Besuch der Hannover Messe hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck

Andrang am ABB-Stand beim Besuch der Bundeskanzlerin

Andrang am ABB-Stand beim Besuch der Bundeskanzlerin

Auf der Rückfahrt von meinem ersten Besuch der Hannover Messe habe ich mir ganz unterschiedliche Gedanken gemacht und konnte mich nicht richtig entscheiden, welches Fazit ich von diesem Tage ziehen soll.

Da waren diese riesigen Messehallen mit großen Ständen und an fast allen Messeständen ging es, entsprechend dem Leitthema greentelligence, um Energieeffizienz, sparsamen Umgang mit Energie, Integration von Erneuerbaren Energien, Smart Grids, Smart Meter, etc. Beeindruckend zu sehen, welche Möglichkeiten die Industrie bietet und was alles möglich ist. Es scheint eine grüne Industriemesse zu sein, die Farbe Grün und die grünen Themen sind an vielen oder fast allen Ständen zu sehen.

Das für mich wichtige Thema der Energieeffizienzist in der Industrie angekommen. Es werden effiziente Motoren präsentiert, Systeme zum Energiemanagement, Monitoringsysteme für die Überwachung des Energie- und Ressourcenverbrauchs in Echtzeit, intelligente Steuerungen, Automatisierungstechnik und vieles mehr gezeigt, um den Energieverbrauch in Unternehmen effizienter zu gestalten. Das Thema der Energieeffizienz scheint angekommen zu sein und Bestandteil von Unternehmensstrategien zu sein.

Wenn das so ist, muss der Bundeswirtschaftsminister wohl in einer Parallelwelt oder in der Vergangenheit leben. Bei der Masse der Unternehmen, für die Energieeffizienz im Vordergrund der Messe-Präsentation steht, bin ich skeptisch geworden. Und ich frage mich, ob es heute schon einen Markt für die Effizienz-Technologien gibt oder ob es nur darum geht auf der Messe die Möglichkeiten aufzuzeigen und es den Unternehmen vor allem um Marketing geht?

Vermutlich wird es eine Mischung aus allem sein, denn mit steigenden Strompreisen müssen die Unternehmen rechnen, wenn sie es heute noch nicht tun. Energiekosten werden zu einem Kostenfaktor, den man nicht mehr vernachlässigen kann. Ein Energiemanagement wird zudem zur Pflicht für energieintensive Unternehmen ab 2013. Es wird also sein, wie immer bei Messen, die ausgestellten Produkte stellen die Zukunft aus und sollen Märkte vorbereiten. Das stimmt mich nun wieder positiv, denn die Industrie ist vorbereitet für mehr Energieeffizienz.

Nur die kleinen Unternehmen machen mir noch Sorgen, die vielen Betriebe, welche noch kein Energiemanagement haben und nicht sagen können, welcher Prozess und welcher Betriebsbereich wie viel Strom benötigt. Diese Unternehmen haben noch viel Aufbauarbeit vor sich.

Die grünen Technologien waren nicht nur im Ausstellungsbereich “Industrial Greentec” zu sehen. Hier konnten sich vor allem kleine und innovative Unternehmen präsentieren, die neben den großen Ausstellern untergegangen wären oder sich keinen eigenen Stand leisten könnten. So konnte Sunny-Bag Taschen zeigen, die genug Strom sammeln, um unterwegs das Smartphone aufladen zu können. Die Energie City Leipzig zeigte ihre Visionen, wie sie Energieeffizienz und grüne Technologien in Ausstellungsprojekten anschaulich machen möchte. Und viele weitere kleine Unternehmen hatten die Möglichkeit sich zu präsentieren, wenn auch etwas versteckt.

EU-Kommissarin Connie Hedegaard

EU-Kommissarin Connie Hedegaard

Erfrischend positiv war für mich der Ausstellungsbereich “Metropolitan Solutions”. Die Vorträge und die Ausstellung suchten Wege für die nachhaltige Stadt der Zukunft und Vernetzung der einzelnen, sonst getrennt betrachteten, Themen. Auch hier wurden interessante Lösungen gezeigt, wie energieeffiziente Wohnungen, Stromversorgung mit erneuerbaren Energien, Mobilität und Arbeit künftig aussehen können. Besonders gefallen hat mir die Keynote von EU-Kommissarin Connie Hedegaard, die eine positive Sicht auf Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und Smart Cities präsentiert hat, die einfach Spaß gemacht anzuhören und Freude macht daran weiter zu arbeiten.

In der Energy-Halle (Halle 27) mit Brennstoffzellen-Forum und Erneuerbare Energien Arena stachen die riesigen Messestände der Windenergieanlagen-Hersteller raus. Großzügig gestaltet, teils auf mehreren Ebenen waren die Messestände von Vestas, Enercon & Co. Der Wind-Branche muss es noch richtig gut gehen, wenn man täglich im Gegensatz dazu die schlechten Nachrichten aus der Solarindustrie liest. Der Solarindustrie, so schien es, gönnten viele Menschen keinen Cent Gewinn, während gleichzeitig die Unternehmen der Windenergie groß absahnen? Ich möchte die einzelnen Branchen nicht noch weiter gegeneinander ausspielen, aber da stimmten in der öffentlichen Diskussion die Verhältnisse nicht.

Meine ohnehin umweltfreundliche Anreise mit der Bahn wurde am Stand des TÜV Süd zu einer klimaneutralen An- und Abreise. Der TÜV Süd hatte im Vorfeld der Messe Klimaschutz-Zertifikate erworben, um die Emissionen aus An- und Abreise der Besucher zu kompensieren.

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