Bienen, Honig und der Mensch

Bienen, Honig und der Mensch

© JPW.Peters / Pixelio.de


Die (Hobby-)Imkerei interessiert mich schon eine ganze Weile. Sie ist eine Auseinandersetzung mit Natur und Umwelt. Man ist mittendrin und es ist möglich, entscheidende Eingriffe in Natur und Umwelt zu tätigen.
Vor etwa einhundert Jahren gab es noch ca. 4 Millionen Honigbienen. Heute sind es nur noch knapp 700.000. Die Gründe sind verschieden. Darunter fallen die Monokulturen der Landwirtschaft sowie das Einsetzen von Pestiziden und Insektiziden (z.B Neonicotinoide), aber auch die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe trägt Schuld. Ich hörte einmal einen Satz, leider weiß ich nicht von wem er stammt:
Ohne Bienen keine Pflanzen. Ohne Pflanzen keine Tiere. Ohne Tiere keine Menschen. 
1/3 von unserem Essen ist von der Bestäubung der Bienen abhängig. Das hört sich vielleicht nicht viel an, aber laut einer Dokumentation darüber, hätten wir am Ende nur noch Salat und Ingwer übrig. Bienen nehmen ihre Umwelt nur durch Erschütterung wahr, da sie nichts hören können, deshalb ist eine gute Beobachtungsgabe sehr wichtig, wenn man sich das Hobby der Imkerei zulegt oder man sie beruflich ausüben möchte.
Honig - was ist das?
Bienen sammeln sowohl den Nektar aus Pflanzen, als auch Honigtau von verschiedenen Insekten ("Honigtau: ein zuckerhaltiges Ausscheidungsprodukt verschiedener Schnabelkerfe" - Wikipedia). Bienen können diese Stoffe mit eigenen und sehr spezifischen Stoffen umwandeln und dehydratisieren, d.h das Wasser entziehen, was sie anschließend in Waben einlagern und reifen lassen.
Auf dem Bild aber sehen wir, dass die Biene Pollenhosen trägt. Pollen sind für Bienen dass, was für uns Brot ist. Nur enthalten Pollen wesentlich mehr wertvolle Inhaltsstoffe (Aminosäuren z.B sowie Fette und Kohlenhydrate), worauf die Biene aber angewiesen ist, um sich gut zu entwickeln.
Honig selbst aber ist quasi ein Bouquet aus wertvollen Inhaltsstoffen und enthält u.a Vitamin C, B1 und B6, viel Kalium, aber auch ein wenig Magnesium, Zink, Phosphor, Kalzium und Eisen. Da Honig sehr süß ist, enthält es auch viel Zucker, was den Hauptbestandteil des Honigs ausmacht. Auf keinen Fall aber ist es ein Vergleich zum herkömmlichen Zucker! Im alten Ägypten nannte man Honig auch die Speise der Götter und war damals schon sehr beliebt und wurde u.a auch zu Heilzwecken verwendet. Fakt ist, Honig ist eindeutig gesünder als Zucker. Aber auch bei Honig sollte man es nicht übertreiben.
Ob Honig vegan ist oder nicht, darüber streiten sich viele Menschen. Meiner Ansicht nach steht es 50 zu 50. Auf der einen Seite besteht Honig, wie oben genannt, aus Nektar von Blüten. Auf der anderen Seite aber auch aus Honigtau. Zudem wandelt es die Biene mit ihren Stoffen um. Vegan bedeutet ja nicht nur, auf tierische Produkte zu verzichten, sondern auch auf die Umwelt zu achten. Außerdem gibt es zwei Arten von Imker:
1. Der konventionelle Imker 
2. Der Bio-Imker 
Der konventionelle Imker erntet den ganzen Honig seines Bienenvolkes und füttert seine Bienen im Winter mit Zucker.
Der Bio-Imker hingegen lässt seinem Bienenvolk genug Honig für den Winter und entnimmt nur dass, was übrig bleibt (wer genug Erfahrung darin hat, kann das abschätzen).
Leider wird "Bio" häufig missbraucht. Viele Firmen rühmen sich damit, obwohl sie rein gar nichts damit zu tun haben. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist hier eindeutig besser. Bio bedeutet nicht einfach die Benutzung des Siegels oder des Wortes, sondern dass man sich tatsächlich etwas zum Umweltschutz beiträgt. Ich selbst halte nichts davon, Bienen mit billigem Zuckerwasser zu füttern, denn die Natur hat es nicht umsonst so eingerichtet, dass Bienen im Winter von ihrem wertvollen Honig überlebensfähig sind. Im raffinierten Zucker (d.h der weiße Haushaltszucker) enthält keine wichtigen Inhaltsstoffe, nämlich gar keine. Ich las einmal, dass sogar Bienen erkranken bzw. sich fehlentwickeln, wenn sie sich auch nur von einer Blume ernähren würden, weil sie wichtige Aminosäuren, etc. gar nicht bekommen. Zwar dient der Zucker nur zur Überwinterung, dennoch hat auch eine Biene ein Immunsystem. Würde wir uns nur von Zucker ernähren, für eine gewisse Zeit, würden auch wir anfälliger von Krankheiten werden.
Das ist lediglich meine Theorie, aber ich bin keine Expertin.
Honig halte ich nur dann für vegan, wenn man eigene Bienen hält (oder man einen solchen Imker kennt) und man ihnen genug Honig für den Winter lässt. Warum? Weil Bienen großartige Arbeitskollegen sein können, wer sich gut mit ihnen auseinandersetzt. Die Varroamilbe ist ein großer Feind der Biene und nur Menschen können helfen, sie zu vernichten. Wer ein Bienenvolk hat und sich darum kümmert, sichert die Überlebenschance von Bienen gegen die Varroamilbe und sorgt dafür, dass Bienen nicht aussterben, sondern schützt dieses wichtige Gut und sorgt zusätzlich für eine stabile Umwelt. Bienen zeigen uns, ob mit unserer empfindlichen Natur etwas nicht stimmt.
Entnehmen wir dafür etwas Honig (wie gesagt, nicht alles!), kann man das als ein gutes Arbeitsverhältnis mit Belohnung gleichsetzen. Es ist ein Geben und Nehmen.
Mit Sicherheit habt ihr von Bienenschwärmen gehört. Tatsächlich schwärmen Bienen aus, d.h ein Teil des Volkes fliegt mit ihrer Königin davon und suchen sich eine neue Heimat. Das hat oft folgenden Grund: Entweder sind Bienen unterbeschäftigt oder sie haben Platzmangel. Platzmangel haben sie, wenn sie zu viele Pollen eingelagert haben oder zu viel Honig. Sie saugen ihre Honigblase voll mit Honig und ziehen in ihre neue Heimat. Den Rest überlassen sie den Lebewesen, die den Honig verwenden können.
In den Alpen haben wir wieder den Braunbären. Dieser ist - wie man in Märchen so oft hört - tatsächlich von Honig sehr angetan. Aber außerhalb der Alpen ist es nicht verwerflich, wenn wir den Honig auch für uns nutzen, solange wir Bienen nicht ausbeuten, sondern sie als wertvolle Arbeitskollegen betrachten.
Das spiegelt meine persönliche Meinung wider. Der Sohn vom Freund meiner Mutter hält auch eigene Bienen. Er nimmt Honig von ihnen, lässt den Bienen aber immer genug Honig für den Winter. Ich habe hier ein Glas von ihm und ich weiß guten Gewissens, was drin ist und dass er Bienen nicht einfach ausbeutet.