"Bug" [USA 2006]


Draufgänger und Desperado William Friedkin, eine Koryphäe New Hollywoods, die ihre besten Zeiten bereits hinter sich zu haben scheint, ist frohen Mutes noch im Geschäft, ein Geschäft, ein Friedkin-Geschäft, das immer noch daraus besteht, einen unkommerziellen Krieg gegen sein Publikum zu führen, das sich freiwillig in die Hände eines zynischen Polemikers begibt. Mit "Bug" führt er die Konsequenz einer Philosophie fort, die keine Erwartungen weckt, sondern sie reihenweise zertrümmert – seine Filme sind Traum und Erwachen zugleich. Sie haben sich am Puls der Kontroverse eingenistet, an der Geilheit und unwiderstehlichen Anziehungskraft des Tabus.
Dass der Mann, ein Rentner und eine Spaßbremse, die Energie besitzt, einen durch den Minimalismus des Raumes erdrückenden, kammerspielartigen, streng durchkomponierten Stoff wie "Bug" umzusetzen, bedarf höchsten Respekt, denn "Bug", so schwer, haltlos und lästig sich der Film auch schauen, auch durchstehen lässt, so unnachahmlich roh, ehrfürchtig befreiend und bewundernswert empathisch (ja!) trägt Friedkin in giftigem Neonlicht neben bizarren Schmutz- und Hautwucherungen die Schutzmechanismen der Sitten und Moralitäten sowohl des Kinos als auch jener Figuren ab, die es oft zu asexuell, zu verklemmt, zu körperlos bevölkern. Und treiben.
Wenn sich Ashley Judd und Michael Shannon bis zur Unkenntlichkeit entblößen und ihre Wahnvorstellungen multiplizieren, dann entblößt Friedkin ein Kino von seinen Stoppschildern zur wahren Liebe zweier Kreaturen, die miteinander verschmelzen. Es gibt kein Halten mehr, "Bug" ist endgültig und ultimativ. Hintergründig ist er auch. In der paranoiden Allmacht der Schauspieler spiegelt sich Amerikas exorbitanter Verschwörungslobbyismus, dessen Maschinerie nach den Anschlägen auf das World Trade Center 2001 neu justiert wurde. Ab und zu zwinkert also dieser William Friedkin, aber man ist sich unsicher, ob er es ernst meint. Geändert hat sich wirklich nichts.
7 | 10

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