Autos, Käse, Binden

Während die Welt über die politischen Konsequenzen des Wikileaks-Dramas rund um Julian Assange diskutiert, sind einige kreative Werber längst einen Schritt weiter und reagieren. In jedem Fall schnell, in vielen Fällen gut und in keinem Fall konservativ.

Stenographique hat sich auf die Suche gemacht, die einschlägigen Blogs durchforstet und ein best-of-Wikileaks-Werbung zusammengestellt, in dem die nominerten allesamt durch schnelle Reaktion, Humor und Mut hervorstechen:

Auf Platz 3: SIXT

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Von Sixt ist man schnelle und provokante Werbung gewohnt – nicht erst seit den Guerilla-Aktionen beim Castor-Transport oder der Mietwagen-Affäre um Ulla Schmidt. Im Zusammenhang mit Wikileaks zeigt der Autovermieter wieder einmal, dass er dem Ruf als schamloser Profiteur medienpräsenter Ereignisse alle Ehre macht. Dabei muss man sagen: Eigentlich sind wir von Sixt etwas mehr gewohnt. Besonders kreativ ist die Anzeige nicht, die Verbindung zwischen Ereignis und Produkt auch eher an den Haaren herbeigezogen und das verwendete Vokabular durchaus abgedroschen – einzige Ausnahme: der kleine seitenhieb beim BMW x3 auf Angela „Teflon“ Merkel. Dennoch: Als schnellster unter den Wikileaks-Werbungen immerhin platz 3 für den orangenen Vermieter und seine Agentur Jung von Matt.

Auf Platz 2: APPENZELLER

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Deutlich mehr Bindung zum Produkt hat dagegen die Wikileaks-Werbung von Appenzeller. Die Käse-Kollegen aus der Schweiz fokussieren seit jeher auf das wohlgehütete Geheimnis der speziellen Rezeptur und Reifeprozesses ihres gelben Stolzes. In der aktuellen TV-Werbung versucht Uwe Ochsenknecht sich das Geheimnis durch Preisgabe seines nordhessischen Stopf-Wurst-Rezepts zu erkaufen – natürlich ohne Chance. Klickstu der Schweizer hält dicht. Bei Uhren, Banken und Käse. Insofern eine geradlinige Weiterentwicklung bestehender Markenwerte. Etwas merkwürdig mutet die Anzeige aber schon an: Die drei traditionell gekleideten Käse-Greise wollen so gar nicht zu dem in Gänsefüßchen gesetzten Wikileaks-Schriftzug passen – daher nur Platz 2.

Auf Platz 1: BUTTERFLY

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Butter-wer? Nie gehört? Kein Wunder: Bei Butterfly handelt es sich um einen Hersteller von Damenbinden aus Pakistan. Gerade weil die Pakistaner nicht gerade für Werbung bekannt sind, die mit aktuellen politischen Motiven spielt, verdient die Agentur RG Blue Communications den ersten Platz und eine lobende Erwähnung im Wikileaks-Werbe-Ranking. Bei dem Binden-Hersteller hat man sich gesagt, dass die Wikileaks-Aufmerksamtkeit eine zu große Chance darstellt, als dass man sie verstreichen lassen könnte. Das Ergebnis sind riesige Billboards in Karachi. zugegebenermaßen lässt sich sogar eine inhaltliche Verbindung zwischen der Enthüllungsplattform und den Slipeinlagen herstellen: Der kleinste gemeinsame Nenner ist die undichte Stelle – die gibt es durch Wikileaks, nicht aber bei den Winden von Butterfly. Die Wirkung erschließt sich erst auf den zweiten Blick, funktioniert dann aber (auch wegen der unübertrefflichen Wahl der Hintergrundfarben) umso besser – Platz 1 für pakistanische Binden. Einziges Manko: Der Hersteller scheint nicht besonders internet-affin zu sein und bringt sich damit um einen Teil der Früchte seiner Arbeit – offizielle Homepage: Fehlanzeige!

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