Automatisches Trinkgeld – neuer Versuch in der Wachau

Zwei Restaurants in der Wachau fordern seit kurzem automatisch Trinkgeld ein. Dabei werden zehn Prozent des Preises der Konsumation auf die Rechnung geschlagen. Medial führt das zu Diskussionen, Beschwerden bei den Gastronomen gab es bisher keine.

Wien/Wachau (Culinarius) – Das mit zwei Gault Millau Hauben ausgezeichnete Restaurant “Hofmeisterei Hirtzberger“ hat seit Anfang September eine neue Trinkgeldregelung. Auf der Rechnung werden nun automatisch die üblichen zehn Prozent „Maut“ inkludiert. Sollte ein Gast nicht mit dem Aufschlag einverstanden sein, kann er die Rechnung reklamieren und das geforderte Trinkgeld entfällt somit. Das Personal sei dadurch auch angespornt, die bestmögliche Leistung zu erbringen. Laut Geschäftsführer Hartmuth Rameder sei eine Beanstandung bisher aber noch nicht vorgekommen.

Geiz ist nicht geil

In den letzten Jahren konnte in der gehobenen Gastronomie ein starker Rückgang beim Trinkgeld beobachtet werden. Die üblichen zehn Prozent werden bei hohen Rechnungen kaum noch gegeben, eher sind es zwei bis drei Prozent. Wenn das dann auf Servicekräfte und Küchenpersonal aufgeteilt wird, bleibt für jeden Einzelnen nur sehr wenig, so die Erklärung von Rameder. In den USA ist die automatische Verrechnung von Trinkgeld meist üblich und für die Servicequalität auch förderlich.

Mediale Diskussionen

Das “Schlosshotel Dürnstein“ hat bereits nachgezogen und setzt seit kurzem ebenfalls unaufgefordert zehn Prozenz „Tip“ auf die Rechnung. Reklamationen gab es auch hier noch keine. Das Vorpreschen der beiden Spitzengastronomen in der Wachau hat vor allem in den sozialen Netzwerken für rege Diskussionen gesorgt. Viele sind der Ansicht, dass Trinkgeld noch immer im Ermessen des Gastes liegen sollte und lehnen das neue Modell klar ab. Einige Befürworter äußern sich nur kritisch über die Weitergabe des Trinkgeldes und ob es auch tatsächlich bei den Servicemitarbeitern ankommen würde. Wie lange sich dieses System halten kann und ob noch mehr Gastronomen dem folgen werden, bleibt abzuwarten.

Fotocredit: iStock


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