Blockupy-Demo: Die Polizei machte den Job

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Blockiert hat die Stadt heute – die Polizei: Noch nie habe ich soviele Polizisten in Frankfurt im Einsatz gesehen, nicht mal zu Häuserkampfzeiten. Von weitem sahen sie aus wie auf dem großen Bild von Daniel Richter im Städel: Eine Horde, eine faschistische, bei näherer Betrachtung waren die meisten von ihnen allerdings freundlich und gaben bereitwillig Auskunft: Ja, grün ist die alte Uniform, die neue ist schwarz, und ja, das große blaue Gefährt ist ein Wasserwerfer, neues Modell, versprüht auch gleich Pfefferspray. Und das grüne Ding dahinter ist ein Panzer für die brennenden Straßensperren.

Dabei war die Stimmung unter den rund 25.000 Demonstranten aus ganz Europa ausgesprochen heiter, gute Musik, schöne Menschen, die Stadt eine einzige Fußgängerzone. Wenn jemand Grund hatte zu explodieren, dann die Polizisten in ihren für das warme Wetter viel zu heißen Monturen, wie sie die ganze Route lang Spalier stehen und jede Zugangstraße absperren mussten, begafft und fotografiert von allen. Ich schämte mich ein wenig für mein Frankfurt: Eine so weltoffene und liberale Stadt, die auf Polizeistaat macht!

Auf dem Heimweg radelte ich betrübt durch die gespenstisch leere Stadt. Die Einkünfte dieses Samstags fallen für die Geschäftsleute weitgehend aus, in der teuren Goethestraße jedes zweite Geschäft sogar sorgsam verbrettert, als lebten wir schon im Bürgerkrieg. Und das alles, weil Ordnungsdezernent Markus Frank und Hessens Innenminister Boris Rhein, beide CDU, den Gerichten weismachen konnten, dass Frankfurt während der vier Blockupy-Tage in Schutt und Asche gelegt werden würde. Kein Vertrauen in ihre eigenen Apparate? Und eine seltsame Logik, nach der niemand mehr einen Schritt vor die Tür tun dürfte, der vielen Gefahren wegen, die auf der Straße nachgewiesenermaßen lauern.

Wollte Boris Rhein den Frankfurtern zeigen wo der Hammer hängt, weil sie ihn nicht zu ihrem Bürgermeister gewählt hatten? Oder beutelt die CDU hysterische Angst, die Angst der Besitzenden oder vermeintlich Besitzenden? In einer Demokratie lassen sich Probleme normalerweise mit anderen Mitteln viel besser regeln, und zwar durchaus im Sinne der Besitzenden. Insofern tragen Machtgesten wie das überdimensionierte Polizeiaufgebot heute nur dazu bei, den berechtigten Frust der 99% wirksam zu stauen – und Steuergelder zu verschleudern, um die Schaufensterscheiben einiger Privatunternehmen zu schützen, denn viel mehr ging bei der M31-Verantstaltung nicht kaputt. Und nebenbei schädigen wir unsere Demokratie und das Ansehen Deutschlands und Frankfurts in der Welt.


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