Between 10 and 12

Es ist ein gewöhnlicher Sommertag, als mit der donnernden Wucht einer Geröll-Lawine die unsagbare Katastrophe über eine Familie irgendwo in einer Wohnsiedlung in den Niederlanden hereinbricht. So die Ausgangsidee von Between 10 and 12 (Originaltitel: Tussen 10 en 12).

Ein Jugendlicher vergnügt sich hier gerade noch recht unschuldig mit einem Mädchen auf dem Sofa, als zwei Polizisten an der Haustür klingeln. Mit einem Mal ist es kein gewöhnlicher Sommertag mehr, denn die Zeit scheint still zu stehen und nichts ist mehr so, wie es vor wenigen Minuten noch war.

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Der Jugendliche und das Mädchen steigen in den Dienstwagen der Polizisten ein. Gemeinsam brechen sie auf, um zuerst den Vater und dann die Mutter des Burschen an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen aufzugabeln und ihnen die Nachricht vom tragischen Unfalltod der jungen Schwester beziehungsweise Tochter zu überbringen. Dabei lässt uns der niederländische Regisseur Peter Hoogendoorn das Geschehen ausnahmslos in starren Totalen und langen Einstellungen beobachten, die in ihrer beklemmenden Ruhe das Entsetzen, die Ausweglosigkeit und das Irreversible dieser Situation extrem spürbar werden lassen.

Während Between 10 and 12 beinahe ohne Worte auskommt, spielt sich in den größtenteils sprachlosen Reaktionen und den Mienen der Protagonisten etwas ab, das sich selbst kaum in Worte fassen lässt. Immer wieder bleibt die Kamera beharrlich lange und frontal auf die Gesichter der im Polizeiwagen sitzenden Angehörigen gerichtet. Wir sehen die geistige Erstarrung in den Blicken des Bruders und der Eltern, die vor lauter Fassungslosigkeit nicht mehr wissen, wo oben und unten ist, deren Welt sich mit einem Schlag in eine ganz andere, sinnentleerte, irreale Welt verwandelt hat. Wir sehen die leicht unbeholfene Anteilnahme in den Mienen der Polizisten.

Und vor allem sehen wir immer wieder die Betroffenheit und das Unbehagen im Blick des jungen Mädchens, das sich so unverhofft inmitten der Tragödie einer fremden Familie wiederfindet und nicht auskommt. Das alles ist in diesem kleinen bemerkenswerten Langfilmdebüt so unheimlich realistisch inszeniert, dass es einem beim Zusehen fast den Atem raubt.

Regie und Drehbuch: Peter Hoogendoorn
Darsteller: Raymond Thiry, Olga Louzgina, Nasrdin Dchar, Cynthia Abma, Elise van’t Laar, Ko Zandvliet
Filmlänge: 69 Minuten, gezeigt im Rahmen des Crossing Europe 2015
www.between10and12.com


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