Backpacking ohne Plan: So geht’s! (Und warum es rockt)

Ich geb’s zu: Ich bin ein planloser Backpacker.

Noch nicht immer, aber je mehr ich reise, desto planloser werde ich.

Alleine unterwegs bin ich sowieso völlig aufgeschmissen. Das mit Entscheidungen treffen und sich festlegen – recht schwierig bei mir. Manche brauchen Struktur, genaue Pläne und Vorstellungen. Ich? Ich brauche Freiheit. Die Freiheit jeden Tag immer wieder neu zu entscheiden.

Mein Unwillen zu Planen und sich festzulegen grenzen schon fast an eine Phobie. Andererseits kenne ich nicht gesunderes.

Vor kurzem bin ich wieder nur mit einem Flug losgezogen, den ich 10 Tage vorher gebucht hatte. München – Bangkok. Momentan bin auf der Insel Koh Tao in Thailand, auch schon seit über einer Woche und könnte dir selbst wenn ich wollte nicht sagen wo ich nächste Woche sein werde. Ich hab noch nicht mal einen Reiseführer an den ich mich wenden könnte (naja, das stimmt so nicht, denn ich hab ja Internet).

Warum planlos reisen?

1. Die Angst, die Zweifel und das Sicherheitsdenken herausfordern

Das Unbekannte und Ungewisse, nicht wissen was morgen sein wird. Das macht uns Angst, bereitet dem ‘normalen’ Menschen Unbehagen. Doch Reisen bedeutet für mich auch ab und zu an seine Grenzen gehen, alle Sicherheiten und Gedanken an Morgen aus dem Fenster zu schmeißen. Upside-Down leben zu dem wie es die meisten zuhause in ihren 9-5 Jobs tun. Und irgendwann, dann ist es egal, dann braucht man nicht mehr wissen wo man morgen oder nächste Woche oder nächsten Monat ist. Man hat Vertrauen dass es gut wird.

2. Ultimative Spontanität und Flexibilität

Ohne Plan kannst du jeden Tag neu entscheiden was du heute oder morgen tun wirst, wo du hinfahren möchtest. Es gibt keinen Grund sich an vorgefertigte Reiserouten- und zeiten zu halten. Wenn es dir an einem Ort gefällt, bleibst du solang es dir beliebt. Wenn dir einer gar nicht zusagt, reist du am nächsten Tag wieder ab. Vielleicht triffst du auf tolle Menschen und machst neue Pläne mit ihnen, welche die du nie in Betracht gezogen hättest. Spontanität kann in den größten, unerwarteten Abenteuern und Erfahrungen enden.

3. Keine Erwartungen

Wenn du nicht weißt wo du hinfährst, machst du dir auch keine Gedanken darüber wie es dort sein oder ausschauen könnte. Das mindert deine Erwartungen, die durchs Reiseführerlesen und Recherchieren aufkommen. Ohne Erwartungen kannst du nicht groß enttäuscht werden, du bist mit einem offeneren Herzen unterwegs. Deine Reiseseele ist viel freier ohne Erwartungen.

4. Pläne? Die kommen sowieso meist immer anders

Wenn ich eine Lektion über die Jahre gelernt habe, dann diese. Wie oft hatte ich schon Pläne, wenn auch nur grob, und wie oft sind sie durch äußere Einflüsse anders gekommen…ich habe aufgehört zu zählen. Dann müssen Flüge umgebucht, innere Enttäuschungen überwunden, und die Angst vor dem “Was jetzt?” bewältigt werden.

Und auch wenn es nur kleine Dinge sind, die dazwischenkommen – ein verpasster Bus oder ausgefallener Flug – wer nicht so an seinen Plänen klebt, regt sich darüber weniger auf und ist entspannter.

Wer sich stur an seine Pläne hält, dem kann die ganze Reise entwischen.

5. Freiheit: Das andere Extrem des Lebens zuhause

Warum auf Reisen genauso leben wie zuhause? Wer sagt denn eigentlich dass man seine Reisen planen muss? Warum muss man so viel wie möglich in ein paar Woche oder Monaten sehen? Warum sind wir so gestresst selbst auf Reisen und meinen produktiv im Sinne der Anzahl der Länder und Sehenswürdigkeiten die man abhaken will zu sein?

Wer wirklich Reisen erleben will, der möchte frei sein, frei sein von den Routinen, Regeln und Pflichten zuhause. Auf Reisen schreibt dir niemand etwas vor, also kannst du die Zeit nützen ohne Pläne die ultimative Freiheit zu genießen. Und die, die fühlt sich fantastisch an.

 

Hier ist was ich geplant habe bevor ich nach Bangkok geflogen bin vor ein paar Wochen:

1. Flug zur ersten Destination

Über Momondo.de und Skyscanner.de ein bißchen Flüge verglichen, und nachdem München – Bangkok das mit Abstand günstigste war, wurde es halt dann Bangkok. Es hätte aber auch Japan oder Argentinien sein können, es ging lediglich um einen billigen Flug. Bei 470 Euro kann man sich nicht beklagen. Es musste ein Hin- und Rückflug sein, da ich im August auf eine große Familienfeier eingeladen bin, auf der ich nicht fehlen darf.

10 Tage nach der Online-Buchung ging es dann schon los. Wie es dann nach Bangkok weiterging und wie lang ich mich in Bangkok aufhalte war völlig unklar. Zuerst war Vietnam kurz angedacht und dann bin ich doch in Süden nach Koh Tao.

2. Geld / Budget

Wieviel Geld möchte ich ungefähr pro Woche oder Monat ausgeben? Nachdem ich schon oft in Südostasien war, sind mir die Preise recht geläufig und somit war keine Recherche notwendig.

3. Versicherung

Hatte ich zwar schon, würd ich aber normalerweise natürlich abschließen. Im Moment bin ich für ein Jahr bei der HanseMerkur auslandskrankenversichert. Mehr hab ich nicht.

4. Dauer (u.U.)

In meinem Fall weiß ich dass ich im August wieder für einen Abstecher nach Deutschland muss bzw. dann noch etwas Zeit in Berlin dran hängen wollte, also hab ich einen Rückflug gebucht. Jeder andere wird im Normalfall ein Datum haben wann er wieder zurück sein muss, außer natürlich ein paar Glückliche die ohne losreisen.

5. Die erste Unterkunft

Im Normalfalls buche ich mal zwei Nächte in einem Hostel oder über Couchsurfing vor um dann zu entscheiden wie es weitergeht. Diesmal hatte ich Glück und ein Bekannter hat mich in seine tolle Wohnung mitten in Bangkok wohnen lassen.

Der Rest?

Ideen. Offenheit. Spaß.

Dass nicht jedem das Backpacking ohne Plan zusagt ist mir auch klar. Jeder sollte seine Reisen so begehen wie er wünscht natürlich. Die Art wie ich es mache ist meist nichts für Neulinge. Für manche ist es gerade das Planen, das ihnen so Spass macht. Und dann gibt es die, die alles über-planen. Am Ende des Tages jedoch machen Pläne nicht unbedingt glücklicher. Aber sein Glück, das muss sowieso jeder selbst finden :)

Bonus

Ultimativ planlos: Ohne Reiseführer

Wer noch den richtigen Planloskick braucht, der lässt das ganze Reiseführerding sein und macht sich ohne auf den Weg.

Seit einiger Zeit bin ich auch nur noch ohne unterwegs, hole mir die wichtigsten Infos aus dem Internet oder über andere Backpacker. Ansonsten liegen ja sowieso in jedem Hostel ein paar Lonely Planets rum, warum also den eigenen mitschleppen. (Zum Thema “Reiseführer Ja oder Nein” wird es bald auch noch einen Post geben)

 

Wie viel plant ihr so für eure Reisen oder habt in der Vergangenheit geplant? Schon mal Pläne gemacht die dann den Bach runter gegangen sind? 


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