Begegnungen

Heute war ich mal wieder ausgiebig auf dem Wochenmarkt und bei uns im Dorf einkaufen. Die Kinder waren entspannt - die Kleine schlief und die Große war ausgeschlafen, satt und gut gelaunt. Der Morgen hat gut geklappt, wir haben gemeinsam gefrühstückt, die Kinder haben etwas gespielt, während ich Fotos auf den Stick zog, um sie zu entwickeln.

Die Große machte ein Foto davon. Das hat sie schon ziemlich gut drauf, oder was meint Ihr?

Begegnungen

Als die Kleine müde wurde, machten wir uns auf den Weg.

Die Sonne scheint und die Laune ist sichtlich bei allen Menschen ein kleines bisschen besser als sonst im trüben und stressigen Dezember. Man kann kaum vermuten, dass in 14 Tagen Weihnachten ist bei dem klaren und strahlenden Himmel. Außer der nette Akkordeonspieler vermittelt einen kleinen Hauch von Weihnachtsstimmung, denn er spielt „Stille Nacht, heilige Nacht". Alles andere erinnert mich eher an Frühling.

Wir starten unsere Runde im Aldi - kurz die paar Sachen kaufen, die ich beim letzten Großeinkauf vergessen habe. Leider stehen auf dem Weg zum Aldi diese (wie ich finde ziemlich nervigen) Bakterienschleudern in Form von Hubschrauber, Auto, Elefant, usw., die alle Kinder gern mögen und egal wie abgelenkt sie sind, sie ständig ins Auge fallen. Die Große weiß, dass ich die nicht mag. Trotzdem fragt sie jedes Mal und meistens gibt es ein kleines Schauspiel in Form eines lauten Kreischen, wenn ich sage: „Komm bitte, wir wollen doch.... Heute nicht." Sie akzeptierte es kommentarlos und ging mit mir zum Aldi, wo sie mir half, die Dinge, die wir kaufen mussten, in den Wagen zu bringen. Sie rannte nicht herum, sondern blieb bei mir. Ich war überrascht und dankbar. Anschließend gingen wir zur Bank, um das Portemonnaie zu füllen für den anstehenden Markt-Besuch. Auch hier war sie total lieb und hielt mir sogar die Tür auf. Ich staunte und dachte, das kann doch nicht so weitergehen, da muss noch was kommen. Wir gingen kurz in ein Geschäft, das die Karten für den Kinderkarneval verkauft. Beim ersten Mal war noch nicht ganz klar, ob ich für die Kinder auch Karten brauche, deshalb rief sie mich am gleichen Tag noch an. Und heute holten wir die Karte ab. Kinder unter 3 brauchen keinen Eintritt zahlen. Wie gut, dass die Große erst eine Woche später 3 wird. Die Frau, die uns die Karte gegeben hat, ist eine total nette Frau. Wir haben uns schon beim ersten Mal, als ich da war, super unterhalten. Das hätte noch stundenlang so weitergehen können, wenn nicht die Große dort fast eingeschlafen wäre. Heute unterhielten wir uns wieder sehr gut, die Große zappelte etwas mehr herum, weil sie weiter gehen wollte. Sie war teilweise auf meinem Arm, weil sie zurzeit fremdelt. Trotzdem unterhielten wir uns wieder lange und sehr gut und hätten noch stundenlang weiter reden können. Sie musste arbeiten und wir noch unsere Einkaufs-Runde zu Ende bringen, bevor die Kleine wach wurde bestenfalls.

Weiter ging's nach Rossmann, um die Fotos zu entwickeln. 58 Fotos, jedes 2 x (eins für Oma/Opa, Oma, Ur-Ur-Oma, Tante, Onkel, usw. oder je nachdem wer mit drauf ist und eins für uns bzw. die Kinder-Alben), das dauerte gute 20 Minuten, bis alle ausgedruckt waren. Die Große vertrieb sich die Zeit damit, jedes einzelne Foto anzuschauen, die Situation zu beschreiben, in der es entstanden ist und es dann in die Foto-Tasche zu legen. So haben wir also die letzten 3 Monate noch einmal Revue passieren lassen. Die Kleine drehte sich mal kurz im Kinderwagen und schlief seelenruhig weiter. Als Nächstes gingen wir zum Juwelier, wo ich endlich (nach 6 Jahren) mein Armband etwas kürzen lassen wollte. Ich trage es sehr selten, weil es eben zu lang war und mich ständig stört. Ich hatte keine Ahnung, dass Kürzen möglich ist - eigentlich fragte ich letztes Mal nur nach weiteren Anhängern. Da wurde ich darauf hingewiesen, dass das zu lang ist und es besser etwas gekürzt werden sollte. Kostet zwar 20 Euro, aber wenn ich es dafür dann häufiger trage, lohnt sich das. Kurz bevor wir gingen, bekam die Große einen Ring geschenkt. Sie trug ihn genau 3 Minuten, weil er dann störte, aber sehr stolz! Was für ein Klunker - und dann auch noch in Grün, ihrer Lieblingsfarbe.

Begegnungen

Vor dem Juwelier stand ein großer Nikolaus, der beim Vorbeigehen singt und tanzt. Die Große erschrak sich zuerst, blieb dann aber stehen und tanzte mit.

Dann noch kurz zum Optiker, meine Brille mal wieder nachstellen lassen. Beim Toben und Spielen mit den Kindern ist sie ständig verbogen. Gut, dass das Nachstellen zum Service gehört, sonst wäre ich wohl schon arm.

Auf dem Rückweg kamen wir noch einmal dort vorbei und sie wollte wieder mittanzen. Ich sagte ihr, dass sie entweder noch eine Runde mit dem Nikolaus tanzen darf oder auf dem Schaukel-Elefant ein paar Meter weiter, schaukeln. Sie entschied sich für den Nikolaus. Wie schlau von ihr, denn der Schaukelelefant ist ja jeden Tag da, der Nikolaus nur jetzt bis Weihnachten.

Zum guten Schluss gingen wir dann noch zum Bio-Marktstand.

Begegnungen Wie üblich sind alle Bilder mein Eigentum und dürfen nur mit meiner Zustimmung gespeichert und genutzt werden: "© Mamis Blog"

In der letzten Zeit spielte ich häufiger mit dem Gedanken, ein Gemüsekisten-Abo abzuschließen. Leider bietet dieser Hof das aber nicht an und ich wollte gerne weiterhin dort kaufen, weil wir da sehr zufrieden sind. Hintergrund, warum ich darüber nachdachte, ist, dass ich dann auch mal Gemüse und Obst ausprobiere, das ich nicht kenne und mit dem ich sonst nie kochen würde, weil ich nicht weiß, wie ich es zubereiten soll. Ich wartete auf unsere Lieblings-Verkäuferin (alle anderen wissen aber auch schon, dass ich immer warte). Ich weiß gar nicht mehr genau, wie wir ins Gespräch kamen - damals vor 3 Jahren: Eine gemeinsame Bekannte unterhielt sich mit ihr und ich spürte sofort, dass wir uns gut verstehen könnten - sie ist ein Herzensmensch, so lieb, so kommunikativ, so freundlich - jedes Wort kommt von Herzen. Irgendwie fand ich sie dann bei Facebook und wir hatten sporadisch Kontakt. Spätestens auf dem Markt, oft aber auch einfach so im Dorf, sehen wir uns regelmäßig. Und jedes Mal könnten wir uns stundenlang unterhalten, wenn nicht meine Kinder irgendwann ungeduldig würden. (Gedankennotiz: unbedingt zu uns einladen, um mal Zeit und Gelegenheit für längere Gespräche zu haben. Dieses Mal kaufte ich nicht nur das übliche altbekannte, sondern ich ließ mich beraten. Aus dem Angebot kaufte ich Rosenkohl (habe ich noch nie gerne gegessen, mein Mann dafür umso mehr). Weil ich es aber nicht mag, gab es das auch nicht. Er wird sich freuen, wenn er das liest. Und ich bin gespannt, ob ich ein Rezept finde, das auch mich auf den Geschmack bringt. Manchmal kann man ja Sachen, die man nicht mag, mit einer guten Zubereitung so hinbekommen, dass auch jemand, der es nicht mag, sagt: Ach, echt? Hätte ich nicht gedacht. . . Nun will ich mich also selbst mal überraschen. Außerdem kaufte ich Winterkohlrabi - daraus werde ich ein Nudelpesto zaubern. Auf die Idee wäre ich gar nicht erst gekommen. Und an einem Tag in der nächsten Woche wird es wohl gefüllten Spaghetti-Kürbis geben. Ich hab noch nie davon gehört und ihn auch noch nie gesehen. Tipp von ihr war: Waschen, halbieren, mit Öl beträufeln bzw. marinieren, mit Gemüse und/ oder Hackfleisch füllen und im Backofen garen. Könnte ich mir auch noch gut mit Käse überbacken vorstellen. Anschließend auf eine Platte stellen und auslöffeln. Sie meinte, dass es für die Kinder bestimmt lustig ist, wenn man dann so Kürbis-Spaghetti auf dem Löffel hat. Der Kürbis soll nämlich so sein, dass er sich dann beim Löffeln in leckere weiche Fäden zieht, wie Spaghetti eben. Einen halben Wirsing nahm ich noch mit - da hat meine Mama mich drauf gebracht, die am Dienstag für uns Wirsinggemüse kochte. So lecker und ich habe es noch nie selbst gemacht. Die Kinder mochten es gern, ich liebe es! Warum hab ich es eigentlich noch nie selbst gemacht? So schwer ist das nicht und soooo lecker! Danke, Mama. Ich habe es zum letzten Mal vor 18 Jahren gegessen - bei meiner Mama zu Hause. Unglaublich, oder? Kindheitserinnerungen leben auf. Dann noch die gewöhnlichen Äpfel, sowohl zum Kompott kochen für den Abendbrei als auch zum Knabbern aus der Hand. Was ich sonst nicht so oft gekauft habe, gab's heute Kiwi und als ganz Neues, was ich noch nie hatte, gab's einen Granatapfel. Ich werde mich daran üben, die Granatapfelkerne herauszubekommen und die Große darf dann einzeln diese vom Teller oder Tisch mit Fingerspitzengefühl in den Mund befördern. Kleines Spiel am Nachmittag: wer schafft die meisten Granatapfelkerne mit Daumen und Zeigefinger aufzuheben? Oder sowas ähnliches. Mal sehen, ob es ihr schmeckt und Spaß macht.

Zu Hause wieder angekommen, half sie mir unaufgefordert, die Einkäufe auszupacken, setzte sich an den Tisch und wir aßen gemeinsam: Nudeln mit Pesto (nein, noch nicht das selbstgemachte Kohlrabi-Pesto) und Möhren dazu. Die Kleine wachte pünktlich zum Essen auf. Beide aßen gut. Ich fragte die Große, ob sie nun mit der Puppe ins Bett geht, ich die Musik anmache und das Nachtlicht und sie dann alleine einschläft. „Nein, mit Mama" sagte sie. Na gut - aber fragen kann ich ja mal. Es dauerte 10 Minuten, bis sie schlief, also unfassbar schnell im Vergleich zu sonst. Scheinbar hat ihr der Vormittag genauso gut gefallen wie mir.

Und als ich zurück kam, sah ich auf dem Handy eine E-Mail von der Kita-Leitung unserer Favoriten-Kita um die Ecke, die mich eingeladen hat zu einem persönlichen Gespräch, in dem ich meine Fragen und Unsicherheiten ansprechen kann. Wenn's läuft, dann läuft's. Sie schrieb, dass ein persönliches Gespräch hier sicherlich sinnvoller und hilfreicher ist. Danach wird mein Bauchgefühl bestimmt hoffentlich genau das sagen, wovon ich zurzeit schon ohne die entsprechenden Antworten fast überzeugt bin, nämlich dass die katholische Kita einen kleinen Vorsprung vor der Elterninitiative hat.

Heute Nachmittag fahren wir zur Elterngeldstelle, um uns bei unserem Ansprechpartner zu bedanken - er hat uns echt gut geholfen und ich bin total dankbar, dass das alles trotz zwischenzeitlicher Selbstständigkeit, Geschwisterbonus und dem teilweise nicht ganz einfach zu verstehendem Antrag so gut geklappt hat. Da ich ihn ja wahrscheinlich nicht noch mal wiedersehen werde, weil wir komplett sind, ist die Weihnachtszeit meiner Meinung nach eine gute Gelegenheit, ihm „DANKE" zu sagen.

Dieser heutige Vormittag hat mich richtig glücklich gemacht: meine Kinder waren entspannt, so war ich es auch, frische Luft tat uns allen gut bei kühlen Temperaturen mit strahlendem Sonnenschein, ich bin netten Menschen begegnet, habe mich gut unterhalten und viele, die mir entgegenkamen, haben mich zurück angelächelt. Solche Tage wie heute dürfen ruhig öfter sein. Ich bin so froh, dass wir heute nicht (wie kurz überlegt) zum Turnen gegangen ( gehetzt) sind, sondern den Tag ganz gemütlich begonnen und fortgesetzt haben. Das hat mir gezeigt, dass es auch gut und richtig ist, nicht immer etwas zu unternehmen, sondern einfach mal ganz ruhig in den Tag zu starten. Das tut uns allen gut. Und ich bin nun auch sicher, dass ich die Gemüsekiste nicht liefern lassen möchte, sondern weiterhin zum Markt gehe, um mir das Gemüse je nach Lust und Laune und nach Empfehlung auszusuchen, um mal zwischendurch was Neues auszuprobieren, um Variation auf unseren Mittagstisch zu bringen. Ich bestelle zwar auch einiges im Internet, aber das, was ich fußläufig erreichen kann und in den Geschäften vor meiner Haustür bekomme, kaufe ich dort. Warum sollte ich das liefern lassen und dafür meistens auch noch mehr Geld oder zusätzliche Versandkosten bezahlen, wo mir und uns allen der Gang dorthin doch so gut tut und ich dabei noch netten Menschen begegnen kann, mit denen ich mich einfach mal ganz ungezwungen unterhalten kann.

Wie ist das bei Euch? Gibt es auch Geschäfte oder sogar einen Markt, zu dem Ihr fußläufig hinkommt. Oder seid Ihr Fan der Gemüsekiste und lasst sie Euch liefern? Trotzdem habt Ihr sicherlich gute und wertvolle Begegnungen, die Euch Kraft geben und gut tun. Das wünsche ich Euch jedenfalls. Erzählt mir bitte in den Kommentaren davon. Ich freue mich darauf.

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