Brief an Matussek

Sehr geehrter Spiegel-Online-”Journalist” Matussek,

Sie denken katholisch, fühlen und lachen und wüten katholisch. Das teilen Sie uns in ihrem neuen Buch „Das katholische Abenteuer“ mit. Nur konsequent, dass Sie nun der Frau Kässmann auf Spiegel Online billige Friedenspolemik vorwerfen, wenn sie meint, es gebe keinen gerechten Krieg. Sie, werter Herr Matussek, können sogar für die Taliban beten. Das freut uns. „Aber gleichzeitig kann ich versuchen, die Taliban auszuschalten, sollte das Gebet kurzfristig nicht zur Entwaffnung und Verhinderung von Verbrechen führen.“ Eine schöne Idee: Sie beten mit kurzfristigem Erfolg! Das wäre doch auch was für unsere Soldaten in Afghanistan. Nur: Wieviele Sekunden dürfen zwischen dem Gebet und der „Verhinderung eines Verbrechens” liegen?
Schön auch, dass sie jahrhundertelange Traditionen hochhalten: Bomben und Beten – das ist doch ein katholischer Klassiker. Aber eine Frage noch: Das letzte „katholische Abenteuer“ waren das für Sie eher die Kreuzzüge, die stillschweigende Duldung des Naziregimes oder die geheimen Schäferstündchen der Priester mit den Ministranten?

fragt sich langfristig,
Ihr Feigenblatt


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