Tausenden von Mitarbeitern schaltet der Siemens-Konzern jetzt die Festnetztelefone ab.
Angeblich soll das aber im Einzelfall freiwillig geschehen, weil der Konzern Geld sparen wolle, erklärte ein Firmensprecher heute. Weltweit hätten ca. 150.000 der 350.000 Mitarbeiter sowohl einen Festnetzanschluß als auch ein Firmenhandy. In Deutschland sind das 50.000 von 114.000 Mitarbeitern.
Die Zeitung Die Welt berichtete, daß in Deutschland nur etwa 10.000 Mitarbeiter ihr Festnetz-Telefon abgeben wollen.
Ausbeutung 4.0 soll 24/7 bringen
Betriebsrat Christian Pfeiffer in Erlangen sagte der Zeitung, die Führungskräfte sollten keinesfalls erwarten, dass die Beschäftigten in Zukunft rund um die Uhr mobil für sie erreichbar seien.
Das zeigt auch den wahrscheinlicheren Grund für das Abschalten der Festnetztelefone. Es geht nämlich wohl kaum wirklich um die Kostenersparnis durch wegfallende Festnetztelefone, sondern um eine neue Form der Ausbeutung von Mitarbeitern.
Die üble Unsitte, Mitarbeiter nach Feierabend, am Wochenende oder gar im Urlaub per Handy zu belästigen, greift nämlich immer mehr um sich.
Und falls jemand nicht mitmachen will, findet sich dann auch schnell irgendein Grund, sich von solchen „untermotivierten“ Mitarbeitern zu trennen…
