Serie, sondern für die Mehrheit der rennbegeisterten Spieler auch als ungeschlagener Genre-König.

Die Begeisterung ist in den ersten Spielminuten des mittlerweile schon zehn Jahre alten Titels leicht nachvollziehbar: Keine unnötige Story rund um verkannte oder geschmähte Rennfahrer-Koryphäen, keine belanglosen CGI-Sequenzen, die ein Spielgeschehen zeigen, das man am liebsten selbst schon erleben möchte. Nein: Kurz und knapp wird die Spielwelt erklärt, Minuten später sitzt man hinter dem Steuer eines PS-starken Boliden und wird in die titelgebenden Paradise City losgelassen, um actionreiche Rennen durch Häuserschluchten, Gebirgsstraßen oder auf Autobahnen auszutragen. Um den Spieler nicht zu überfordern wird mit einem simplen, aber effektiven (sprich: motivierenden) Fortschrittssystem nach und nach neue Vehikel mit unterschiedlichen Eigenschaften freigeschalten, die je nach Renntyp besser für eine Herausforderung geeignet sind.

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Neben einfachen Rennen gegen mehrere Kontrahenten kann hier eine Stunt-Challenge gewählt werden, in der man in einem begrenzten Zeitrahmen Punkte via Geisterfahren, Drifts, Sprünge und mittels Abkürzungen sammelt, um einen Highscore zu schlagen. Takedown-Rennen drehen sich um aggressives Gegner-Crashen und der Marked-Man-Modus versetzt den Spieler in die Rolle des gnadenlos Verfolgten. Die Besonderheit und zugleich das interessanteste Element von Burnout Paradise besteht in der Tatsache, dass in jeder Himmelsrichtung mehrere fixe Start- und Zielpunkte vorzufinden sind, die leicht einprägbar und mit jedem neuen Rennen leichter auffindbar sind. Dadurch kann schon in relativ kurzer Zeit durch die Spielwelt gerast werden, ohne beständig auf irgendwelche Karten, Markierungen oder Richtungsweiser angewiesen zu sein. Diese Art des Fokussierung bei gleichzeitiger Eingrenzung der Spielwelt ergibt dabei ein rundum gelungenes Fahrerlebnis, welches bisher wohl von keinem anderen Racer kopiert werden konnte.

Bei einer Jubiläumsausgabe wie Burnout Paradise Remastered darf man sich neben 60 FPS und höher aufgelösten Texturen natürlich auch ein vollständiges DLC-Paket erwarten. Inhaltlich wird alles geboten, was Kenner und Neulinge der Serie begeistert: Von neuen Spielmodi über legendäre Fahrzeuge bis hin zu Coup-Koop-Spielereien ist alles dabei, was Interesse erwecken kann. Aber ganz ohne Mängel ist auch der beste Burnout-Ableger nicht: So vermag der Soundtrack nicht mehr wirklich zu überzeugen, Tracks wie „Girlfriend“ von Avril Lavigne oder Twisted Sisters „I Wanna Rock“ sind zwar beim erstmaligen Hören amüsant, bei längerer Spieldauer angesichts der recht durchwachsenen Auswahl an Alternativen (sehr, sehr viel bedingt mitreißende Klassik) jedoch eher als Negativpunkt zu sehen. Auch eine genauere In-Game-Erklärung rund um zusätzliche Spielmodi würde nicht unbedingt schaden, um mehr Interesse an diesen zu erwecken.

So bleibt Burnout Paradise auch im Remaster ein wegweisendes Werk voller Höhen und kaum vorhandener Tiefen, das immer wieder auf eine schnelle Partie oder längere Challenge einlädt und mit jedem neuen Rennen zu überzeugen weiß. Abseits einiger weniger gut gealterten Elemente, die eigentlich problemlos zu beheben gewesen wären (oder heute auch vom Spieler selbst durchgeführt werden können), lässt sich jedenfalls attestieren, dass Burnout Paradise Remastered ein rundum gelungener, unterhaltsamer wie auch herausfordernder Titel ist, der seinen Kultstatus einmal mehr damit beweist, in dem er auch die aktuelle Konkurrenz mit Leichtigkeit abhängt.

Plattform: PS4 (Version getestet), Xbox One, PC, Spieler: 1-8 (online), Altersfreigabe (PEGI): 7, Release: 16.03.2018, Link zur Homepage


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Autor

Christoph Stachowetz

Aufgabenbereich selbst definiert als: Chief of Operations. Findet “Niemand ist so uninteressant wie ein Mensch ohne Interesse” (Browne) interessant.