Barfshop im Test – Barfers Wellfood

Immer mehr Hundehalter füttern ihren Hund u. a. mit Frischfleisch, vor allem das Barfen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Fleisch ist für Hunde ja eigentlich auch Nahrungsmittel Nr. 1, weshalb die benötigten Mengen nicht gerade als gering bezeichnet werden können. Entsprechend dieser Entwicklung gibt es auch immer mehr sogenannte Barfshops, wo man vor allem den Fleischbedarf des Hundes decken kann. Aber – wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual. Und diese Wahl gestaltet sich immer schwieriger angesichts der Vielzahl der Barfshops, schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen. Auch dabei möchte ich gerne ein wenig Hilfestellung leisten …

Barfers Wellfood

Ein Barfshop, der sowohl im Internet vertreten ist, als auch über mittlerweile 3 Ladengeschäfte in Berlin verfügt. Diese Vorgehensweise bringt entscheidende Vorteile mit sich: zum einen ist Barfers Wellfood auch persönlich nah am Kunden dran und erhält so viel unmittelbares Feedback. Zum anderen muss man als Kunde aber nicht in Berlin wohnen, um in den Genuss der Produkte kommen zu können.

Barfers wellfood startseite

Barfers Wellfood Internetshop

Barfladen Berlin

Barfladen Berlin – Kreuzberg

Nach Berlin konnte ich nun schlecht reisen, um mir vor Ort ein Bild zu machen (ich wohne bei Köln!), daher blieb mir nur der Internet-Shop als Testobjekt …

Die Homepage

Der erste Blick auf die Homepage zeigt eine benutzerfreundliche Ansicht, auf der linken Seite ist die Produktpallette von Barfers Wellfood übersichtlich gestaltet.

Es gibt sogar einen Menüpunkt “über uns” (unten rechts auf der Seite unter “Wissenswertes”), was mir persönlich gut gefällt, da ich gerne auch ein wenig mehr Hintergrundwissen habe und es gleich nicht mehr so “unpersönlich” ist.

Sehr informativ und besonders für Barf-Anfänger hilfreich, ist die Unterseite “Barfen”, auf der man ein paar Erklärungen zur Fütterungsmethode, Fütterungsmengen, etc. findet.

Norman Vogel, der Inhaber und Geschäftsführer, ist schon sehr lange mit dem Unternehmen verbunden und hat dort schon als Schüler gejobbt. Er nimmt seine Verantwortung sehr ernst und findet, auch unsere Haustiere sollen mit Respekt behandelt werden. Qualität geht vor Quantität, daher findet er: lieber einmal etwas nicht vorrätig haben, als auf Qualität zu verzichten! Finde ich auch :-D

Meine erste Frage, wenn ich einen neuen Barfshop besuche, lautet immer: Wo kommt das Fleisch her? Auch diese Information findet sich schnell. Unter dem Menüpunkt Produktion wird aufgelistet, wo die einzelnen Fleischsorten herkommen.

Da ich nur Fleisch verfüttere, das aus einer artgerechten Haltung kommt, ist diese Information für mich sehr wichtig. Barfers Wellfood hat zwar einige Fleischsorten im Sortiment, die dieser Vorgabe nicht entsprechen, dafür aber neben Wildfleisch und Pferdefleisch (die man beide in so einem Fall natürlich wählen kann) Ziegenfleisch, welches man nicht so oft in Barfshops findet und welches aus Freilandhaltung stammt.

Testpaket Barfers Wellfood

Mit dieser Vorgabe und im Hinblick auf den Futterplan meiner Hunde habe ich mich für folgendes Testpaket entschieden:

  • Ziegenfleisch gewolft
  • Ziegenhälse
  • Ziegenrippe
  • Spezialmix Fisch gewolft
  • Lachsmix gewolft
  • Pferdegulasch geschnitten
  • Pferdemuskelfleisch gewolft
  • Kaninchenfleisch gewolft
  • Ganze Makrelen

Außerdem habe ich noch einen Gemüse-Obst-Mix bestellt, da mein Mixer derzeit kaputt ist und ich daher nicht selber pürieren kann.

Und schließlich noch einen Öl-Mix dazu, da ich gerne solche Mixe nutze, statt selber zig Sorten abzuwechseln. Der Ölmix von cdVet Fit-Barf enthält Leinöl, Nachtkerzenöl, Weizenkeimöl, Kürbiskernöl und Arganöl. Das ist mal eine nette Abwechslung, allerdings würde ich nicht empfehlen, diesen dauerhaft zu füttern, da er doch sehr Omega-6-Fettsäuren-lastig ist.

Die Produkte im Test

Die Lieferung ging sehr schnell, es war auch alles vorrätig, was ich bestellt habe. Die gefrorene Ware wurde in einem Karton und zusätzlich noch einer Styroporbox geliefert und war entsprechend in gutem, noch tiefgefrorenem Zustand. Dass die Ware in gefrorenem Zustand ankommt, ist natürlich sehr wichtig. Allerdings sehe ich die Styroporboxen doch ein wenig kritisch, schließlich handelt es sich dabei um Plastik. Und Plastik belastet die Umwelt. Gut fände ich, wenn man diese Styroporboxen irgendwie wieder zurückgeben könnte und sie dann wiederverwendet werden könnten.

Karton und Styroporbox

Besonders gespannt war ich darauf, wie die Hunde wohl das Ziegenfleisch finden (haben sie noch nie gefressen), deshalb habe ich das dann gleich als erstes getestet. Leo und Lucy fanden Ziege gar nicht doof und haben sowohl das Fleisch, als auch den Ziegenhals und die Rippen förmlich verschlungen.

Ziege Ziegenhals Ziegenrippe Lucy frisst Ziegenrippe Lucy frisst Ziegenrippe 2 Lucy frisst Ziegenrippe 3

Wie man sieht, hat Lucy die Ziegenrippe sehr gut geschmeckt. Ich füttere mehrmals die Woche Knochen, um den Calciumbedarf meiner Hunde zu decken und damit sie auch mal richtig was zu kauen haben.

Gestapeltes FrostfleischWas mir insgesamt sehr gut gefallen hat, sind die Verpackungsgrößen für das Fleisch. Ich benötige am Tag für meine beiden Hunde etwa 500g an Fleischmenge und bin so mit dieser Verpackungsmenge bestens bedient. Die Form ist für mein Gefrierfach perfekt, da ich so stapeln kann “bis unter die Decke”. Wirklich perfekt!

Im Gefrierfach sortiere ich immer so, dass ich das Muskelfleisch alles auf einer Seite habe, so kann man da “einfach rein greifen”. Separat stapel ich dann noch Gemüse-Obst-Mixe, Innereien, Pansen und natürlich die Knochen. Bei einer neuen Lieferung kommen dann natürlich die Reste nach vorne und die neueren Sachen nach hinten.

Auch toll fanden meine beiden Fellnasen die Fische am Stück. Wenn ich sowas bekomme, mache ich da gerne mal ein kleines Event draus, wie z.B. eine Gartensuche. Fisch am Stück in der Wohnung füttern finde ich nicht so toll, außerdem haben die Hunde dann ein kleines Highlight :-D

Makrelen

Die Makrelen fanden beide Hunde superlecker und auch mir hat die Qualität gut gefallen.

Auch alle anderen Fleischsorten sind bei beiden Hunden gut angekommen. Bei allen getesteten Sorten gab es nichts zu bemängeln, alles machte einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Definitiv kein minderwertiges Fleisch, was man auch beim gewolften Fleisch erkennen kann, da es nicht so stark zerkleinert ist, wie man das sonst von gewolftem Fleisch kennt.

Pferdegulasch

Super fand ich auch den Pferdegulasch. Meist bekommt man das Fleisch ja entweder gewolft oder am Stück. Am Stück finde ich persönlich etwas unpraktisch, weil es 1. im Gefrierschrank schlecht unterzubringen ist, 2. lange zum auftauen braucht und 3. dann ja auch noch alles geschnitten werden muss. Ja, ich weiß, der Hardcorebarfer lässt seinen Hund das alleine erledigen, ich bevorzuge aber trotzdem noch immer einen vernünftig gefüllten Napf :-D

Zurück zum Pferdegulasch, die Fleischbrocken haben eine gute Größe, die die Hunde zwar trotzdem nicht kauen (Hunde sind ja Schlingfresser), der Verdauungstrakt hat aber ein bisschen was mehr zu verarbeiten und verdauen als beim gewolften Fleisch.

März 037

Der “vernünftig” gefüllte Napf beinhaltet in diesem Fall ein paar Brocken Pferdefleisch, einen Teil gewolftes Kaninchenfleisch, Gemüse-Obst-Mix, 1 zermatschte Kartoffel, etwas Joghurt, eine Nahrungsergänzung mit Seealgenmehl, Bierhefe, Hagebuttenpulver und Himalayasalz und etwas Öl aus der Ölmischung.

Und sonst?

Zum Schluss habe ich noch einen Blick auf die weiteren Produkte im Sortiment von Barfers Wellfood geworfen. Dabei sind mir die Fleischmixe ins Auge gefallen. Bei sogenanntem Fertigbarf bin ich ja etwas skeptisch. Meist ist es so, dass doch nicht alles drin ist, was der Hund benötigt, der Hundehalter das aber nicht weiß, weil er sich so weit gar nicht mit der Materie beschäftigt hat.

Also habe ich mal einen Mix unter die Lupe genommen …

Allergiker-Mix Lamm im Test:

Der Allergikermix Lamm 500g ist folgendermaßen zusammengesetzt:

  • Muskelfleisch: 40 % – 200g
  • Pansen 15% – 75g
  • Herz 10% – 50g
  • Leber 5% – 25g
  • Lammrippen 10% – 50g
  • Möhren 10% – 50g
  • Äpfel 5% – 25g
  • Fenchel 5% – 25g

Ich habe die Mischung mal probeweise durch den Nährstoffrechner gejagt (ein gutes Beispiel dafür, weshalb es so wichtig ist, dass Hundefutter vollständig deklariert ist, sonst geht sowas nämlich nicht). Die Mischung entspricht nicht so ganz der klassischen Barfaufteilung, was ich aber an und für sich nicht schlimm finde. Es geht ja nicht darum, einem festen Konzept zu folgen, sondern darum den Hund adäquat zu versorgen.

Wie aber sieht es mit den Nährwerten nun aus? Was würde passieren, wenn ein Hundehalter auf die Idee käme, diese Mischung als Alleinfutter zu füttern, also Tag für Tag für Tag … ? Hierzu muss noch angemerkt werden, die Mischung ist korrekterweise als Ergänzungsfutter deklariert, nicht als Alleinfuttermittel. Beim Barfen kommt es ja auch auf die Abwechslung an. Beim Allergikerhund ist es aber mit der Abwechslung meist nicht so einfach.

Die Probe ergab, dass die meisten Nährstoffe gut abgedeckt werden. Nur ein paar fallen aus dem Rahmen und bilden die typischen “Barf-Schwachstellen”.

Zuviel:

Lammrippen enthalten einen sehr hohen Calciumanteil, weshalb man sie nicht ständig füttern sollte. In diesem Fall läge die Bedarfsdeckung nach meiner Rechnung* bei der 5-fachen Menge. Ein Hund, der 17 kg wiegt, normal aktiv, hätte einen tgl. Bedarf von etwa 1000 mg Calcium. Der Lammrippenanteil würde bei richtig gefütterter Gesamtmenge über 5000 mg Calcium liefern. Mit anderen Worten sollte man diesen Mix also höchstens etwa alle 5 Tage füttern, im Hinblick auf das Calcium.

Zuwenig:

Zuwenig bilden die “Klassiker” beim Barfen: Zink, Mangan, Jod, Vitamin D und essentielle Fettsäuren kommen in der Mischung zu kurz. Beim Zink fehlt die Hälfte zur Bedarfsabdeckung, bei Jod und Vitamin D ist das sogar deutlich mehr, was aber nicht ungewöhnlich ist. Diese beiden Nährstoffe sollten nämlich beim Barfen IMMER ergänzt werden. Was außerdem nicht ausreichend vorhanden ist, sind essentielle Fettsäuren, diese sollten ebenfalls immer ergänzt werden. Leider wissen das nicht alle, die ihre Hunde frisch füttern, bzw. barfen. Deshalb ist meine Meinung dazu, vor allem bei Mixen oder sogenannten Fertig-Barfmenüs sollten die Hersteller immer darauf hinweisen, welche Nährstoffe noch ergänzt werden sollten.

Summa summarum

Alles in allem war ich sehr zufrieden mit Barfers Wellfood. Der Kontakt war sehr freundlich, die Lieferung schnell und warenfreundlich, die Produkte hatten alle eine gute Qualität und wurden ohne Ausnahme von meinen Hunden sehr gerne gefressen. Was die Preise betrifft, denke ich dass diese ebenfalls absolut angemessen sind. Ich persönlich würde immer lieber etwas mehr bezahlen und dafür für meine Hunde gute Qualität einkaufen. Zu billiges Fleisch macht mich eher skeptisch und dass man einen Hund nicht für 20 € mtl. ernähren kann, ist für mich nur logisch. Aus meiner gemachten Erfahrung kann ich Barfers Wellfood auf jeden Fall weiterempfehlen.

Ich bedanke mich herzlich bei Barfers Wellfood für die zur Verfügung gestellten Testartikel, anhand derer meine Hunde und ich uns selber von der  guten Qualität überzeugen konnten.

*Die Werte wurden von mir unter Berücksichtigung der ernährungsphysiologischen Bedarfswerte nach NRC-Vorgaben und mithilfe eines Nährwertrechners ermittelt. Selbstverständlich unterliegen sowohl der individuelle Bedarf des Hundes als auch die Nährwertgehalte der Nahrungsmittel natürlichen Schwankungen.


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