Bloggerreise Karlsruhe Basel 3 – das ZKM

bloggerreise karlsruhe basel _ besuch im ZKM karlsruhe © Vivi D'Angelo

Tag Zwei der Bloggerreise. Nach einem wunderbaren Vormittag in der Degas Ausstellung in der Kunsthalle Karlsruhe und einem entspannten Mittagessen ziehen wir weiter. Es ist Zeit für freies Programm – eine sehr gute Einlage, an die unsere Reiseplaner zum Glück gedacht haben (Es gibt so viele verschiedene Dinge, die jeder von uns ansehen möchte!). Ich entscheide mich für das ZKM – das Zentrum für Kunst und Medientechnologie, dass mir schon seit meinem Besuch bei der Unpainted Media Art Fair in München im Kopf rumschwirrt.

Dort komme ich auch (gemeinsam mit Bloggerkollege Klaus Graf, der dieselbe Idee hatte wie ich) sehr bald an – die Trambahnen und öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren in Karlsruhe super, habe ich den Eindruck. Gleich vor dem Eingang laufen wir uns durch eine kuriose Klang-Installation, die an ein riesiges Fraktalgebirge erinnert. Ja, wir sind hier richtig, freuen wir uns.

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Die Freude ist allerdings schnell vorbei, als wir merken, dass das ZKM irgendwie aussieht, als wäre es geschlossen. Komisch, auf der Homepage war davon nichts zu lesen. In der Tat wurde nicht kommuniziert, dass genau an diesem Tag der Großteil des Zentrums wegen einer Veranstaltung nicht zugänglich ist. Es gibt drei Sonderausstellungen, die man allerdungs besuchen kann, dazu werden wir von einer Aufsicht umständlich um den Block geschickt und finden den nicht ausgeschilderten Eingang tatsächlich nur nach einer Weile Irren und Ärgern. Nicht so super, denke ich mir, und ärgere mich ein bisschen über die schlechte Kommunikation des ZKM diesbezüglich. Aber naja. Das Innenleben diese Weihstätte für Medienkunst wird mich schon wieder mit der Welt versöhnen. Und das tut es auch.

Allein die Innenarchitektur ist total spannend, von einer Treppe aus kann man in alle Stockwerke (und verschiedenste Ausstellungen) blicken: ganz unten (leider momentan) Aufbau, mittig Malerei, ganz oben riesige Computerspielbildschirme und Leuchtobjekte.

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Die erste Ausstellung, die ich mir ansehe, ist “Gianfranco Baruchello – Certain ideas”. Hier wird der italienische Multimediakünstler Gianfranco Baruchello mit einer Werkschau vorgestellt. Es handelt sich wohl hierbei um einen Künstler, der vom Mainstream vernachlässigt wurde. Trotzdem hat er der Gegenwartskunst wichtige Impulse gegeben. Ich persönlich kenne ihn noch nicht und freue mich, hier in der Ausstellung einen Überblick über das mehr als ein halbes Jahrhundert währende Schaffen von Baruchello zu bekommen. Sein Werk ist sehr vielgestaltig:  er hat über die Jahrzehnte hinweg ein großes Oeuvre an Bildern, Skulpturen, Objektkästen, Collagen sowie Filmen geschaffen.

Ich finde vor allem die plastischen Werke sehr lustig, in denen er Alltagsgegenstände mit Mischungen aus Acrylfarbe und Vinavil (dem Kleber meiner Kindheit!) zusammenkleistert – wie zum Beispiel hier in “Le Mozze” (1962),

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oder im “Bedarf für das Jenseits” (1962). bloggerreise karlsruhe basel _ besuch im ZKM karlsruhe © Vivi D'Angelo (4)

Der “Television Limiter” (1966-67) bringt mich gleich zum Lächeln. In wievielen Haushalten diese Erfindung doch äußerst nützlich wäre! bloggerreise karlsruhe basel _ besuch im ZKM karlsruhe © Vivi D'Angelo (3)

Baruchellos Arbeiten sind nicht alle einfach, nicht unbedingt “ästhetisch” und auch nicht alle einfach zu verstehen, denke ich. Ich glaube sogar, man muss sie nicht alle verstehen. Allerdings sind viele Werke dabei, die auch schon durch ihr haptisches Aussehen einfach magisch anziehen, oder durch ihre ironischen, surreal klingenden Titel das Kopfkino blitzartig anschalten.  Der “Friedhof der Meinungen” (1972), zum Beispiel.bloggerreise karlsruhe basel _ besuch im ZKM karlsruhe © Vivi D'Angelo (7)

Oder mein absoluter Favorit: “Geburt und Tod des Brotes” (1975-81). bloggerreise karlsruhe basel _ besuch im ZKM karlsruhe © Vivi D'Angelo bloggerreise karlsruhe basel _ besuch im ZKM karlsruhe © Vivi D'Angelo (9) bloggerreise karlsruhe basel _ besuch im ZKM karlsruhe © Vivi D'Angelo (10) bloggerreise karlsruhe basel _ besuch im ZKM karlsruhe © Vivi D'Angelo (11)

Ich bin total fasziniert von dieser Brotsequenz, möchte gern mehr erfahren. Als ich allerdings die danebenstehende Aufsicht dazu befrage, gibt’s eins auf den Deckel. “Keine Ahnung”, heißt es schulterzuckend. Es ist, als hätte man mir einmal ins Gesicht geboxt.

Liebes ZKM,  ich glaube, heute ist nicht dein Tag.  bloggerreise karlsruhe basel _ besuch im ZKM karlsruhe © Vivi D'Angelo

Naja. Ich ziehe weiter. Die zweite Ausstellung, die mich magisch anzieht, ist “ZKM_Gameplay”. Hiebei handelt es sich eigentlich um eine Dauerausstellung, die es seit der Eröffnung des Zentrums 1997 gibt. In ihr werden die verschiedensten Computerspiele gezeigt, mit dem Hintergrundgedanken, dass diese einen wesentlichen Teil der durch Digitalisierung geprägten Lebenswirklichkeit wiedergeben. Seit 2000 haben sich immer wieder neue, künstlerische, experimentelle, medienreflexive aber auch ernste Spielformen entwickelt. Der Einfluss der Games auf Kultur und Wirtschaft nimmt ist dabei ständig zu. ZKM_Gameplay zeigt all diese Entwicklungen – mit dem Ergebnis einer Ausstellung, die Kindheitsträume wieder erweckt und wahnsinnig interaktiv und ansprechend ist.bloggerreise karlsruhe basel _ besuch im ZKM karlsruhe © Vivi D'Angelobloggerreise karlsruhe basel _ besuch im ZKM karlsruhe © Vivi D'Angelo

So etwa bleibe ich einige Zeit bei einer Seifenblasenprojektion hängen, in der man mithilfe des eigenen Schattens sie Seifenblasen wegstoßen kann.
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Die Riesenkonsole auf vier Bildschirmen ist auch ein superhighlight der Schau – und natürlich dauerbesetzt :) bloggerreise karlsruhe basel _ besuch im ZKM karlsruhe © Vivi D'Angelo

Es gibt natürlich auch weitere Exponate der digitalen Spielewelt – exotische Games, sensorenbetriebene Maschinen, der digitalwelt angelehnte oder diese kommentierende Kunstwerke, … man könnte auch hier stundenlang umherwandern. Eine tolle Ausstellung, die mich seufzend daran denken lässt, was ich alles noch hätte sehen können, wenn nicht ausgerechnet heute das halbe ZKM geschlossen wäre.

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Ich verlasse das Zentrum in Richtung Bahnhof, zur Weiterreise nach Basel. Fazit: gemischte Gefühle. Es war bestimmt ein Ausnahmetag und einfach Pech, dass so viele Bereiche geschlossen waren. Trotzdem hätte ich mich über eine bessere Besucherinformation (und kontaktfreudigere Wächter…) sehr gefreut. Ich glaube, ich müsste einfach wiederkommen, um mir das Ganze nochmal an einem Tag zu normalen Betriebzeiten anzusehen.

Jetzt aber geht es weiter nach Basel. Der nächste Blogpost berichtet von dort – und von einer abendfüllenden Achterbahnfahrt für die Geschmacksnerven im Atlantis.

Die Nachberichte meiner Mitreisenden findet ihr übrigens auf den jeweiligen Blogs von Tine Nowak, Angelika Schoder, Tanja Neumann und Klaus Graf. Nach und nach werden sie dort (ich glaube fast alle, genauso wie ich, “häppchenweise”) den Bericht der Reise fortsetzen.  Zudem gibt es bei Marlene Hoffmann ein super Interview mit Alexandra Hahn, Pressesprecherin und Leiterin des Bereichs Presse und Medien der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, welches Einblicke in die Gestaltung und Konzeption der Reise gibt.


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