Brillenschlange trifft Hallodri

Brillenschlange trifft Hallodri

Ausgerechnet Tracy Chapman legt Emma auf, als sich der Mann ihrer Träume vor ihr entblättert. Kein Wunder, dass Dexter schon wieder die Hosen anzieht, als sie aus dem Bad kommt und sich neckisch in Liebestöter-BH und Doktorhut in der Tür räkelt.

Und das ist nicht das Einzige, was bei Emma ( Anne Hathaway) und Dexter (Jim Sturgess) schief gehen wird. In der Verfilmung des Bestsellerromans Zwei an einem Tag von David Nicholls finden die beiden einfach nicht zusammen. Ihr Schicksalstag ist der 15. Juli. Jedes Jahr treffen sie sich an diesem Tag und stellen immer wieder fest, wie verschieden sie doch sind.

Emma ist die Intelligenzbestie, sie verschanzt sich hinter ihren Brillengläsern, trägt unförmige Badeanzüge und bringt Dexter mit ihrer Schlagfertigkeit aus der Fassung. Der verbringt seine Zeit lieber in den Armen draller Schönheiten, als zu studieren, und hält sich Emma mit regelmäßigen Charmeoffensiven warm. Jahrzehntelang scharwenzeln die beiden umeinander herum und verpassen doch immer den Moment, sich in die Zweisamkeit zu stürzen. Stattdessen heiratet Dexter ein Mädchen aus gutem Hause und Emma lebt mit einem zauseligen wie erfolglosen Comedian zusammen. Worauf der Film hinausläuft, liegt da natürlich auf der Hand. Doch Vorsicht vor allzu raschen Schlüssen.

Kampfansage an das Prinzessinnen-Image

Das fängt schon beim Titel an. Auch wenn es noch so verheißungsvoll klingt, Zwei an einem Tag ist kein Ménage-à-trois-Streifen, sondern eine Romantische Komödie. Allerdings reiht sie sich nur auf den ersten Blick in all die auswechselbaren zuckersüßen Filme ein, die mit Plakaten von turtelnden Menschen Romantikdürstende in die Kinos locken. Wer rosa Wölkchen und schmachtende Geigen sucht, sollte um diesem Film lieber einen großen Bogen machen. Alle anderen erwartet hier intelligenter Witz und eine Wendung, die nicht nur die Regeln des Genres bricht, sondern auch den Zuschauer verstört zurück lässt.

Anne Hathaway ist als schrullige Hochbegabte sehr bezaubernd und sehr komisch. Dabei hat sie keine Hemmungen, unmöglich auszusehen: Im Liebestöter-BH oder im unförmigen Badeanzug unterläuft sie sehr charmant und uneitel ihr Prinzessinnen-Image.

Für Hathaway ist diese Rolle eine Gelegenheit, sich von ihrem Ruf des zarten Rehs frei zu spielen. Zwar tritt sie hier nicht als knallhartes Mannsweib auf, darf sich aber auf Humor und Wortwitz konzentrieren, statt nur schmachtende Kulleraugen zu machen. Man kann der Frau nur wünschen, dass sie in Zukunft die Gelegenheit bekommt, zu zeigen, dass mehr in ihr steckt als das romantisch verklärte Hascherl.

Strahlender Prinz im Gegenwind

Weil der Film die beiden Figuren über Jahrzehnte hinweg begleitet, dürfen Hatahway und Sturgess in lustige Garderoben schlüpfen: Von der Jeansjacke über Schulterpolster, Kurzhaarschnitt, Testbildpullis bis hin zum Jean-Seberg-Look. Das wirkt nie wie eine peinlich aufgesetzte Kostümshow, sondern liefert eine stimmige Grundierung.

Dem Film gelingt es allerdings nicht, die Kernkonstellation – das Paar trifft sich immer am 15. Juli – überzeugend herzuleiten. Es gibt recht mutige Zeitsprünge, bei denen der Zuschauer mitunter etwas ratlos zurück bleibt. Und in der Mitte geht dem Film ein wenig die Puste aus.

Dennoch: Der Charme von Zwei an einem Tag liegt darin, dass der Film auf intelligenten Witz statt auf schmalzige Säuseleien setzt. Hathaway ist nicht das naive Mauerblümchen, das geduldig darauf wartet, dass ihr Prinz sich austobt und reuig zu ihr zurückkehrt. Der Mann bekommt kräftigen Gegenwind. Und auf dem Höhepunkt der Komplikationen wirft sie ihm den klugen Satz an den Kopf: «Ich liebe dich, aber ich kann dich nicht mehr leiden.» Starke Frauen wie Emma kann das Genre der Romantischen Komödie gut gebrauchen.

Bestes Zitat: «So schlimm ist es nicht. Nichts, was man mit etwas Farbe und einem nuklearen Sprengkopf nicht richten könnte» (Dexter, als er Emmas neue Wohnung in London zum ersten Mal sieht.)

Titel: Zwei an einem Tag
Regie: Lone Scherfig
Darsteller: Anne Hathaway, Jim Sturgess, Patricia Clarkson, Rafe Spall
Filmlänge: 108 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Verleih: Tobis
Kinostart: 3. November 2011

Quelle:
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«Zwei an einem Tag» – Brillenschlange trifft Hallodri

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Tags: Anne Hathaway, Jim Sturgess, Lone Scherfig, Patricia Clarkson, Rafe Spall, Zwei an einem Tag

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