Bald ist alles anders

Der letzte Monat ist angebrochen, bevor ich wieder in den Job starte. Wenn der August vorbei ist, wird nichts mehr so sein, wie es war und wahrscheinlich kommt es auch nie mehr so wieder wie es bis jetzt war. Es stehen Veränderungen an, die all das Bewährte, Bekannte, Gewohnte über den Haufen werfen.

Ich bin voller Vorfreude auf den neuen Job, den ich bereits einen Monat früher beginne, als ursprünglich geplant war. Mit meinem (vorherigen) Chef hatte ich bereits im März alles vertraglich vereinbart, dass ich in Elternteilzeit zum Oktober für 2 Tage pro Woche wieder arbeiten gehe. Ich war froh, alles in trockenen Tüchern zu haben und konnte nun die verbleibenden Monate noch zusammen mit den Kindern genießen. Durch den Beginn im Oktober blieb sowohl genug Zeit für den Kindergarten-Start der Großen Ende August als auch die Eingewöhnung der Kleinen bei der Tagesmutter im September. Ich konnte mich also zurücklehnen und wusste, dass alles klar ist - bis dass ich an einer Stellenausschreibung vorbeilief, der ich einfach nicht widerstehen konnte. Es passte alles, ich erfüllte die Anforderungen und ich wäre wirklich dumm gewesen, wenn ich es nicht probiere. Gesucht wurde allerdings zum September, was bedeutet, dass sowohl für den Kindergarten-Start als auch die Eingewöhnung bei der Tagesmutter nur 10 Tage bleiben bis zu meinem Arbeitsbeginn. Daran soll es nicht scheitern, dachte ich. Die Große hatte sich quasi von allein innerhalb von 5 Minuten eingewöhnt und für sie war klar, dass sie da allein bleibt und ich direkt gehe. Mit der Kleinen fangen wir dann eben schon früher an, auch wenn 3 Wochen Urlaub dazwischen liegen. Auch sie hat sich nun an die Tagesmutter gewöhnt und wir haben nach ihrem Urlaub noch 10 Tage Zeit, dass sie sich dort wieder einlebt, die Erinnerung wieder auflebt, sodass sie dann wirklich richtig eingewöhnt ist zu meinem Job-Start.

Aber ich bin eben nicht nur voller Vorfreude, sondern auch voller Wehmut. Die Große wird dann jeden Tag in den Kindergarten gehen und manchmal nach dem Kindergarten noch zur Tagesmutter. Die Kleine ist an 4 Tagen pro Woche bei der Tagesmutter. Nie wieder werden wir so viel Zeit wie jetzt gemeinsam haben. Einfach mal morgens liegen bleiben und kuscheln wird kaum noch möglich sein, ausgiebig gemeinsam frühstücken geht nur noch am Wochenende. Die Tage beginnen viel früher als jetzt. Aktuell schlafen die Kinder bis mindestens 7 Uhr, manchmal sogar bis 8 Uhr. Wenn ich arbeiten muss, fährt die Kleine mit dem Papa um 7 Uhr los und auch die Große und ich müssen dann um spätestens 7.30 Uhr aus dem Haus. Ich habe noch keine Ahnung, wie das klappen soll, ohne die Kinder zu wecken, anzutreiben, dass sie sich bitte jetzt beeilen. Ich bin sicher, dass es klappen wird, aber es tut mir jetzt schon in der Seele weh, dass sie zumindest in der Woche nicht mehr in den Tag hineinleben, im Schlafanzug erstmal spielen vor dem Frühstück, usw.

Die Zeit verging viel zu schnell und ich habe das Gefühl, wir haben die Zeit nicht genug zusammen genossen - obwohl das nur meine Wahrnehmung ist, denn wir hatten richtig schöne Zeiten und Erlebnisse zusammen. Es war richtig schön und die beiden Schwestern sind zusammen gewachsen. Ich habe vieles richtig - und manches natürlich auch falsch - gemacht. Die Entscheidung, bis zum Kindergartenstart der Großen zu Hause zu bleiben mit beiden Töchtern war goldrichtig. Es war für mich eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte und die nie wieder kommt.

Da wir (wahrscheinlich) komplett sind, werde ich nie wieder Mutterschutz oder Elternzeit haben und somit auch nie wieder eine so lange intensive Zeit mit den Kindern. Trotzdem bin ich froh, dass ich durch die dauerhafte Reduzierung meiner Arbeitszeit auf 50 % noch immer viel Zeit mit den Kindern verbringen darf. Ich habe eine Aufgabe, die mir Spaß macht und mit der ich zum Familieneinkommen meinen Teil beitrage, ich habe nach der Arbeit Zeit für die Kinder und wir haben Zeit zusammen als Familie. Ohne unsere allerbeste Tagesmutter und Seelenverwandte wäre es nicht möglich, Vereinbarkeit so unkompliziert zu ermöglichen und die Betreuung so zu organisieren, wie wir es uns vorstellen.

Es wird sich alles ändern, neu finden, wieder einpendeln. Ich vertraue darauf, dass wir gemeinsam auch diese Veränderungen meistern und das alles gut hinbekommen. Und bis es wirklich soweit ist, werde ich die Zeit mit den Kindern noch ein bisschen mehr als vorher genießen - weil es sich wie ein kleiner Abschied anfühlt.

Wie ging es Euch so kurz vor dem Ende der Elternzeit und der Rückkehr in den Job? Machte sich auch Wehmut breit oder seid Ihr froh, endlich wieder zu arbeiten? Hat der Übergang und die Organisation reibungslos geklappt? ich freue mich auf Eure Erfahrungen in den Kommentaren. Eure Renate

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