blowing in the wind

Und da soll nochmal einer sagen, ich haette keine weisse Weihnacht hier in Neuseeland! Wenn das mit dem verrueckten Wetter der letzten Tage so weitergeht, bekomme ich bestimmt noch Schnee zu sehen! Momentan donnert, blitzt und hagelt es draussen und oben in den Bergen schneit es. Aber mal ganz von vorn…
Gestern war ein aussergewoehnlicher Tag und das in vielerlei Hinsicht. Die Nacht war sehr stuermig; in meinem Badezimmer raeumte der Wind das gesamte Fensterbrett leer und alles fiel lautstark in mein Waschbecken. Zur gleichen Zeit sprang durch den Windzug meine Tuer auf. Ihr koennt Euch vielleicht vorstellen, wie ich erschrocken in meinem Bett stand! Am Morgen nahm ich zum ersten Mal den Bus zur Arbeit, denn zum Schwimmen war ich nicht aufgelegt. Ganz ehrlich, draussen sah es aus als wuerde das Ende der Welt kurz bevorstehen. Es regnete aus Kuebeln und aufgrund des starken Windes fiel der Regen fast waagerecht. Auf den Booten angekommen, beobachtete ich wie einer unserer Skipper ein gerissenes Seil vom Bollard nahm; zum Glueck waren sie vorbereitet und hatten ueber Nacht ein paar zusaetzliche Seile angebracht (zusaetzlich zu den ueblichen Seilen, die sowieso schon fuer mehr Sicherheit sorgen sollen), sonst haetten wir eines unserer Boote vielleicht im Fjord wiederfinden koennen oder es waere gegen andere Boote gekracht.
Wir begannen mit unseren taeglichen Vorbereitungen und erfuhren, dass die Strasse aufgrund einer riesigen Schlammlawine bis auf weiteres gesperrt sei. Ausserdem waren sich fast alle Skipper in Milford einig; bei den Bedingungen wollte keiner rausfahren und sich vom Wind und den Wellen hin und herschmeissen lassen. Fuer das Boot und die Crew ist das weniger schlimm, fuer Passagiere und ihre empfindlichen Maegen aber umso mehr. An der engsten Stelle des Fjordes (500 Meter) herrschten tagsueber Windgeschwindigkeiten von teilweise bis zu 200 km/h! Selbst die grossen Cruiseships fuhren nicht in den Fjord, da es auf dem Tasmanischen Meer weniger windig und aufgefuehlt war als in Milford selbst. Grund dafuer sind die hohen Berge, die den Wind wie eine Art Tunnel vom Meer in den Fjord saugen.
Obwohl sich unsere Skipper einig waren, dass wir den Hafen heute nicht verlassen wuerden, mussten die vorgebuchten Essen trotzdem vorbereitet werden, da die Strasse gegen Mittag wieder geoeffnet wurde und einige Busse trotzdem nach Milford fuhren. Grund dafuer ist, dass sie frueh am Morgen Queenstown verlassen haben und die Leute hungrig sind und ja trotzdem was sehen wollen. Also faehrt man sie nach Milford, laesst sie aufs Boot und nach dem Essen fahren sie wieder nach Hause. Das Geld fuer die Cruise bekommen sie natuerlich wiedererstattet, aber wenigstens hatten sie Mittag und muessen nicht hungrig wieder nach Hause fahren.
Die gestrige Nacht war wieder sehr windig und veregnet und als ich heute Morgen auf Arbeit lief (ja mich haelt kaum was vom Laufen ab) und die gewaltig angeschwollen Bowen Falls und all die anderen sonst nicht vorhandenen Wasserfaelle sah, freute ich mich wie ein Honigkuchenpferd. Das ist Fiordland wie ich es liebe! Viele Leute denken immer, wir canceln Fahrten wegen dem Regen, aber der stoert uns gar nicht. Es ist nur der starke Wind, der uns vom cruisen abhaelt. Auch heute war es noch furchtbar windig und die Skipper waren sich heute Morgen noch etwas unschluessig. Aber nachdem sich der erste raustraute und Bericht erstattete, wagten sich auch die anderen raus. Es war bei weitem nicht mehr so schlimm wie gestern, aber wir hatten teilweise immer noch Windgeschwindigkeiten von bis zu 60-80km/h. Wenn es besonders schlimm wurde, standen alle Crewmitglieder an ihren Posten und hielten alles, was nicht niet -und nagelfest ist um es nicht spaeter entweder gebrochen aufkehren oder aufwischen zu muessen. Auf dem Tasmanischen Meer hatten wir immer noch 2 Meter hohe Wellen, die das Wenden zur Herausforderung machten, schliesslich sollte das Boot nicht von einer Monsterwelle ergriffen werden. Bis auf ein paar weisse und gruene Gesichter bei unseren Passagieren lief aber alles wunderbar und es sind keine Verluste zu beklagen (wenn man mal von der Plastikabdeckung absieht, die sich irgendwann mit fliegenden Fahnen verabschiedete).
Ach uebrigens, hier noch ein paar Zahlen. In den letzten 24 Stunden fielen 250 mm Regen auf einen Quadratmeter. Und es regnet munter weiter. Wie bereits erwaehnt schneit es in den oberen Gebirgslagen, so dass ich vielleicht doch noch Schnee zu Gesicht bekommen werde. Das heisst zwar leider auch eine gesperrte Strasse, aber ich will an meinen freien Tagen sowieso hier bleiben.

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