Blitzer-Marathon vs. Verkehrs-Schnecke

Heute war der Tag des Jahres, zumindest für die Mitarbeiter der Flensburger Verkehrszentralregister und über 18000 Polizisten und Helfer. Heute wird bundesweit an 8500 Stellen geblitzt was das Zeug hält. Die Aktion startete um 6:00 Uhr und geht noch bis zum morgigen Freitag um 6:00 Uhr. Mit dieser Aktion sollen die Autofahrer zum Nachdenken angeregt werden. Aber klappt das überhaupt? Ist so eine Aktion überhaupt sinnvoll?

Michael Hirschka  / pixelio.de

Michael Hirschka / pixelio.de

Immerhin waren mancherorts die Stellen und Uhrzeiten sehr genau angegeben. Der geneigte und informierte Raser wusste also genau er auf seine Geschwindigkeit achten muss. Ich habe heute festgestellt das der Verkehr an den üblichen Stellen um einiges langsamer lief, gerade in den Roten Zonen wurde mit einer übertrieben Vorsicht vorbei geschlichen. Muss ich in der 30er Zone den wirklich 25 fahren? Oder in der 120er Zone nur 90. Natürlich habe auch ich etwas genauer auf den Tacho geblickt, aber in einem gesunden Maß. Und ich würde meinen Führerschein darauf wetten das es morgen nach 6:00 Uhr wieder die meisten nicht so genau nehmen mit der Geschwindigkeit. Es ist doch im Grunde genau das selbe wie nach einem Foto per Post. Man denkt darüber nach und benimmt sich dann, je nach Busgeldhöhe, vielleicht ein paar Tage, aber danach verfällt man wieder in das alte Muster.

Ich bin eigentlich kein Raser. Mit meinem neuen Auto fahre ich auch gerne mal schnell, aber da wo es erlaubt ist. Ich fahre auch keine 80 in der Stadt oder 60 in der 30er Zone. Aber mit 10 Kilometern drüber bin ich auch schon manchmal dabei. Bei mir kommt es auch immer sehr auf die Laune an. Anstellen an den morgens 170 fahre und alles überhole soweit es mein Motor zulässt, fahre ich abends nach der Arbeit auch mal länger 80 hinter einem LKW. Andere Leute die ich kenne fahren so, dass sie im Ernstfall den Lappen nicht verlieren. Da dürfen es dann schon mal 20-24 Km/h mehr sein, je nach Straße. Der einzige Grund das heute ca. nur jeder 50ste geblitzt wurde liegt wohl eher an dem oben genannten Fakt der genauen Info über die Position der Kontrollen.

Das zu schnelles Fahren ein Gefahr für sich und die Umwelt ist, sollte jedem Verkehrsteilnehmer eigentlich klar sein und meistens gibt es auch gute Gründe für die jeweiligen Geschwindigkeitszonen. Und natürlich gibt es auch die Unbelehrbaren die mich morgens auf nassem Kopfsteinpflaster und entgegenkommender Strassenbahn mit 100 in der 50er Zone überholen, aber solchen Leuten lernen es nur mit intensiveren, geheimen Kontrollen und härten Strafen. Bisher bin ich in meinem Leben einmal geblitzt worden. Auf einer Strecke auf der jahrelang 120 galt, wurde auf einmal eine 100er Zone eingerichtet und ich bin aus Gewohnheit mit 120 reingerauscht. Wenn man die Strecke jedes Wochenende fährt achtet man aus Betriebsblindheit leider nicht mehr auf jedes Verkehrsschild.

Alles in allem fand ich diese medienwirksame Aktion relativ sinnfrei. Ich will den Behörden nicht mal wirklich Geldmacherei vorwerfen, denn zu gut waren die Autofahrer informiert. Meiner Meinung nach sollte man keine 18000 Polizisten an einem Tag aufstellen, sondern an den typischen Gefahrenstellen wie Kindergärten, Schulen oder Wohngebieten öfter kontrollieren und stärker bestrafen.

Wie ist eure Meinung zum Blitzer-Marathon. Wurde auf euren Wegen heute auch geblitzt und habt auch ihr euch die Verkehrschnecke eingereiht?


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